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Nach Messerattacke mit 19 Stichen genäht
Nach Messerattacke mit 19 Stichen genäht
01.06.2018 - 00:00 Uhr
Bühl (bgt) - Die Messerattacke mit der Folge einer blutenden Wunde am Hals des Kontrahenten erwies sich als eine urplötzlich auftretende Aggression des Angeklagten, der seit seiner frühesten Kindheit an einer Persönlichkeitsstörung leidet. Ganz im Gegensatz dazu machte der intelligent wirkende 23-jährige Auszubildende im Amtsgericht Bühl einen äußerst ruhigen und gefassten Eindruck.

Eloquent und detailliert schilderte er dem Richter den Ablauf des Tathergangs, der ihm eine Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung eingebracht hatte.

Er war mit einem seinerzeit noch befreundeten Kollegen unterwegs, dem es plötzlich eingefallen war, noch einen Bekannten mitzunehmen, mit dem der Angeklagte nach eigenen Worten "noch nie guten Kontakt hatte" und er sich deshalb auch anfangs nicht damit einverstanden zeigte.

Die Aversion beruhte freilich auf Gegenseitigkeit. Es kam dennoch zu dem gemeinsamen Kneipenbummel, in dessen Verlauf dann ein Streit mit dem ungeliebten Bekannten eskalierte. Der hatte trotz mangelnder Sympathie eine Wasserflasche des Angeklagten in seinem Rucksack deponiert, die dieser nun wiederhaben wollte. Das wurde ihm jedoch aus unerfindlichen Gründen von ihm verweigert, woraufhin der Angeklagte am Rucksack zerrte. Als der dabei zerriss, soll der Geschädigte, so die Schilderungen des Angeklagten, ihn mehrmals mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Urplötzlich hätte er sich daraufhin wieder nicht mehr unter Kontrolle gehabt und sei aggressiv geworden - was stets dann geschehe, wenn er ange-griffen werde. Auch die einzelnen Abläufe einer solchen Attacke seien dann regelmäßig aus seiner Erinnerung getilgt. Jedenfalls hatte er ein Messer gezogen und den Geschädigten damit am Hals dermaßen verletzt, dass die Wunde mit 19 Stichen im Krankenhaus genäht werden musste.

Der Geschädigte, der von seiner Mutter begleitet wurde, bestritt im Zeugenstand, den Angeklagten zuerst angegriffen zu haben, wirkte dabei allerdings weder präzise noch allzu willig, den Tathergang genau zu beschreiben.

Auf Nachfrage des Richters, ob denn das so stimme, wie es der Zeuge geschildert habe, kommentierte der Angeklagte die Aussage mit "nicht so ganz" und erklärte, dass er im ständigen Kontakt mit einer Psychotherapeutin stehe, die bestätigen könne, dass seine Aggressionsanfälle immer nur dann stattfänden, wenn er persönlich körperlich angegriffen werde. Was so viel heißen sollte, dass der Geschädigte ihn auf jeden Fall mit seinen Faustschlägen provoziert habe.

Richter Hannes Schrägle machte es sich nicht leicht, in diesem Fall zu einem Urteil zu gelangen und nahm seine richterliche Fürsorgepflicht ernst. Er fragte den Angeklagten, ob er bereit sei, sich einem psychiatrischen Gutachten zu unterziehen, das ihm dann zu einer genaueren Beurteilung dienen könne. Dazu war der junge Mann nur zu gern bereit. Das Verfahren wurde somit bis zur Vorlage eines psychiatrischen Gutachtens ausgesetzt.

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