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Eine Institution im Wandel, auch dank Bühler Hilfe
Auch dank des Bühler Vereins ist inzwischen mehr Personal für die Betreuung der Kinder angestellt.  Foto: Kimbondo
12.06.2018 - 00:00 Uhr
Bühl (red) - In einer Serie werden die fünf Bühler Eine-Welt-Initiativen, die in diesem Jahr Jubiläum feiern, vorgestellt. Im Folgenden geht es um Kimbondo. Als Wolfgang und Michaela Sauerbeck vor einem Jahrzehnt den Verein gründeten, um das gleichnamige Zentrum für Straßen- und Waisenkinder bei Kinshasa von Bühl aus und über Hilfseinsätze vor Ort zu unterstützen, war beiden wohl nicht klar, welche Eigendynamik ihr Projekt entwickeln sollte.

Heute ist der Verein, der inzwischen mehr als 180 Mitglieder zählt, eine Säule der Arbeit des kongolesischen Heims. Der finanzielle wie persönliche Einsatz von Sauerbecks und Gleichgesinnten ist für den Träger - eine italienische Stiftung - unentbehrlich geworden. Nicht zuletzt dank ihres Engagements hat sich die Infrastruktur in der einst personell völlig unterversorgten Institution, der ein Kinderkrankenhaus angeschlossen ist, spürbar zum Besseren gewandelt. In der Region und weit darüber hinaus hat Kimbondo Unterstützer gewonnen. Dies spiegelt sich auch in diversen Benefizveranstaltungen. Die Gewissheit, dass Spenden direkt an Vertrauenspersonen im Heim überwiesen werden, dürfte zur Glaubwürdigkeit beigetragen haben. Bis April dieses Jahres war zudem Jost Pieper als Entwicklungshelfer vor Ort: Sauerbecks hatten ihn 2012 nach Kimbondo vermittelt. Eine Italienerin konnte als Nachfolgerin gewonnen werden.

Der Gedanke, in der zentralafrikanischen Republik aktiv zu werden, wurzelt in der Vergangenheit des Ehepaars: Die Krankenschwester und der Facharzt für Neurologie und Psychiatrie verbrachten unabhängig voneinander in jungen Jahren eine Zeit im Kongo. Das vom Bürgerkrieg heimgesuchte Land, eines der ärmsten dieser Welt, blieb auch lange nach ihrer Rückkehr stets in ihrem Bewusstsein. Den Moment, sich erneut intensiv zu engagieren, sahen die beiden gekommen, als ihre drei Kinder eigene Wege gingen. Die Zustände in Kimbondo, wo schon damals Hunderte von Kindern, teils mit Behinderungen, betreut wurden (ihre Zahl stieg auf derzeit rund 500), veranlassten sie, sich der katholischen Initiative anzuschließen.

Es mangelte an ausreichender medizinischer Versorgung und an Personal, an sauberem Wasser und Kleidung. Krankheiten wie Tuberkulose und Malaria (und auch der frühe Tod) zählen bis heute zum Alltag, doch konnte vorrangig dank des laufenden Budgets aus Bühl der Personalschlüssel erhöht und Fachpersonal gewonnen werden. Sanitäre Anlagen wurden erneuert, Büro- und Schlafräume neu möbliert und die Organisation optimiert. Inzwischen besteht für die heranwachsenden Heimkinder zudem die Möglichkeit, Ausbildungen zu absolvieren.

Bei ihren regelmäßigen Reisen nach Kimbondo verfolgen Wolfgang und Michaela Sauerbeck diese Maßnahmen auch vor Ort. 2017 organisierten sie eine Wasseraufbereitungsanlage. Der Heimleiter Pater Hugo sowie Personal und Kinder feierten ihre Installation mit einem großen Fest. Ein weiterer Aspekt, der noch unter Pieper in den Fokus gerückt wurde, ist die teilweise Rückführung der Kinder in ihre Familien, um ihnen stabile emotionale Bindungen zu ermöglichen: Viele "Waisenkinder" wurden von ihren Eltern aus finanziellen Gründen anonym zum Heim gebracht. Können sie oder andere Verwandte ermittelt werden, fördert Kimbondo eine zumindest sporadische Wiederaufnahme der familiären Beziehungen. Bei Behinderten gestaltet sich dies indes wegen der mangelnden gesellschaftlichen Akzeptanz, die zum Teil auf Aberglauben fußt, als fast unmöglich.

Die Hilfe von Bühler Seite hat sich vervielfältigt, somit wuchs auch die Herausforderung für den Verein. Dieser kann zwar nach einem Jahrzehnt mit Stolz auf das Geleis-tete zurückblicken, richtet den besorgten Blick aber auch angesichts politischer Unruhen vorrangig in die Zukunft "seiner" Kinder.

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