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Neue Energie für schlappe Akkus
Auf diesem Parkplatz in der Franz-Conrad-Straße soll eine von drei Ladestationen installiert werden. Foto: Siebnich
12.12.2017 - 00:00 Uhr
Bühl (sie) - Wer mit dem Elektroauto in Bühl unterwegs ist, muss hoffen, dass ihm nicht der Saft ausgeht. Bislang gibt es keine öffentliche Ladestation. Doch das soll sich Anfang des kommenden Jahres ändern. Verwaltung und Stadtwerke haben ein Konzept erarbeitet, das die Installation von drei Elektrozapfsäulen vorsieht. "Das System ist von der Technik und der Abrechnung her ausgereift", verspricht Stadtwerke-Chef Rüdiger Höche.

Obwohl das Stromgeschäft die Basis seines Unternehmens ist, scheint der Funke bei Höche noch nicht ganz übergesprungen zu sein: "Allein seligmachend wird die Elektromobilität nicht sein", sagt er. Die Technik wird seiner Einschätzung nach nur ein Teil der Mobilität der Zukunft sein. Auch Gas werde als Energieträger weiter eine Rolle spielen. "Am Ende wird sich eine gesunde Mischung einstellen", prognostiziert Höche. Auf dem Weg dorthin wollen Stadt und Stadtwerke jetzt ein erstes kleines Netz an Infrastruktur aufbauen, auch, um Anreize für den Umstieg zu schaffen. Dafür sollen voraussichtlich Anfang 2018 Ladestationen am Bahnhofsparkplatz an der Güterstraße, am Parkplatz in der Franz-Conrad-Straße und direkt bei den Stadtwerken in die Siemensstraße entstehen.

Markus Benkeser, der seitens der Stadt Bühl mit den Themen Klima und Energie befasst ist, hatte dem Gemeinderat Anfang November einen kurzen Überblick über das Thema gegeben. Mittlerweile sind die Ladestationen bestellt. Je nach Standort kalkuliert er mit Kosten inklusive Installation von jeweils 12000 bis 18000 Euro. Deutlich teurer wird die Anlage bei den Stadtwerken. Dort ist eine Schnellladestation geplant, die etwa dreimal so viel kostet.

Alle Zapfsäulen bieten Platz für jeweils zwei Fahrzeuge. An den normalen Stationen dauert es laut Benkeser drei bis vier Stunden, bis ein E-Auto mit durchschnittlicher Kapazität komplett aufgeladen ist. Bereits nach 30 bis 45 Minuten sei der Akku aber bis zu 80 Prozent voll. Bezahlen können die Kunden auf zwei Wegen. Registrierte Nutzer erhalten einen Chip, die Abrechnung erfolgt damit später über automatischen Bankeinzug. Das System soll aber auch Fahrern offenstehen, die in Bühl nur einen Stopp einlegen. Deshalb gibt es an den Stationen auch die Möglichkeit, mit EC- oder Kreditkarte zu zahlen.

Den Strom liefern die Stadtwerke. Ein lukratives Geschäft verspricht sich das Unternehmen aber nicht. "Man verdient damit noch nichts. Dafür gibt es zu wenig Autos", sagt Höche. Benkeser schätzt, dass in Bühl bislang nur zehn bis 20 reine Elektrofahrzeuge zugelassen sind. Es sei deshalb nicht notwendig, an jeder Ecke Ladestationen zu installieren. Die Eigentümer würden ihre E-Autos überwiegend zuhause laden. Da die meisten Pendelstrecken deutlich unter der Reichweite der Fahrzeuge lägen, sei das auch problemlos machbar.

Nichtsdestotrotz denkt die Verwaltung bereits über einen Ausbau des Netzes nach. So habe es Gespräche mit dem Unternehmen Schaeffler gegeben. Auf dem LuK-Firmengelände existiert zwar bereits eine Ladestation, diese ist aber nicht öffentlich zugänglich. Der Landkreis sähe gern alle seine Schulen mit Stromzapfsäulen ausgestattet. Auch in den Tiefgaragen von Sparkasse und Volksbank seien entsprechend ausgerüstete Plätze denkbar.

Die Stadt habe darüber hinaus Zuschussanträge für weitere eigene Stationen gestellt, die beim Parkdeck in der Johannesstraße oder am Schwimmbad aufgestellt werden könnten. Doch da viele Kommunen um die öffentlichen Töpfe buhlen, rechnet sich Benkeser mit nicht allzu große Chancen aus: "Die Zuschüsse zu bekommen, wird sehr schwer."

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