http://www.initiative-wertvolle-zukunft.org/wvz2016/erbschaft/
Bunte Wildnis fördert Biodiversität
Der Randstreifen in der Eisenbahnstraße ist eine der naturnah gestalteten Grünflächen in Bühl.  Foto: Klatt
07.06.2018 - 00:00 Uhr
Bühl (red) - Bühl war 2016 eine der ersten Kommunen, die in dem Projekt "Natur nah dran" gefördert wurden, um einige ihrer kommunalen Flächen naturnah zu gestalten. Dabei werden sie durch den NABU und das Umweltministerium Baden-Württemberg unterstützt. Drei Flächen hat die Stadtverwaltung ausgewählt, die von der Biologin Patricia Klatt beleuchtet werden.

Mehrjährige Blumenwiesen sind zunehmend an ganz verschiedenen Plätzen der Stadt zu sehen. Am Randstreifen der Eisenbahnstraße zwischen Bahnhof und Stadtgarten steht ein weißes Blütenmeer aus Margeriten und Schafgarbe, durchmischt mit blauer Wegwarte und gelbem Hornklee. Das werde möglicherweise bereits im nächsten Jahr einen reizvollen Gegensatz zu der geplanten grauen Fassade der dort entstehenden Neubauten bilden, stellt die städtische Mitteilung fest.

Dieser blühende Streifen ist eine der drei Flächen, die im Rahmen des Projekts "Natur nah dran" umgestaltet worden sind, "was ja auch zu dem Leitbild ,Biologische Vielfalt in Bühl' passt, das sich die Stadt bereits 2014 durch einen einstimmigen Gemeinderatsbeschluss gegeben hat", bekräftigt Oberbürgermeister Hubert Schnurr.

Bühl gehörte 2016 zu den ersten zehn Kommunen in Baden-Württemberg, die bei dieser Umgestaltung von Grünflächen unterstützt wurden. Die Umwandlung des Randstreifens an der Eisenbahnstraße war nicht nur wegen der dortigen Bäume eine kleine Herausforderung. "Wir haben nach eingehender Beratung die vorherige Vegetation entfernt, den Boden aufgelockert und dann neu eingesät", erklärt Barbara Thévenot, Abteilungsleiterin Stadtplanung, Hochbau und Klimaschutz. Das Ergebnis sei das jetzige weiße Blütenmeer, das nicht nur schön anzusehen sei, sondern eben auch die Biodiversität fördere. Eine Stadt gewinne durch solche Maßnahmen als Lebensraum für viele Arten an Bedeutung, die in der "Agrarsteppe und in Ziergartenwüsten mit exotischen Pflanzen" keine Existenzgrundlagen mehr fänden, wie es weiter heißt.

Die Margeriten auf dem Randstreifen sind typische Wiesenpflanzen, dort fliegen zum Beispiel Furchen-, Schmal- und Sandbienen, gerne auch Tagfalter wie zum Beispiel das Kleine Wiesenvögelchen. Besonders beliebt ist die Margerite bei der weißen Krabbenspinne, die dort - selber optimal getarnt - auf Beute wartet. Wildblumenflächen sind in der Regel pflegeleichter, da sie aussamen und dann neu auskeimen und auch mit Trockenheit besser umgehen können. Der Randstreifen in der Eisenbahnstraße werde in der nächsten Zeit nach der Blüte noch eine Zeit lang vertrocknet und scheinbar unansehnlich stehen bleiben, was bereits im vergangenen Jahr für einigen Spott in den sozialen Netzwerken gesorgt habe, heißt es weiter. Aber dieses "trockene Gestrüpp" sei notwendig, damit die Pflanzen aussamen können. Anschließend werde die Fläche abgemäht, um dann im Herbst ein zweites Mal zu blühen.

Dass die Öffentlichkeit etwas Zeit gebraucht habe, um sich an diese Art der Flächengestaltung zu gewöhnen, hätten die Verantwortlichen registriert. Thévenot habe aber den Eindruck gewonnen, dass mittlerweile das Verständnis der Leute zugenommen habe. "Durch den Rückgang der Insekten ist die Notwendigkeit solcher Blühflächen mit Wildpflanzen klar geworden", so Thévenot.

Auch der OB würde sich der Mitteilung zufolge jederzeit wieder für die bunte "Wildnis" entscheiden. Neben den "Natur-nah-dran-Flächen sollen auch weitere Flächen entsprechend umgestaltet werden, wie zum Beispiel bereits an der Bühlertalstraße geschehen", so Schnurr. Schließlich würden Städte und Gemeinden mit ihren innerörtlichen naturnah umgestalteten Grünanlagen wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen schaffen, die auch die Bürger zum Verweilen, Staunen und Erleben einladen.

Zum Thema

BeiträgeBeitrag schreiben 



Das könnte Sie auch interessieren

Gaggenau
--mediatextglobal-- Eine auf den ersten Blick ungepflegt wirkende Grünfläche kann wertvoller sein als gemähter Kurzrasen.  Foto: Jahn

11.05.2018
Naturnah ist nicht ungepflegt
Gaggenau (tom) -  Mehr Naturnähe und ein gefälliges Erscheinungsbild: Das will die Stadtverwaltung mit ihrem neuen Grünflächenmanagement erreichen. Die Leiterin der Abteilung Umwelt im Rathaus, Elke Henschel, stellte die zwei Bausteine im Gemeinderat vor (Foto: Jahn). »-Mehr
Baden-Baden
Erdbeeren, Salat und Kräuter aus eigenem Anbau

26.11.2012
Gemüse aus eigenem Anbau
Baden-Baden (pr) - Was für die Generation der Eltern und Großeltern noch selbstverständlich war - im Garten neben Blumenrabatten (Foto: pr) auch Obst und Gemüse anzupflanzen - schien lang in Vergessenheit geraten zu sein. Aktuell erfährt der Gemüsegarten allerdings eine Renaissance. »-Mehr
Ort des Geschehens
Größere Google Karte
www.volksbank-baden-baden-rastatt.de/bt
Umfrage

Auf dem Feldberg hat die Skisaison begonnen. Zieht es Sie schon auf die Piste?

Ja.
Ich warte bis die Lifte hier öffnen.
Ich bin kein Wintersportler.


Wetter in Mittelbaden


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen | Datenschutz   
1