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Düsseldorfer Rosenmontagszug "großes Kino" für Bühler Hexen
14.02.2018 - 00:00 Uhr
Bühl (jo) - Hexenalarm in Düsseldorf: 54 Bühler Hexen liefen beim Großen Rosenmontagszug mit. "Das war ziemlich genial", beschreibt Gernot Baumann das Erlebnis, für drei Stunden Teil des wohl größten deutschen Karnevalspektakels neben Köln zu sein. "Die Stimmung war sagenhaft. Die Düsseldorfer waren alle gut drauf." Und die schwer beeindruckten Bühler waren dies auch.

Noch nie hatte die Hexenzunft an einem Umzug von dieser Dimension teilgenommen. Mit vollen Händen warfen Hexenschriftführer Baumann und Vizezunftmeister Ralf Bsdurrek kiloweise Kamellen in die Rheinländer Menschenmassen links und rechts der Straße. Hunderttausende jubelten ihnen zu, riefen, schrien, brüllten Helau.

"Das war eine ganz große Hausnummer", schildert Baumann. Es war auch ein neues Wurferlebnis für die Bühler Hexen, die für gewöhnlich Salven von Konfetti verabreichen. Doch dieses war verboten. Auch musste der große Hexenwagen in Bühl zurückbleiben, weil er nicht ins Konzept der Umzugsmacher passte.

Frei nach dem Düsseldorfer Motto "Jeck erst recht!" boten die Bühler "Zugbegleiter" zwei Handkarren auf, mit großen Hexenmasken und roten Transparent-Logos bestückt. Ein Dritter schob den Hexenkessel über Pflaster und Asphalt der insgesamt 5,1 (!) Kilometer langen Strecke.

Nur drei Bühlern blieb das Marschieren erspart. Baumann und Bsdurrek fuhren auf dem unmittelbar nachfolgenden Prunkwagen der Düsseldorfer G.K.G Narrenzunft mit, die auf Vorschlag von Matthias Reinschmidt die Bühler zum Rosenmontagszug eingeladen hatte (das BT berichtete). Der Karlsruher Zoodirektor, seit mehr als 35 Jahren eine Bühler Hex, hatte dabei den besten Aussichtsplatz - in der Loge der Komitee-Prominenz.

Reinschmidt war sozusagen in doppelter Mission unterwegs: Er trug die Düsseldorfer Ehrenmütze und hatte sich das Hemd der Bühler Hexen übergestreift. Bei der ARD-Übertragung war zu sehen, wie er - sein Handy über sich haltend - ein Selfie machte, bevor er wieder tief in die Bonbontonne griff und Kamellen in die Menge schleuderte. Auch ihm stand die Begeisterung förmlich ins Gesicht geschrieben.

Nach dem Umzug war noch lange nicht alles vorbei. Die Gastgeber schleppten die Bühler in die Hausbrauerei "Zum Schlüssel" in der Altstadt mit. Laut schallte die Bühler Hexenmusik durchs Lokal, in dem sich auch das Berliner Prinzenpaar samt Gefolge einfand. Auch dies ein Auftritt der Kategorie "Großes Kino", wie Baumann berichtet.

Zunftmeister Alexander Straub konnte den Höhepunkt der diesjährigen Kampagne nur zu Hause via TV erleben. In der Nacht zuvor hatte er noch nach dem Hexenball bis 4.30 Uhr beim Abbau geholfen. Die Düsseldorf-Fahrer saßen bereits eine Dreiviertelstunde später im Bus, schienen beim Umzug aber kein bisschen müde. "Sie haben gut ausgesehen", verdrückte Straub ein paar Freudentränen vor der Glotze. Für die Kamera formierten sich die Bühler auch als Menschen-Pyramide.

Gestern Abend war im Bühler Stadtgarten die Hexenverbrennung angesagt. Beim heutigen Fischessen wird die Kampagne beerdigt. In diesem Jahr dürfte der Leichenschmaus besonders gut munden.

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