http://www.badisches-tagblatt.de/weihnachtsabo/index.html
Jetzt geht es zu den Europa- und Weltmeisterschaften
Bestens aufgehoben: Vorzeige-Stuckateur Jannik Kern mit seinem Vater Werner (links) und seinem Ausbilder Meinrad Bruder. Foto: Feuerer
17.11.2017 - 00:00 Uhr
Ottersweier (jure) - Er ist Innungsbester, Kammersieger, Landesieger, Bundessieger und damit nun auch Mitglied des Nationalteams der Stuckateure: Innerhalb weniger Wochen räumte Jannik Kern aus Ottersweier zahlreiche Titel ab. Doch für den 18-Jährigen sind die Auszeichnungen nicht das Wichtigste. Vielmehr ist es für ihn Bestätigung, dass er sich vor drei Jahren richtig entschieden hat, nämlich eine Ausbildung als Stuckateur zu beginnen, statt länger die Schulbank zu drücken.

Sein Lehrmeister Meinrad Bruder (Neuweier) ist sich sicher: "Sein Weg ist noch lange nicht zu Ende". Sichtlich stolz lobt er seinen ehemaligen Auszubildenden und jetzigen Mitarbeiter. Von der ersten Minute an habe sich der damals gerade mal 15-jährige Junge äußerst interessiert gezeigt, jeden Arbeitsablauf genau beobachtet, mitgedacht "und förmlich alles in sich aufgesogen", resümiert Bruder und kommt auf den "unbändigen Willen" von Jannik Kern zu sprechen.

Schon als Kind begleitete Jannik Kern seinen Vater, der in Ottersweier den Stuckateurbetrieb Kern leitet, auf viele Baustellen und half mit. Nach dem Praktikum in der achten Klasse beim Gipsergeschäft Meinrad Bruder war für ihn endgültig klar, dass nur dieser Beruf für ihn infrage kommt.

Umgekehrt war für seine Eltern klar, dass er nicht im elterlichen Betrieb lernen sollte. "Es hat alles Spaß gemacht", fasst der junge Ottersweierer seine Lehrzeit zusammen. Natürlich war es im Winter angenehmer, in den Häusern zu arbeiten und beispielsweise Wände in Trockenbauweise zu errichten und im Sommer schöner, ein Haus zu verputzen.

Ob Akustikdecke, Stuckarbeiten, Edelputzarbeiten oder eben Trockenbau: Jannik Kern beherrscht es, "und vor allem hat er immer gute Ideen", stellt Bruder anerkennend fest. "In manchem ist er schon besser als ich", freut sich Vater Werner. Auch ihm wurde das Gipserhandwerk einst vom Vater in die Wiege gelegt. Und so geht er auch davon aus, dass Jannik die über 50-jährige Tradition des Familienbetriebes einmal fortführen wird.

Die nächsten zwei Jahre wird er jedoch erst einmal viel unterwegs sein. Als Mitglied des Nationalteams der Stuckateure Deutschland wird er auf Messen und Veranstaltungen das Stuckateurhandwerk repräsentieren und mit dem Team für die kommenden Herausforderungen trainieren: Nächstes Jahr stehen die Europameisterschaften in Ungarn und in zwei Jahren die Weltmeisterschaften an. Wenn Jannik Kern weiter so gelassen und mit Selbstvertrauen in die Wettbewerbe geht, könnte er noch so manchen Titel einheimsen.

"Er war schon sehr cool", erzählt seine Mutter Anja, dass sie deutlich mehr Lampenfieber hatte. Vor allem bei den Deutschen Meisterschaften am vergangenen Sonntag und Montag war es nicht ganz leicht, Ruhe zu bewahren. Schließlich verfolgten über die beiden Tage gut 3000 Besucher die 66. Deutschen Meisterschaften in den Bauberufen. Knapp zwei Tage hatte der Ottersweierer Zeit, um die Aufgabe, die aus vier Modulen bestand, zu lösen. So galt es eine Metallständer-Konstruktion in Trockenbauweise herzustellen, sie mit Gipskartonplatten zu beplanen und die Oberfläche anschließend vollflächig zu verspachteln. Im dritten Modul mussten mit Hilfe einer Stuck-Schablone Stuckprofile gezogen werden und entsprechend des Plans angepasst und angebracht werden. Beim vierten Modul war Ideenreichtum gefragt. Hier konnte eine fest definierte Fläche nach eigenen Vorstellungen mit Putz und Farbe gestaltet werden. Es war ein spannender Wettkampf, nachdem Kern zunächst bei den Maßen einen Fehler gemacht hatte. Er korrigierte ihn und arbeitete beharrlich weiter, ohne sich aus der Ruhe bringen zu lassen.

Der Präsident der Bauwirtschaft Baden-Württemberg, Bernhard Sänger, erklärte: "Der Wettbewerb hat gezeigt, zu welch tollen Spitzenleistungen unsere jungen Nachwuchskräfte im Bauhandwerk fähig sind." Am Montagabend nahm Jannik Kern die Goldmedaille als bester deutscher Nachwuchs-Stuckateur in Empfang. Keine zwölf Stunden später war er schon wieder auf der Baustelle, um in seinem Traumberuf zu schaffen.

BeiträgeBeitrag schreiben 



Das könnte Sie auch interessieren

Kuppenheim
Not gegen Elend

08.11.2017
Knapper Erfolg für Rochade
Kuppenheim (red) - Die Rochade Kuppenheim hat ihren ersten Sieg in der Schach-Verbandsliga eingefahren, doch beim 4,5:3,5-Erfolg gegen Waldshut-Tiengen wusste das Team jedoch keineswegs zu überzeugen. Zudem verlor Hartmut Metz das badische Pokalfinale (Foto: dpa). »-Mehr
Ötigheim
--mediatextglobal-- Auf dem Weg zu Gold: Sylvia Schmieder (vorne) von der LAG Obere Murg siegt in der Klasse W 40.  Foto: rawo

07.11.2017
Fünf Titel für Kreisathletinnen
Ötigheim (rawo) - Bei spätsommerlichen Temperaturen wurden in Ötigheim mit den baden-württembergischen Waldlaufmeisterschaften die letzten Titel im Leichtathletikjahr 2017 vergeben. Mit fünf Titeln fiel die Bilanz für die Läuferinnen aus der Region erfreulich aus (Foto: rawo). »-Mehr
Ort des Geschehens
Größere Google Karte
www.volksbank-baden-baden-rastatt.de/bt
Umfrage

Mit einem Verfassungsfest wird in Karlsruhe der 70. Geburtstag des Grundgesetzes begangen. Feiern Sie mit?

Ja.
Nein.
Weiß noch nicht.


Wetter in Mittelbaden


Facebook


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen   
1