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Mutterhaus weicht Demenzzentrum
Wirtschaftlich nicht mehr darstellbar: Das einstige Mutterhaus der Dominikanerinnen steht vor dem Abriss. Foto: Hirn/av
24.03.2018 - 00:00 Uhr
Von Joachim Eiermann

Bühl - Das ehemalige Mutterhaus der Dominikanerinnen soll abgerissen werden. Ein Investor plant, an dieser Stelle ein Demenzzentrum zu errichten. Der Gemeinderat gab grünes Licht für die Aufstellung eines Bebauungsplans "Seniorenzentrum Neusatzeck" und segnete einen Vorentwurf ab.

Der Investor beabsichtigt, ein Seniorenzentrum für Demenzerkrankte einschließlich der dazugehörigen Wohnungen für Mitarbeiter und Angehörige sowie Versorgungseinrichtungen zu entwickeln, informierte Barbara Thévenot, Leiterin der Abteilung Stadtentwicklung. "Mit der zunehmenden Alterung der Bevölkerung und des daraus resultierenden Bedarfs an altengerechten Wohnungen ist dieses Projekt eine nachhaltige zukunftsausgerichtete Investition als Reaktion auf den demografischen Wandel", schrieb die Verwaltung in die Sitzungsvorlage.

Das Mutterhaus als Heim umzubauen sei wirtschaftlich nicht tragbar, es genüge auch nicht heutigen Brandschutzanforderungen. Stattdessen sind drei Neubauten vorgesehen: ein Hauptgebäude mit 90 bis 100 Einzelpflegezimmern sowie sechs Wohngruppen mit jeweils 15 Einzelpflegezimmern und zehn Tagespflegeplätzen. In zwei weiteren Gebäuden sind Betreutes Wohnen sowie Ferienwohnungen für Angehörige und Mitarbeiter-Wohnungen vorgesehen. Die Neubauten orientierten sich mit drei bis vier Geschossen in der Höhe am heutigen Mutterhaus. Geparkt wird in einer Tiefgarage und auf Stellplätzen auf dem Grundstück.

Thévenot berichtete außerdem, dass das alte Ökonomiegebäude saniert werden soll. Auf dessen Nordseite sei ein Versorgungstrakt mit Hofladen, Arztpraxis, Kiosk, Physiotherapie, Friseur und mehr vorgesehen, auf der Südseite ein Besucher-Appartement sowie weitere Mitarbeiter-Unterkünfte. Im Dachgeschoss soll ein Café oder Bistro eröffnet werden. Der Investor wolle auch den Ziegenstall erhalten, die Tiere sollen der Freihaltung der Landschaft dienen.

Da das Vorhaben im Außenbereich liegt und ans Landschaftsschutzgebiet "Bühler Tal" angrenzt, bedarf es eines zweistufigen Bebauungsplanverfahrens mit Umweltprüfung und artenschutzrechtlichen Untersuchungen in Abstimmung mit der Naturschutzbehörde. Oberbürgermeister Hubert Schnurr rechnete auf BT-Anfrage mit einer Verfahrensdauer von mindestens 18 Monaten. Realistischer Termin für einen Baubeginn sei "frühestens im Jahr 2020".

Auch in unmittelbarer Nachbarschaft soll der Boden planerisch für Bauland aufbereitet werden. Der Ortschaftsrat Neusatz hatte das Begehren, westlich des geplanten Seniorenzentrums ein Baufenster für zwei Einfamilienhäuser an der Schwarzwaldstraße auszuweisen. CDU-Stadtrat Hubert Oberle warb dafür, diese Chance zu nutzen, da es in Neusatz aufgrund planerischer Restriktionen kaum Möglichkeiten zum Bauen gebe: "Überall ist Landschaftsschutzgebiet oder Außenbereich." Franz Fallert (FW) bekräftigte: "Es handelt sich um eine Baulücke an einer bebauten Straße." Timo Gretz (SPD) urteilte: "Die zwei Bauplätze sind absolut begrüßenswert."

Thomas Wäldele (GAL) war da ganz anderer Meinung, er argumentierte gegen den Lückenschluss durch zwei zusätzliche Einfamilienhäuser. Angesichts der massiven Bebauung durch das Seniorenzentrum gelte es, diese "kleinklimatische Ausgleichsfläche" offen zu halten. Auch Lutz Jäckel (FDP) äußerte Bedenken.

Der GAL-Antrag, die beiden privaten Bauplätze aus dem Bebauungsplanentwurf zu streichen, fand mit fünf Befürwortern keine Mehrheit. Die große Mehrheit stimmte für die Bauplätze - wie schon zuvor der Technische Ausschuss des Gemeinderats in nichtöffentlicher Sitzung.

Für die Aufstellung des Bebauungsplans "Seniorenzentrum Neusatzeck", den Vorentwurf und einen Vorvertrag mit dem Investor zur Regelung der Verfahrenskosten fand sich eine breite Mehrheit im Rat. Sieben Enthaltungen signalisierten jedoch, dass das Vorhaben auch kritisch gesehen wird.

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