"Schüler finden das richtig cool"
18.05.2018 - 00:00 Uhr
Von Joachim Eiermann

Bühl - Was im städtebaulichen Wettbewerb "Campus" noch als einstöckiges Gebäude mit Mensa und Jugendcafé konzipiert war, soll nun in die Höhe wachsen. Der Bühler Gemeinderat beschloss am Mittwochabend, einen Vorentwurf des Stuttgarter Architekturbüros Plan7 umzusetzen, der einen dreistöckigen Neubau mit zwei Obergeschossen für Klassenräume und Lernateliers vorsieht.

Ulrike Beckmann-Morgenstern, die mit Plan 7 im vergangenen Sommer den Wettbewerb gewonnen hatte, präsentierte in öffentlicher Sitzung einen Entwurf, der im Gremium nicht uneingeschränkt auf Zustimmung stieß. Teilen der CDU und der Freien Wähler missfiel, dass in Mensa und Jugendcafé mehrere Wände nicht rechtwinklig, sondern in schrägem Winkel errichtet werden sollen. Ein von der CDU gestellter Geschäftsordnungsantrag auf eine rechtwinklige Alternativplanung fiel durch. Daraufhin stimmten vier Christdemokraten gegen den Verwaltungsvorschlag, der jedoch mit großer Mehrheit bei einer Enthaltung angenommen wurde. Das Projekt kann nun im Rahmen eines Architektenvertrags ausgearbeitet werden.

Eingangs hatte die Architektin den Entwurf ihres Gebäudes erläutert, das im derzeitigen Garten des Kinder- und Familienzentrums (Kifaz) entstehen soll. Es ragt zudem in die Luisenstraße hinein, welche die Stadt für den Autoverkehr kappen möchte. Der Saal der Mensa und das Jugendcafé lassen sich bei Bedarf zu einem 275 Quadratmeter großen Raum koppeln, führte Beckmann-Morgenstern aus. Neben Küche, Spüle und Lager ist auch ein Büro für einen Sozialarbeiter vorgesehen. Das Gebäude werde unterkellert.

Der Überbau sieht vier Klassenzimmer und zwei Lernateliers vor. Hinzu kommen eine ausladende Dachterrasse und breite Flure. Um den Bau eines zweiten (Flucht-)Treppenhauses zu vermeiden, schlug die Architektin vor, einen Steg zum ersten Obergeschoss des Kifaz zu bauen. Diese Überlegung gelte es allerdings noch mit dem Denkmalschutz abzuklären. Die Schrägwinkligkeit der Wände begründete die Planerin damit, Bezug auf die Ausrichtung der Mediathek zu nehmen. Beckmann-Morgenstern gab eine "ganz grobe" Kostenschätzung für den Neubau ab: vier Millionen Euro "bei jetzigem Planungsstand".

Peter Hirn (SPD) bescheinigte dem Entwurf, insbesondere der Dachterrasse, "einen gewissen Charme". Die Auslagerung der Klassenzimmer im Schulbetrieb sei problemlos. Auch die Realisierung von Mensa und Jugendcafé sei sehr zu begrüßen. Karl Ehinger (FW) hielt das Konzept für überzeugend: "Das wird ein Gebäude von hoher Aufenthaltsqualität." Den Steg zur denkmalgeschützten Fassade des Kifaz erachtete er jedoch für "merkwürdig". Die "grundrissliche Schräge" gefiel ihm ebenfalls nicht - auch nicht Margret Burget-Behm (CDU), die von "schrägen Wänden" sprach. Sie befürchtete Mehrkosten, wenn bei der Einrichtung nicht zu standardisierten Möbeln gegriffen werden könne.

Was die Aufstockung mit Klassenzimmern betrifft, die ursprünglich im Zusammenhang mit dem Bau einer neuen Schulturnhalle vorgesehen war, fragte Burget-Behm: "Warum kann die Aloys-Schreiber-Schule nicht warten?" Fachbereichsleiter Klaus Dürk gab die Antwort: "Wir brauchen die Schulräume jetzt." Bis der Neubau in einem Jahr fertig sei, müsse man bereits Kompromisse eingehen. Im Übrigen könnten die Räume später auch der Carl-Netter-Realschule dienen.

Es mache Sinn, die Klassenzimmer mit Lernateliers bereits jetzt zu realisieren, befürwortete auch Lutz Jäckel (FDP) die Vorplanung. Ebenso Walter Seifermann (GAL), der mahnte: "Das Gymnasium hat absolute Priorität. Die Schulsporthalle muss auf die Zeitschiene geschoben werden."

Hubert Oberle (CDU) behauptete, dass eine schrägwinkelige Anordnung von Wänden mit zehn Prozent Mehrkosten einhergehe. Finanziell sei dies "in keinster Weise relevant", entgegnete OB Hubert Schnurr. Auch die Architektin und Lutz Jäckel ("Ich bin Fachmann") widersprachen Oberle. Bernd Bross (CDU) bezweifelte, dass der architektonische Kniff einen großen Effekt erzielen werde. Heidrun Zeus (SPD) hingegen glaubte: "Die Schüler finden das sicherlich richtig cool." Der Bühler Jugendrat, hieß es, sei in die Planung einbezogen.

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