Grünes Licht für Altentagesstätte im "Ochsen"
Grünes Licht für Altentagesstätte im 'Ochsen'
Von Sabine Wenzke

Kuppenheim - Das ehemalige Gasthaus "Ochsen" soll noch in diesem Jahr als Tagespflegeeinrichtung für Senioren eröffnet werden. Der Technische Ausschuss des Kuppenheimer Gemeinderats hat sich in seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause am Dienstagabend mit dem Thema befasst und dem Antrag auf Nutzungsänderung für das ehemalige Traditionslokal, das zuletzt ein China-Restaurant beherbergte, einhellig zugestimmt.

Beantragt ist die Umnutzung im Erd- und Obergeschoss zu einer Altentagessstätte mit 40 Plätzen. Die Nutzfläche bezifferte Bauamtsleiter Stefan Keßler auf 423 Quadratmeter. Im Untergeschoss soll ein Sozialraum für die Mitarbeiter entstehen. Die beiden 141 und 62 Quadratmeter großen Wohnungen im Dachgeschoss sollen erhalten bleiben. Im hinteren Bereich des früheren Traditionslokals wird eine kleine Grünfläche abseits der belebten Friedrichstraße als Rückzugsbereich geschaffen, lobte Bürgermeister Karsten Mußler die Planung und bewertete das Vorhaben insgesamt "als sehr positiv". Auch bei der Stellplatzfrage gab es keine Probleme. Fünf Plätze gibt es vor und neben dem "Ochsen" im Bestand, zudem wurden weitere 15 bereits in früheren Zeiten abgelöst. Vier wären für das Projekt erforderlich, "damit ist die Stellplatzanzahl übererfüllt", so der Bürgermeister.

Nachdem die Abrissarbeiten (früherer Tanzsaal, Küche und Nebengebäude) abgeschlossen sind, laufen im Innern des Gebäudes die Umbau-, Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten. Andreas Westermann, Geschäftsführer und Mitinhaber der Westermann Bau GmbH in Kuppenheim, die das Anwesen vor einigen Jahren erworben hatte, beziffert die Investitionskosten allein im "Ochsen" auf rund 500000 Euro. Auf etwa neun Millionen Euro dürfte sich das Gesamtprojekt summieren, wenn auch die vier geplanten Mehrfamilienhäuser im rückwärtigen Bereich auf dem ehemaligen "Ochsen"-Parkplatz mit 36 Wohneinheiten unterschiedlicher Größe, Tiefgarage und Grün nebst Erweiterung des danebenliegenden Spielplatzes realisiert sind. In der vorgesehenen Tiefgarage sollen den Planungen zufolge 48 Stellplätze geschaffen werden sowie neun weitere oberirdisch, berichtet der 56-jährige Bauunternehmer im BT-Gespräch. Sollte das Bebauungsplanverfahren noch in diesem Jahr abgeschlossen werden können, dann könnte bereits Anfang 2019 mit den vorbereitenden Arbeiten für den ersten Hausbau begonnen werden, meinte er auf die Frage nach dem Zeitenplan. Bis das Gesamtprojekt dann komplett fertig ist, dürften wohl drei Jahre ins Land gehen.

Investor: "Großer Sanierungsstau"

"Es war einiges verbaut, krumm, schief und marode", berichtet Andreas Westermann von vielerlei Erschwernissen, das 1920 errichtete Gasthaus auf Vordermann zu bringen und - "es gab einen sehr großen Sanierungsstau". Doch auch wenn es viel Kraft und Anstrengung gekostet habe, so habe es doch zu einem guten Ergebnis geführt, mit dem alle zufrieden sein können", meinte Westermann mit Blick auf die jetzige Lösung und den Erhalt des Bestandsgebäudes.

Im November soll, sofern die Bauarbeiten gut vorangehen und es keine unliebsamen Überraschungen gibt, die Seniorentagesstätte eröffnen. Der Pflegeservice "Schwester Pias Team", der in Ettlingen und Gaggenau mit Einrichtungen vertreten ist, wird das Haus anmieten, in dem die Plätze auf zwei Etagen geschaffen werden, wie Svea Gonzales berichtet. Ihre Mutter Pia, eine ausgebildete Krankenschwester, hatte 1990 mit dem privaten Ambulanten Pflegedienst begonnen. Seit 2015 firmiert der Pflegedienst als GmbH und beschäftigt 42 Mitarbeiter, wie die Betriebswirtin weiter informiert. Die Besucher, die meist 65 plus sind, werden morgens von zu Hause abgeholt und abends wieder heimgebracht. Die Einrichtung wird Montag bis Freitag geöffnet haben, es gibt mehrere Mahlzeiten sowie abwechslungsreiche Programmangebote. Zum Raumangebot gehören Küchen, Aufenthalts- und Ruheräume und Behinderten-WC.

Investor Westermann will das noch Schöne im Gebäude möglichst bewahren - wie etwa Holzvertäfelungen oder Parkettböden. Zwar wurden etliche Fenster erneuert, doch die Fenster an der Frontseite zur Friedrichstraße hin bleiben im Original erhalten. "Sie sind noch gewölbt", macht Westermann auf die Besonderheit aufmerksam. Das Gebäude steht zwar nicht unter Denkmalschutz, ist aber in Kuppenheim stadtbildprägend.

Ebenfalls saniert werden die beiden Wohnungen im Dachgeschoss des "Ochsen", die künftig vermietet - und nicht wie die Wohnungen in den künftigen Häusern auf dem "Ochsen-Areal" - verkauft werden sollen. Weiterer Mietraum in Kuppenheim entsteht derzeit im Übrigen an der Murgtalstraße. Dort baut die Westermann Bau GmbH gerade das letzte von fünf Mehrfamilienhausern in dem Bereich.

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