OB strebt große Lösung an Kreuzungen an
OB strebt große Lösung an Kreuzungen an
Rastatt (ema) - Die Aufrüstung der Verkehrsinfrastruktur im Zusammenhang mit der geplanten Erweiterung des Benz-Werks dürfte ein größerer Brocken werden als bislang bekannt. Dies legen Äußerungen von OB Hans Jürgen Pütsch nahe.

Um den Verkehrsfluss zu erhöhen, sehen die Planungen als zwei elementare Maßnahmen den Ausbau der Knotenpunkte Kehler Straße/Oberwaldstraße sowie Oberwaldstraße/Ottersdorfer Straße vor. Wie die Kreuzungen optimiert werden, dazu gab es bislang in der Öffentlichkeit noch keine Aussagen. Der OB hat jetzt vor der Presse die Auffassung vertreten, dass eine Lösung auf einer Ebene wohl nicht ausreichen dürfte. Um den Verkehr besser in den Griff zu bekommen, schwebt Pütsch eine Variante wie beim Rotherma-Knoten auf der B 462 bei Rotenfels vor. Dort wurde von 2010 bis 2013 drei Jahre lang eine Unterführung gebaut, der ein Kreisel aufgesetzt wurde. Kosten: rund zwölf Millionen Euro.

Am Montag wird der Gemeinderat (Beginn: 17.30 Uhr) ein weiteres Mal das Thema Verkehr im Zusammenhang mit der Werksexpansion streifen. Das Gremium wird sich mit diversen Anträgen von SPD und Grünen befassen. Der Forderung der Sozialdemokraten, dass die Stadt mit Daimler eine Vereinbarung zur Reduzierung des Individualverkehrs um mindestens ein Drittel trifft, steht man im Rathaus zwar nicht ablehnend gegenüber. Allerdings halten die Planer eine fixierte Größe aufgrund der fehlenden Messbarkeit und Bezugsgröße nicht für machbar. Eine Vereinbarung will man gleichwohl schließen.

Die Verwaltung setzt vor allem auf das von Daimler angekündigte Mobilitätskonzept, das mehrere Stoßrichtungen beinhaltet (Verbesserung ÖPNV, Förderung Elektromobilität durch Ausbau von Ladesäulen, Verlagerung von Lkw-Verkehr auf die Schiene, Sammelpunkte für Schichtbusse).

Weiter ablehnend steht die Verwaltung der Nutzung des Merzeau-Geländes für Gewerbe beziehungsweise als Pendlerparkplatz gegenüber. Im Rathaus sieht man eine Bündelung des Mitarbeiterstroms auf der L 75 (ehemals B 36) ohnehin skeptisch, weil es zu zahlreichen Umverteilungen käme und die Landesstraße künftig auch noch den Verkehr der B 3 aufnehmen muss, sobald die Müchfeld-Querspange gebaut ist. Um dennoch eine Entlastung des Rieds anzugehen, prüft das Regierungspräsidium derzeit eine Anregung von Daimler, den Knoten Nato-Straße (L 78b)/L 75 zu einem Kreisel umzubauen. Dann könnte der Mitarbeiterverkehr vom Elsass auf dieser Verbindung besser fließen.

Was Verbesserungen für die Rieddörfer angeht, kündigte der OB für kommendes Jahr einen Ganztagestermin unter Regie von Bürgermeister Raphael Knoth an, bei dem in Ottersdorf und Wintersdorf verkehrslenkende Maßnahmen erörtert werden sollen. Vorerst provisorische Lösungen sollen laut Pütsch nach einer bestimmten Testphase bewertet werden, um dann gegebenenfalls endgültige Baumaßnahmen umzusetzen.

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