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Häuslebauern droht Internet-Zwangspause
Die Erschließungsarbeiten im 'Warrett III' haben sich aufgrund der Witterung verzögert. Foto: Margull
28.03.2018 - 07:17 Uhr
Von Holger Siebnich

Lichtenau - Die künftigen Eigenheimbesitzer im Lichtenauer Neubaugebiet "Warrett III" werden über eine ganz dicke Breitbandleitung verfügen. Ihre Häuser erhalten einen Glasfaseranschluss. Damit sollten sie für die digitale Zukunft bestens gerüstet sein. Allerdings gibt es ein großes Problem. Dieses könnte sogar dazu führen, dass die Häuslebauer nach ihrem Einzug für einige Zeit komplett von der Online-Welt abgeschnitten sind.

Die Stadt Lichtenau ist Teil der Interkommunalen Zusammenarbeit Mittelbaden (IKZ), an der außerdem die Kommunen Bühl, Rheinmünster, Ottersweier, Lauf, Sasbach, Seebach und Sasbachwalden sowie der Zweckverband Gewerbepark mit Regionalflughafen Söllingen beteiligt sind. Ihr Ziel: der Aufbau eines Glasfasernetzes. Aus den Ausschreibungsverfahren für den Betrieb dieser Breitbandautobahn ging eine Bietergemeinschaft aus den Unternehmen NGN Telecom und Ropa hervor.

Doch der Betreiber konnte zumindest teilweise die Erwartungen nicht erfüllen. Wie berichtet, zogen Lichtenau, Bühl, Rheinmünster, Seebach und der Zweckverband Söllingen mittlerweile die Reißleine und sind vom Vertrag zurückgetreten. Dieser Schritt könnte schwerwiegende Konsequenzen für das Lichtenauer Neubaugebiet haben, wo 26 Einzel- und Doppelhäuser sowie zwei Mehrfamilienhäuser entstehen. Denn das Glasfasernetz von "Warrett III" ist Bestandteil der IKZ. So lang der interkommunale Verbund keinen neuen Betreiber gefunden hat, könnte die Leitung dort tot bleiben. Die Hauseigentümer würden über eine moderne, aber zunächst nutzlose Infrastruktur verfügen.

Bürgermeister Christian Greilach ist optimistisch, dass die IKZ rechtzeitig einen neuen Betreiber findet und dieses Szenario damit nicht Wirklichkeit wird. "Ich hoffe, die Lösung sieht so aus, dass wir gar keine Lösung brauchen, weil am Ende zeitlich alles passt", sagt er. Wie lang es dauern könnte, bis eine neuerliche Ausschreibung erfolgt und ein Nachfolger des bisherigen Anbieters seine Arbeit aufnimmt, darüber will er allerdings keine Aussage treffen: "Das wissen wir derzeit nicht. Und es bringt nichts, darüber zu spekulieren." Wenn die Verwaltung genauere Informationen habe, werde sie das Gespräch mit den Bauherren suchen.

Als Glücksfall für die Stadt könnte sich eine eigentlich ärgerliche Verzögerung herausstellen. So liegen die Erschließungsarbeiten im "Warrett III" aufgrund der Witterungsverhältnisse hinter dem Zeitplan. Greilach geht davon aus, dass die Hochbaufreigabe erst in den kommenden Wochen erfolgt. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Karl-Heinz Geißler hatte Mitte Februar im Gemeinderat von Bauherren berichtet, die ihren Einzug bereits für diesen Sommer planen würden. Angesichts der Verzögerungen hält der Bürgermeister solche ehrgeizigen Zeitpläne für unwahrscheinlich.

Darüber hinaus hakt es aber auch beim Glasfaserausbau außerhalb des Neubaugebiets. Da ein Fördermittelbescheid aus Stuttgart erst rund ein halbes Jahr später als erhofft eintrudelte, können die Arbeiten für den Anschluss an das sogenannte Backbone-Netz erst am 9. April beginnen. Dabei wird Lichtenau an das Glasfasernetz angedockt.

Der nächstmögliche Zugang liegt an der Dow-Kreuzung bei Greffern. Das Kabel soll dann durch die Lichtenauer Innenstadt weiter in Richtung Scherzheim geführt werden. Die Baumaßnahme gilt vor allem aufgrund der engen Verhältnisse in der Hauptstraße als diffizil.

Es sind also einige Unwägbarkeiten, die dem Optimalfall entgegenstehen. Dieser sähe so aus: Die IKZ findet rechtzeitig einen neuen Netzbetreiber, die Arbeiten für den Anschluss ans Backbone-Netz werden pünktlich abgeschlossen und die Bewohner im "Warrett III" freuen sich über Internet-Höchstgeschwindigkeiten.

Im schlechteren Fall geraten Betreibersuche oder Netzausbau ins Stocken - und das Neubaugebiet bleibt erst einmal offline.

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