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Bei Künstlern und Agenturen "Kult"
Impresario und Programmchef Rüdiger Schmitt: Mit seinen Mitstreitern prägt er seit vielen Jahren den 'Keller der guten Töne' im Hänferdorf.  Foto: Barth
04.05.2018 - 00:00 Uhr
Von Udo Barth

Bühl - Die besten Ideen entstehen oft bei einer geselligen Feierlaune - beim Schütte-Keller war dies so. Rüdiger Schmitt erinnert sich genau, dass die zündende Idee, einen Ort für Kleinkunst-Veranstaltungen zu schaffen, am 25. August 1999 bei einer Geburtstagsfeier eines Freundes aufkam. Sepp Meister, der damalige Mieter des frisch renovierten Gebäudes im ältesten Stadtteil von Bühl, saß mit am Tisch, und der mitfeiernde Alexander Opitz warf nur mal so spontan in den Raum, dass der ehemalige Weinkeller mit seinem heimeligen Ambiente eigentlich geradezu dafür prädestiniert wäre, hier Kleinkunst zu präsentieren.

Der Gedanke war geboren. Schmitt meinte darauf: "Da könnte ich mir vorstellen, mich mit einzubringen". Er dachte dabei an Eintritt kassieren, Getränke verkaufen, aufräumen und saubermachen. Das mit dem Eintritt kassieren und Aufräumen ist ihm bis heute erhalten geblieben. Allerdings hat sich sein Aufgabenfeld im Laufe der Zeit erheblich erweitert: Als Programmchef des Schütte-Kellers organisierte er die ersten zwölf Auftritte mehr oder weniger bekannter Künstler. Schon damals mit im Programm war der Mundartdichter Harald Hurst, der vor wenigen Tagen erst mit der Ehrenwürde des Kleinkunstpreises Baden-Württemberg ausgezeichnet wurde.

Nach diesen Veranstaltungen auf eigenes Risiko wurde am 5. März 2001 ein gemeinnütziger Verein mit 18 Gründungsmitgliedern gegründet. Schon ein Jahr zuvor wurde im "Keller der guten Töne" fleißig geschnippelt und gekocht: Der Jazzbrunch hat sich bis heute als Oberknaller erhalten, Karten dafür zu erhalten gleicht einem Lotteriespiel. Da wird auch gleich klar: Es ist ein Markenzeichen der weit über Bühl hinaus ausstrahlenden Location: Ohne die engagierte Mitarbeit der vielen ehrenamtlich Tätigen geht gar nichts. Der Impresario und "Oberhäuptling" Rüdiger Schmitt kann voll auf seinen Stamm vertrauen, der ihm bei der Arbeit an Ausschank und Bestuhlung den Rücken frei hält.

Bei der Programmgestaltung hat er genug zu tun. Die Auswahl der Künstler, ob es nun Musiker keltischer Provenienz sind oder schlagfertige Wortakrobaten aus der Kabarett-Szene, ist eine Herkulesaufgabe, die ihn fast rund um die Uhr beschäftigt. Mittlerweile hat sich der Schütte-Keller als Auftrittsort bei Agenturen und Künstlern als Kult herumgesprochen, da gilt es manche Künstler auf später zu vertrösten - was durchaus drei Jahre sein können, denn der Kalender ist schon über Jahre hinaus gefüllt.

Schon lange ist Schmitt auch Stammgast der Freiburger Kulturbörse und entdeckt dort immer wieder Kleinkunst-Nachwuchs, den er gleich mal nach Bühl engagiert. So vielfältig das Tableau auch ist - so hat sich der "Keller der guten Töne" geradezu als Mekka der akustischen Gitarrenlandschaft etabliert -, achtet Rüdiger Schmitt doch auf super Qualität und Bühnentauglichkeit. Schenkelklopfende Comedy kommt ihm nicht in den Keller, dafür gibt er sich nicht her, und das ist gut so. Dass es einige wenige Ausrutscher nach unten gibt, verleugnet er nicht. Da war vor Jahren mal ein schwäbischer Kabarettist zu Gast, dessen "Hirnkäschtle" gar nicht gut ankam.

Nach den Highlights gefragt, wird der sonst nicht gerade mundfaule Schmitt nachdenklich. Mit Sicherheit gehören die bayrischen Parade-Kabarettistinnen Martina Schwarzmann und Luise Kinseher dazu, aber auch der Kult-Gitarrist Werner Lämmerhirt, der kurz vor seinem Tod noch ein Gastspiel im Hänferdorf gab. Oder etwa die Akustikversion der Blues Company, die dienstälteste Bluesband der Republik, die sich beim Open-Air-Bluesfestival im Juli auf dem Gelände der Affentaler Winzer darauf freut, endlich mal so richtig Dampf abzulassen.

Überhaupt geht das Team des Schütte-Kellers auch gerne mal fremd, bespielt mit der Zaubergala das Bürgerhaus Neuer Markt, oder eben das zweitägige "Blues bei die Affen", zu dem neben sechs Bands zahlreiche Fans des Zwölf-Takters den Weg nach Eisental einschlagen werden.

Ganz klar, wer als Künstler im Schütte-Keller einmal aufgetreten ist, will ob der Herzlichkeit und Rundumversorgung durch das Team und nicht zuletzt des immer begeisterten Publikums gerne wiederkommen. Das Herzblut, welches Rüdiger Schmitt und seine Mitstreiter den Menschen auf Bühne und Publikumsrängen spenden, ist direkt zu verspüren. Zum Gratulieren zur 500. Veranstaltung im Keller gibt es morgen Gelegenheit. Da lädt "Hootin' the Blues" zur Jubiläumsfeier ein.

Kulturnotizen

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