http://www.badisches-tagblatt.de/UnternehmenKarriereZusteller/index.html
http://www.badisches-tagblatt.de/UnternehmenKarriereZusteller/index.html
Eine Million Ökopunkte auf dem Konto angehäuft
Hier entsteht ein Biotopschutzwald: Der Bühler Gemeinderat bei den Falkenfelsen im Rahmen seiner Waldbegehung vor drei Jahren.  Foto: Eiermann/av
28.03.2018 - 00:00 Uhr
Bühl (jo) - Die Stadt Bühl besitzt ein prall gefülltes Ökokonto. Das Guthaben beläuft sich auf über eine Million Ökopunkte. Beim derzeitigen Marktpreis von etwa 70 Cent pro Punkt liegt der aktuelle Gegenwert bei 700000 Euro. So ist man in der komfortablen Lage, Ökopunkte an Dritte verkaufen zu können. Bei einer Gegenstimme beschloss der Gemeinderat eine Richtlinie, welche die Generierung von Ökopunkten und die Details ihres Verkaufs regelt.

Der hohe Kontostand resultiert aus der Einrichtung eines Biotopschutzwalds bei den Falkenfelsen nahe der Bühlerhöhe, einem Pilotprojekt der städtischen Forstabteilung (das BT berichtete). In diesem Zusammenhang wurde bei der Naturschutzbehörde im Landratsamt das "Ökokonto Wald" eingerichtet.

Es dient dazu, Eingriffe in Natur und Landschaft andernorts kompensieren zu können - als Ausgleichs- oder Ersatzmaßnahme. Die Regelung ist allerdings nicht auf die Bühler Gemarkung beschränkt, sondern greift im gesamten Oberrheinischen Tiefland und im Rhein-Main-Tiefland. Also theoretisch von Heidelberg bis zur Schweizer Grenze, wie Forstrevierleiter Martin Damm auf Nachfrage zu verstehen gab.

So sehr die Stadträte das Ökopunkte-System auch begrüßten, die großräumige Ausgleichsmöglichkeit von Besiedlungseingriffen in die Landschaft ging mehreren Rednern gegen den Strich. Franz Fallert (FW) befand: "Es kann nicht sein, dass in unserem Wald viel für die Natur getan, aber die Rheinschiene zugepflastert wird." Insgesamt jedoch betrachtete er das Ökokonto als "gute Sache". Die Stadt könne sich durch Handel und Verkauf ein finanzielles Polster schaffen.

Ähnlich ambivalent stand auch sein Fraktionskollege Karl Ehinger der Sache gegenüber, indem er das Verfahren kritisierte und das Ökoprojekt würdigte.

Hubert Oberle (CDU) war der Ansicht, die Stadt solle die Ökopunkte nur für eigene Zwecke einsetzen. Seiner Meinung nach findet "kein richtiger Ausgleich" statt. Er verglich das System mit dem CO2-Handel, sprach von einem "faulen Zauber". Lutz Jäckel (FDP) beschlich ob des "Immisionshandels" ein ungutes Gefühl: "Da wird etwas losgetreten."

Thomas Wäldele (GAL) betrachtete die Sache indes im positiven Licht: Das Ökokonto gebe der Stadt die Möglichkeit, Naturprojekte, die sinnvoll erscheine, auch sofort angehen zu können. "Und wir bekommen die Maßnahmen bezahlt." Auch Peter Hirn (SPD) hatte kein Problem damit, dass "wir Ökopunkte anderen überlassen können". Margret-Burget Behm (CDU) befand: "Das geht in Ordnung."

In der beschlossenen Satzung heißt es, dass mit den Punkten aus der Ökokontoverordnung Wald sich nur Eingriffe im Außenbereich wie der Bau überörtlicher Leitungstrassen oder Vorhaben in Verbindung mit Landwirtschaftsbetrieben kompensieren lassen. Ein "Ausgleich im Zusammenhang mit kommunaler Bauleitplanung" sei nicht möglich.

