Das Trio infernale stoppen
Das Trio infernale stoppen
Von Christian Rapp

Matthias Frieböse ist ein Freund klarer Worte. Spiele schön zu reden, ist so gar nicht die Sache des Kuppenheimer Trainers. "Wenn wir weiter so auftreten wie in Pfullendorf, werden wir in den restlichen Begegnungen keinen Punkt mehr holen", sagt der Coach des Tabellensechsten (40 Punkte) und blickt nochmal auf die 0:4-Schlappe beim Aufsteiger SC Pfullendorf vor der Osterpause zurück: "Es war ein gebrauchter Tag. Nach dem 0:2 haben wir uns in unser Schicksal ergeben. Wir waren von Minute eins an immer einen Tick langsamer - körperlich, aber auch im Kopf."

Nun hatten die Wörtelkicker über Ostern also frei. Zeit, um die Akkus vor den letzten sechs Spielen einer langen Saison wieder aufzuladen sowie körperliche Wehwehchen auszuheilen. Aber auch Zeit, um sich genau zu überlegen, ob man eine bislang richtig starke Verbandsligarunde gemütlich austrudeln lässt im Niemandsland der Tabelle oder doch nach dem Maximalen strebt - was in dem Tableau der durchaus noch mögliche Platz vier wäre. Zumal ausgerechnet der morgige Gegner, der FC Radolfzell (45 Punkte), diesen momentan inne hat. "Radolfzell ist eine absolute Spitzenmannschaft, gerade offensiv mit guten Kickern besetzt und richtig stark", nennt Frieböse die Schokoladenseite des Teams vom Bodensee, das es auf bereits 60 Einschläge in dieser Saison bringt (drittbeste Offensive). Größtes Faustpfand des FCR ist freilich die Vielseitigkeit in der Abteilung Attacke. Diese führt Tobias Krüger mit 14 Volltreffern an, dicht gefolgt von Robin Niedhardt und Alexander Stricker (beide zwölf) - sozusagen das magische Dreieck vom Bodensee.

Gegen das Trio infernale will Frieböse wieder zurück zu den Tugenden, die den SV 08 in dieser Saison bislang so stark gemacht hat. "Es ist wichtig, dass wir gegen Radolfzell wieder unsere ID auf den Platz bringen - also viel laufen, rackern, den Gegner beschäftigen", erklärt der Übungsleiter. Stimmen die Basics im Kuppenheimer Spiel, dann haben die Schwarz-Blauen schon des Öfteren bewiesen, dass auch das spielerische Element - vor allem das Umschaltspiel, aber mittlerweile auch das Ballbesitzspiel - jeden Gegner vor Probleme stellen kann. "Natürlich wollen wir auch Wiedergutmachung für den schwachen Auftritt in Pfullendorf betreiben und eine gute Leistung zeigen. Ob es dann für Punkte oder gar einen Sieg reicht, ist aber zweitrangig", sagt Frieböse, der jedoch personell einen Nackenschlag zu verkraften hat. Talent Michael

Engel hat sich beim Spiel der Reservemannschaft gegen Bischweier einen Mittelfußbruch zugezogen. Damit wird der 18-Jährige für den Rest der Saison ausfallen. "Das ist natürlich bitter für Michael und uns. Er hat in den vergangenen Wochen richtig stark gespielt", sagt der 08-Trainer.

Nun muss die Heimserie eben ohne das wieselflinke Talent weiter am Leben gehalten werden. Die letzte Niederlage im Wörtel setzte es für die Knöpflestädter am 1. September vergangenen Jahres gegen den SV Endingen (0:2). Es folgten sieben Siege und zwei Unentschieden. Gegen einen achten Erfolg hätte Matthias Frieböse sicherlich nichts einzuwenden.

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