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"Deutliche Entspannung"
23.09.2017 - 00:00 Uhr
Bühl (jo) - "Wir sind im Jahr 2015 unter ganz anderen Voraussetzungen gestartet. Dann hat uns die Realität eingeholt." Dies sagte die Bühler Integrationsbeauftragte Sabrina Braun, als sie dem Bühler Gemeinderat in jüngster Sitzung ihren ersten Integrationsbericht vorstellte. "Die hohen Flüchtlingszahlen haben dazu geführt, dass sich unser Arbeitsfeld ganz anders entwickelte."

Das ursprüngliche Ziel lautete, eine Integrationsarbeit für alle Menschen in Bühl mit Migrationshintergrund aufzubauen. Über 100 Nationen seien in der Zwetschgenstadt vertreten, schilderte Braun. Erste Strategien für sprachliche, berufliche und gesellschaftliche Angebote seien gerade entwickelt worden, als plötzlich eine weit größere Herausforderung rief. Die Unterbringung der vielen Menschen in Sammelunterkünften, primär eine Aufgabe des Landkreises, habe sich in Bühl glücklicherweise so organisieren lassen, dass keine Turnhallen als Notquartiere hatten belegt werden müssen.

Braun erhielt personelle Verstärkung durch die Einstellung der Flüchtlingsbeauftragten Lisa Horcher - beide Arbeitsverhältnisse ergeben in der Summe eine Vollzeitstelle für die Integrations- und Flüchtlingsarbeit in Bühl. "Unsere Aufgabe war die Leitung des Unterstützerkreises", berichtete Braun, also Organisationsarbeit zu leisten. Das Telefon habe pausenlos geläutet. Zeitweise kümmerten sich mehr als 200 Bürgerinnen und Bürger ehrenamtlich vor Ort um die Betreuung der Geflüchteten.

In den Vordergrund rückte, vor allem Kinder und Jugendliche möglichst schnell zu integrieren. Seit Ende 2016 die Gemeinschaftsunterkunft in Neusatzeck geschlossen sei, gebe es eine "deutliche Entspannung" schilderte Braun. Der Wechsel vom Krisenmodus in den Normalbetrieb machte Kapazitäten frei, um die Anschlussunterbringung zu organisieren. Die Stadt löst diese Aufgabe mit dezentral verteilten Wohnungen und einem geplanten Neubau.

Ende des zweiten Quartals dieses Jahres lebten 453 Flüchtlinge in Bühl, davon 155 in Gemeinschaftsunterkünften und 298 in der Anschlussunterbringung. 30 Personen seien im Rahmen des Familiennachzugs gekommen, berichtete Braun.

42 schulpflichtige Kinder besuchten Mitte des Jahres die Vorbereitungsklassen städtischer Schulen. Aktuell seien 30 Flüchtlingskinder so weit fortgeschritten, dass sie am Regelunterricht teilnehmen können. In den Kindertagesstätten und im Schülerhort werden weitere 42 Jungen und Mädchen betreut. Die Vorqualifizierungsklassen des Landkreises für Arbeit und Beruf (Vabo) besuchen Braun zufolge 82 Jugendliche.

Bei der Expo-Gewerbeschau seien 20 Flüchtlingen Schnupper-Praktika vermittelt worden, berichtete die Beauftragte. Ein Bühler Betrieb habe dabei gar einen Auszubildenden gefunden. Braun berichtete vom "Fest der Kulturen", das trotz Regenwetters ein Erfolg gewesen sei. Weitere Handlungsfelder für eine sozial-integrative Stadt werden bei einem Modellprojekt im Rahmen des Prozesses "Bühl 2025" entwickelt. Die Beauftragte warnte davor, Integrationsarbeit nur im Zusammenhang mit Flüchtlingen zu sehen: "Wir haben seit vielen Jahren Zuwanderung in Bühl", auch aus der EU und Drittstaaten. Es gelte, gleiche Bedingungen zur Integration aller zu schaffen.

Im Gemeinderat stieß der Vortrag auf durchweg positive Resonanz. Oswald Grißtede (SPD) lobte: "Tolle Arbeit." Er sprach der Stadtverwaltung ein Kompliment dafür aus, wie die "extrem schwierige Situation" unter "großem bürgerschaftlichen Engagement" gemeistert worden sei. "Das geschah überraschend geräuschlos", schloss sich Margret Burget-Behm (CDU) den Dankesworten an. Sie bedauerte jedoch, dass die Integration auf dem Arbeitsmarkt nicht so erfolgreich verlaufe wie in den Schulen. "Sprache ist der erste Weg zur Integration", unterstrich Lutz Jäckel (FDP) in seinem Wortbeitrag. Franz Fallert (FW) würdigte die insgesamt positive Entwicklung nach der Flüchtlingskrise. "Wir Bühler können wirklich stolz sein", sprach Peter Teichmann (GAL) das Schlusswort.

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