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"Nah und gut" bald so fern
18.04.2018 - 06:41 Uhr
Von Gerold Hammes

Bühl - Diese Nachricht ist für Kernstadtbewohner nur schwer verdaulich und schlägt gehörig auf den Magen: Die Acherner Lebensmittel-Unternehmensgruppe Scheck verlässt ihren Standort in der Johannespassage 8 und damit auch Bühl. Als Begründung wird der im September auslaufende Mietvertrag genannt, den man nicht mehr verlängern werde. Der exakte Termin der Schließung stehe aber noch nicht fest, teilte eine Firmensprecherin auf Anfrage mit. Die sieben Mitarbeiter sollen in anderen Scheck-In-Märkten weiterbeschäftigt werden.

Die als "Nah und gut" betriebene Filiale gilt als Ankermieter und Frequenzbringer in dem markanten und im Mai 1992 eröffneten Wohn- und Geschäftshaus. Einige der übrigen gewerblichen Mieter befürchten nun als Folge einen Rückgang der sogenannten Laufkundschaft. Mehr noch aber ärgert sie, dass sie von der Nichtverlängerung des Mietvertrags nur vom "Hörensagen" erfahren haben. Wie das BT erfuhr, ist die Hausverwaltung bestrebt, eine nahtlose Anschlussnutzung zu finden. Interessenten gebe es bereits.

Die Bühler "Nah-und-gut"-Filiale, die auch zum Edeka-Verbund zählt, ist der am zen-tralsten gelegene innerstädtische Lebensmittel-Versorger. Sie profitiert vor allem von der unmittelbaren Nähe zum hoch frequentierten Johannesplatz mit seinen vielen Geschäften, Eiscafés und Bistros. Viele Kunden nutzen den Markt auch für einen schnellen Einkauf und schätzen die Tiefgarage mit ihren 120 Stellplätzen, die den Markt auch über einen Lift erschließt.

Einer gewerbliche Mieterin, die seit mittlerweile 18 Jahren in dem markanten Gebäude mit seinen grünen Aluminium-Fensterfassaden, dem gläsernen Treppenhaus und begrünten Flachdächern einquartiert ist, stößt vor allem die aus ihrer Sicht fehlende Informationspolitik der Hausverwaltung bitter auf: "Als langjährige Mieterin hätte ich das erwartet!" Auch sie hatte vom Auszug von Scheck durch die Kundschaft erfahren und findet dies höchst ärgerlich; dies vor allem, weil sie nun Renovierungsabsichten und eine damit verbundene Personalaufstockung erst einmal zurückstellen müsse. Sie befürchtet - im schlimmsten Fall - einen längeren Leerstand und damit einen Rückgang der Laufkundschaft, der nicht zu unterschätzen sei.

Unklar wie der genaue Zeitpunkt der Marktschießung sind auch die konkreten Hintergründe für die Nichtverlängerung des Mietvertrags. Tatsache jedenfalls ist, dass es in dem Gebäude einen Renovierungsstau gibt. Die Fenster im Treppenhaus sind teilweise "blind", Rahmen von Holzfenstern durch Witterungseinflüsse angefault. Auch mit der Haustechnik ist es nicht zum Besten bestellt: Regelmäßig fallen in der kalten Jahreszeit Heizkörper aus.

Der zuständige Hausverwalter meldete sich gestern aus dem Urlaub in der BT-Redaktion. Er bestätigte Bestrebungen, zeitnah einen Nachmieter zu finden. Er bestritt zwar einen Sanierungsstau, kündigte aber im gleichen Atemzug Renovierungsmaßnahmen an. So sollen "blinde" Fenster im Treppenhaus ersetzt und der Eintritt von Kondenswasser über die Wintergärten unterbunden werden. Auch der Zufluss von Regenwasser in die Tiefgarage soll fachmännisch abgestellt und der Eingangsbereich "ansehnlicher" gestaltet werden. Derzeit wird die Außenfassade saniert und neu gestrichen. Der Hausverwalter sichert in diesem Zusammenhang zu: "Wir werden das Haus auf Vordermann bringen. Alles ist auf einem guten Weg."

Fakt ist: Spätestens Ende August, möglicherweise aber schon erheblich früher, wird die Ära Scheck in Bühl zu Ende sein. Die Lebensmittelversorgung teilen sich dann die Lidl&Schwarz-Gruppe, die mit Kaufland, Handelshof und Lidl gleich drei Filialen in Bühl unterhält, sowie Aldi, der CAP-Markt und Real untereinander auf.

Die Hausverwaltung will nach eigenem Bekunden die kommenden Wochen nutzen, zeitnah eine Folgenutzung für das Ladengeschäft mit rund 1 200 Quadratmetern Grundfläche zu finden. Ein Mieter aus der Lebensmittelbranche wäre so ganz nach dem Geschmack vieler Bewohner des Hauses beziehungsweise der Bürger aus dem direkten Umfeld.

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