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Mit Feuereifer bei der Sache
03.01.2018 - 07:40 Uhr
Bühl (sie) - Es sind Kleinigkeiten, die die Feuerwehrmänner in Kalarasch immer wieder ausbremsen. Mit Feuereifer verfolgen sie das Ziel, eine ehrenamtliche Truppe auf die Beine zu stellen. Doch dabei müssen sie Herausforderungen meistern, wie etwa, dass die Anschlüsse ihrer Schläuche nicht auf die neu gesetzten Hydranten passen. Um solche Hürden zu nehmen, erhalten sie Unterstützung aus der Partnerstadt Bühl. Die Kooperation soll im kommenden Jahr noch ausgebaut werden.

Die Partnerschaft der Bühler Feuerwehr mit ihren Kollegen in Moldawien hatte vor rund zwei Jahren begonnen. 2016 fuhren Kommandant Günter Dußman und mehrere Helfer schließlich mit einem Konvoi ins 2600 Kilometer entfernte Kalarasch, um dort unter anderem mehrere Tonnen Ausrüstung abzuliefern (wir berichteten). Vor wenigen Wochen war Dußmann erneut vor Ort, um sich ein Bild von den Fortschritten zu machen.

Vom 20. bis zum 26. Februar soll nun der Gegenbesuch erfolgen. Dußmann erwartet zehn Feuerwehrkameraden aus Kalarasch. "Wir werden sie hier ausbilden", kündigt er an. Die Gäste sollen dabei nicht nur fit gemacht werden für Einsätze, sondern auch in der Gerätepflege. Sie sollen nach ihrer Rückkehr in der Lage sein, sich selbst zu helfen - beispielsweise wenn Hydrant und Schlauch wieder mal nicht kompatibel miteinander sind.

Das große Ziel ist der Aufbau von drei taktischen Einheiten im Rayon Kalarasch. Dadurch sollen die Hilfszeiten deutlich verringert werden. Aktuell könne es bis zu 40 Minuten dauern, bis die Floriansjünger am Brandort eintreffen. "Dann ist es natürlich oft zu spät", sagt Dußmann.

Das Feuerwehrwesen ist in Moldawien staatlich organisiert, in Kalarasch sind aber bereits erste ehrenamtliche Strukturen entstanden. So engagieren sich im Ort Oniscani im Norden des Rayons rund 20 Bürger, deren Fortschritte Dußmann unter anderem via Facebook verfolgt. "Dort fand erst jüngst wieder eine Schulung statt. Es ist toll anzusehen, was sie dort auf die Beine stellen", sagt er.

Unterstützung werden die Kalaraschi im kommenden Jahr aber nicht nur in Sachen Fortbildung, sondern auch erneut bei der Ausrüstung bekommen. Die städtische Partnerschaftsbeauftragte Bettina Streicher gibt das Ziel vor: "Jeder Feuerwehrmann soll seine persönliche Schutzausrüstung erhalten." Die Jacken kommen als Spende aus Bühl. Kommandant Dußmann hat dafür ausgemusterte Exemplare im Landkreis gesammelt. Hosen, Helme, Stiefel und Handschuhe werden gekauft. Möglich wird das durch Fördergelder in Höhe von 46500 Euro, die die Organisation "Engagement Global" zur Verfügung stellt. Es ist die bisher größte Fördersumme, die Bühl für ein Projekt mit einer Partnerstadt erhalten hat.

Im April wird sich eine Delegation aus Bühl erneut auf den Weg nach Moldawien machen. Dußmann bringt dann auch abermals Ausrüstungsgegenstände mit, wie Atemschutzgeräte oder Schläuche. "Wir haben die Sachen hier ausgemustert, aber sie funktionieren noch gut und können einwandfrei verwendet werden", erklärt er.

Aus Sicht von Bürgermeister Wolfgang Jokerst hat dieses Engagement Bedeutung, die weit über das Thema Zivilschutz hinausreicht. "Wir wollen auch die ehrenamtlichen Strukturen insgesamt fördern", betont er. Dadurch werde der Zusammenhalt in der Gemeinde gestärkt. "Wir wollen Entwicklungen anstoßen, die nachhaltig sind und über den fachlichen Austausch hinausgehen", meint er.

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