Martin Damm warb vonseiten des Forstes, dass sich mit dem Instrument Ökokonto "Eingriffe zeitnah planen und ausgleichen lassen". Es beinhalte "eine intelligente und positive Verfahrensregelung".

Wirtschaftlich wird das Ökokonto Wald dem eigenständigen Forstbetrieb zugeordnet. Diesem steht auch der Verkaufserlös aus dem Handel mit Ökopunkten zu. Angesichts eines wachsenden Markts an Ökopunkten rechnen die Verantwortlichen jedoch mit künftig sinkenden Erlösen.

BeiträgeBeitrag schreiben 



Das könnte Sie auch interessieren

Gaggenau
Gesundheitsstrategie: Plattform im Internet

27.03.2018
Gaggenauer Gesundheitsstrategie
Gaggenau (red) - Was wäre, wenn wir nicht nur länger, sondern auch besser leben würden? Dieser und anderen Fragen geht das Projekt "Ein gutes Jahr mehr" nach. Doch was genau ist die Gaggenauer Gesundheitsstrategie? Dazu gibt es nun einen eigenen Internet-Blog (Foto: red). »-Mehr
Rastatt
--mediatextglobal-- Die neuen Vorsitzenden Frank Hildenbrand und Maren Grothe mit Ehrenvorstand Gerd Söllner.  Foto: Melcher

27.03.2018
Wechsel an Dehoga-Spitze
Rastatt (dm) - Der Kreis Rastatt des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) hat einen Wechsel vollzogen. Frank Hildenbrand ist zum neuen Vorsitzenden gewählt worden, neue Stellvertreterin ist Maren Grothe. Gerd Söllner wurde zum Ehrenvorstand ernannt (Foto: dm). »-Mehr
Bühl
--mediatextglobal-- Ob Eis, Schnee, Unkraut oder Herbstlaub: Der Bühler Bauhof ist an vielen Fronten im Einsatz. Foto: Stadt

27.03.2018
Bauhof hält die Stadt sauber
Bühl (jo) - Nach welchen Regeln erfolgen Straßenreinigung und Winterdienst in Bühl? Über Prioritäten, Einsatzdetails und Leistungsdaten ließ sich der Gemeinderat in jüngster Sitzung informieren. Die Stadträte bescheinigten dem Bauhof, gute Dienste zu leisten (Foto: Stadt). »-Mehr
Baden-Baden
--mediatextglobal-- Zahlreiche Helfer wirken bei der großen Putzaktion an den verschiedenen Gewässern mit.  Foto: Angelsportverein

27.03.2018
Putzaktion am "Tag des Gewässers"
Baden-Baden (red) - Mehr als 50 Helfer des Angelsportvereins (ASV) Baden-Baden sowie viele Mitglieder des ASV Forbach und der Anglerkameradschaft Iffezheim haben am "Tag des Gewässers" tonnenweise Müll unter anderem im Naturschutzgebiet gesammelt (Foto: Angelsportverein). »-Mehr
Gaggenau
´Sport ohne Grenzen´ am 8. Juni

27.03.2018
"Sport ohne Grenzen" im Juni
Gaggenau (red) - "Sport ohne Grenzen" heißt es am Freitag, 8. Juni, in der Innenstadt. Der Aktionstag von 10 bis 22 Uhr soll in erster Linie zum Abbau von Barrieren beitragen. "Menschen mit und ohne Behinderung machen gemeinsam Sport", unterstreicht die Stadtverwaltung (Foto: av). »-Mehr
Ort des Geschehens
Größere Google Karte
www.volksbank-baden-baden-rastatt.de/bt
Umfrage

Hans-Georg Maaßen ist nach massiver Kritik an seiner Arbeit nicht mehr Verfassungsschutz-Präsident, sondern wird zum Staatssekretär im Innenministerium befördert. Finden Sie diese Entscheidung gut?

Ja.
Nein.
Das ist eine Frechheit.


Wetter in Mittelbaden


Facebook


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen   
1