Lärmschutzwall als PFC-Endlager?
Die Lärmschutzwand an der A 5 endet unmittelbar hinter Balzhofen. Anwohner kritisieren, dass sie nicht bis zu nächsten Brücke (im Hintergrund) weitergeführt wurde. Foto: Siebnich
09.05.2018 - 00:00 Uhr
Von Holger Siebnich

Bühl - Die Themen Verkehrslärm und PFC beschäftigen die Einwohner von Balzhofen. Das wurde bei einer Bürgerversammlung am Montagabend deutlich. Auf den ersten Blick haben die beiden Probleme nichts miteinander zu tun. Doch Oberbürgermeister Hubert Schnurr präsentierte einen Vorschlag, der beide Fliegen mit einer Klappe schlagen könnte.

Zwar existiert seit dem Ausbau der A5 in Höhe Balzhofen eine Lärmschutzwand, diese ist nach Meinung vieler Anwohner aber zu kurz. Sie endet Richtung Süden wenige Meter hinter der Höhe des Ortsausgangs. Die Folge: Vor allem bei Südwestwind ist der Autobahnverkehr deutlich in dem Stadtteil zu hören.

Bereits bei der vergangenen Bürgerversammlung vor zwei Jahren war dieses Problem ein Hauptthema, jetzt kochte es erneut hoch. Wie OB Schnurr den rund 30 Besuchern im Haus Harmonie erklärte, gebe es keine Möglichkeit, auf Nachbesserungen beim Bund beziehungsweise dem Autobahnkonzessionär Via Solutions zu drängen. Höhe und Länge der Lärmschutzwand seien im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens festgezurrt und genehmigt worden. "Wir können im Nachhinein zwar fordern, aber da wird nichts mehr passieren", reagierte er auf das Unverständnis mehrerer Bürger darüber, dass die Lärmschutzwand nicht bis zur benachbarten Brücke in Richtung Unzhurst reicht.

Allerdings zeigte der OB eine Alternative auf. So sei es denkbar, dass die Stadt selbst aktiv werde und "im Lauf der Jahre" Grundstücke entlang der A5 erwerbe, um dort Dämme aus Erdaushub aufzuschütten.

Zwar ging der OB in der Versammlung nicht explizit darauf ein, aber rein rechtlich könnte dabei auch Material zum Einsatz kommen, das mit PFC belastet ist. Diese Option hatte das Landratsamt Rastatt bereits vor mehreren Monaten im Rahmen eines anderen Projekts zur Sprache gebracht: dem Radwegbau zwischen Hildmannsfeld und Schwarzach. Dort waren entlang der geplanten Trasse PFC-Funde aufgetaucht. Die Kreisverwaltung informierte die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt, Bau und Planung darüber, dass es zulässig sei, das belastete Material für Verfüllungen bei technischen Bauwerken wie einen Lärmschutzwall zu verwenden - als Alternative zu einer teuren Entsorgung.

Im Fall des Radwegs fand sich zwar eine andere Lösung, aber die Stadt Bühl könnte diese Idee aufgreifen. "Das wäre auf alle Fälle eine Option", meinte der OB gestern auf BT-Nachfrage. Durch bauliche Maßnahmen könne ausgeschlossen werden, dass die problematischen Stoffe entlang der Autobahn erneut für Boden- oder Gewässerverunreinigungen sorgen. Zunächst gelte es aber erst einmal, die planungsrechtlichen Voraussetzungen für ein solches Vorhaben zu schaffen.

Dass das Thema PFC Verwaltung und Bürger stark beschäftigt, wurde bei der Bürgerversammlung ebenfalls deutlich. Auf Nachfrage rief der OB noch einmal in Erinnerung, dass es PFC-Funde auf Flächen östlich und südöstlich von Balzhofen gegeben habe. Darüber hinaus seien mehrere Brunnen untersucht worden, von denen aber nur einer in der Balzhofener Straße belastet gewesen sei. Das kam SPD-Stadträtin Barbara Becker allerdings "schräg vor". Sie bezweifelte, dass das Grundwasser nur so punktuell Verunreinigungen aufweise. Der Ortsbeauftragte Thomas Haunß konnte diese Zweifel nachvollziehen, erklärte allerdings: "Wir konnten das auch nicht glauben und haben das deshalb nachuntersuchen lassen." Die Ergebnisse seien die gleichen gewesen.

Schnurr sagte zu, dass die Stadt auf Wunsch auch private Brunnen untersuchen lasse. Die Frage, wer die Kosten dafür übernehme, müsse allerdings noch geklärt werden.

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