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Platz machen für Jüngeren
Mit dem Breitbandausbau ist Georg Friedmann doppelt befasst: im Beruf wie als Gemeinderat. Das kommunale Ehrenamt gibt er nach 25-jähriger Tätigkeit ab. Foto: Eiermann
06.04.2018 - 00:00 Uhr
Von Joachim Eiermann

Ottersweier - Der Gemeinderat Ottersweier steht in seiner nächsten Sitzung vor einer personellen Zäsur: Georg Friedmann (56), Fraktionssprecher der Freien Wähler, macht am kommenden Montag wahr, was er seine Kollegen am Ratstisch schon längere Zeit hat wissen lassen. Er zieht sich nach 25 Jahren ununterbrochener Tätigkeit aus dem Gremium zurück.

Der Gemeinderat muss seinem Antrag zwar noch zustimmen, angesichts der langen Amtszeit ist das jedoch eine reine Formsache. "Ich will damit einem jüngeren Kollegen die Chance geben, sich bis zur nächsten Wahl einarbeiten zu können", begründet Friedmann, der im November 1992 für Paul Güde in den Gemeinderat nachgerückt war, seine Entscheidung. Neu ins Amt verpflichtet wird mit Frank Metzinger wieder ein Vertreter aus dem Wahlbezirk Unzhurst.

Vorsitzender der Radsportabteilung

Friedmann wohnt im kleinen Teilort Breithurst, dessen Dorfgemeinschaft ihn zum Vorsitzenden ernannt hat. Nachdem die Ratstätigkeit als Fraktionssprecher, der in allen örtlichen Themenbereichen firm sein muss, doch ihren zeitlichen Tribut gefordert hatte, winkt dem Vater mit zwei erwachsenen Söhnen jetzt ein Zugewinn an Freizeit: "Darauf freut sich insbesondere meine Frau." Intensiver als dies bislang möglich war, will er sich dem Radfahren widmen, seit mehr als 30 Jahren leitet er die Radsportabteilung Unzhurst. Ein Hobby ist auch die Landwirtschaft mit einem Hektar Obstbau samt Kleinbrennerei: "Das ist für mich ein Ausgleich zum Beruf."

Georg Friedmann leitet den Netzservice der Stadtwerke GmbH. Seit bald 40 Jahren steht der gelernte Elektromeister beim Bühler Energieversorger auf der Gehaltsliste. Seit 20 Jahren hat er Prokura. Aktuell ist er insbesondere mit dem Breitbandausbau in Bühl und Lichtenau befasst. Abends holt ihn die digitale Herkulesaufgabe aus anderer Perspektive wieder ein, wenn am Ratstisch Entscheidungen zur Glasfaser-Verkabelung in Ottersweier auf der Tagesordnung stehen.

"Als ich erstmals für den Gemeinderat kandidierte, hatte ich geglaubt, mein technisches Wissen anbringen zu können." Doch technische Details spielen in der Entscheidungsfindung nur selten eine Rolle. Bevor in den 90er Jahren der Radweg von Unzhurst nach Ottersweier gebaut wurde, regte Friedmann an, zusätzlich eine Verbindungsleitung für die Wasserversorgung zu verlegen. Eine weise Entscheidung. Was damals als zusätzliche Absicherung gegen Notfälle konzipiert war, wurde zum wichtigen Bindeglied der Trinkwasserversorgung, als Ottersweier vor wenigen Jahren seine eigenen Tiefbrunnen aufgab und sich dem Zweckverband mit Bühl und Bühlertal anschloss.

Im Rückblick urteilt Friedmann über 25 Jahre Ratsarbeit: "Man lernt viel hinzu und kann den eigenen Horizont erweitern." Er habe die gesamten Problemstellungen Ottersweiers kennengelernt und die Entwicklung der Gemeinde mitgestalten können.

"Heute sind alle froh über den Kreisel"

Welche Entscheidungen sind ihm nicht leicht gefallen? Er muss nur kurz überlegen: Schwierig seien Entscheidungen, die gegen die vorherrschende Meinung der Bevölkerung fallen. Beispiel: "Der Dorfkreisel hatte viele Gegner. Heute sind alle froh, dass es ihn gibt." Friedmann ist auch überzeugt, dass der Beschluss, das Johanneszentrum zu erhalten und sanieren, der richtige war - anstelle eines Neubaus. Nur selten werden dem Gemeinderat Weichenstellungen wie diese abverlangt. "Das Politische ist in den Hintergrund getreten. 95 Prozent der Entscheidungen fallen einstimmig." Die Verwaltung arbeite engagiert, bei den Sitzungen herrsche ein faires und respektvolles Miteinander - mitunter schon "vielleicht zu viel Harmonie". Andererseits: "So macht die Ratsarbeit Spaß!"

Da Parteipolitik auf Ortsebene so gut wie keine Rolle spiele, könnte sich Friedmann auch eine gemeinsame Liste mit anderen Gruppierungen vorstellen, was auch die anstehende Kandidatensuche erleichtere. "Gemeinderatswahlen sind Persönlichkeitswahlen", argumentiert er. Doch die CDU habe die "Einheitsliste" bereits abgelehnt. Damit werden die Freien Wähler auch nach künftigen Wahlen einen eigenen Fraktionssprecher stellen. Ab kommendem Montag nimmt Dieter Kohler diese Aufgabe wahr.

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