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Unter schützender Hand flügge geworden
Auf rund 40 Brutpaare in Baden-Württemberg wird der Bestand des Großen Brachvogels in Baden-Württemberg geschätzt. Foto: pr
21.06.2018 - 00:00 Uhr
Bühl (red/sie) - Die Modellflugzeuge mussten am Boden bleiben, dafür erheben sich jetzt drei Jungvögel in die Lüfte: Wie das Regierungspräsidium (RP) Karlsruhe gestern mitteilte, hat ein Paar des Großen Brachvogels erfolgreich im Schutzgebiet "Acher Niederung" gebrütet. Drei Junge seien Mitte Juni flügge geworden und würden das Brutgebiet bald in Richtung ihrer Winterquartiere verlassen. Wie berichtet, liegt das Nest in der Nähe des Modellflugsportvereins Bühl-Moos, der deshalb am ersten Juni-Wochenende sein Flugfest absagen musste.

Das Regierungspräsidium hatte den Verein am 12. April darüber informiert, dass alle Bereiche östlich der Start- und Landebahn nicht mehr überflogen werden dürften. In dem dort angrenzenden Wiesengelände hatte sich das Brutpaar niedergelassen, nur rund 150 Meter entfernt vom Vereinsareal. Sebastian Olschewski vom Referat Naturschutz und Landschaftspflege begründete die drastische Maßnahme damit, dass die Vögel Modellflugzeuge als Feinde wahrnehmen würden und das Nest deshalb fluchtartig verlassen könnten. Die Schutzmaßnahme hat sich nach Darstellung des RP gelohnt. Olschewski wird in der Mitteilung mit den Worten zitiert: "Dies ist ein toller gemeinsamer Erfolg aller Beteiligten vor Ort." Der Schutz dieser vom Aussterben bedrohten Art sei nur durch die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde Sasbach, der Verwaltung des Ortsteils Obersasbach, den beteiligten Landwirten und Jägern sowie der Stadt Bühl möglich gewesen. "Unser Dank gilt allen beteiligten Akteuren vor Ort, vor allem aber auch dem Modellflugverein Bühl-Moos", so Olschewski weiter. Ob der Verein nun auch künftig mit starken Einschränkungen leben muss, bleibt in der Mitteilung offen. Das RP sei aktuell im Gespräch mit dem Modellflugverein und auch mit der Stadt Bühl, "um die Belange des Vogelschutzgebiets mit den Interessen des Vereins in Einklang zu bringen", heißt es dazu.

Im Vogelschutzgebiet "Acher-Niederung", das gemarkungstechnisch zu den Gemeinden Sasbach und Lauf zählt, seien in den vergangenen Jahren vier bis fünf Reviere des Großen Brachvogels besetzt gewesen, wovon in diesem Jahr lediglich zwei gebrütet hätten. Das Überleben der Art sei von intensiven Schutzmaßnahmen abhängig, die im Rahmen des Artenschutzprogramms vom Land Baden-Württemberg gemeinsam mit den lokalen Akteuren durchgeführt würden.

Der Große Brachvogel ist der größte einheimische Vertreter der Familie der Schnepfenverwandten. Der gut haushuhngroße, langbeinige aber unscheinbar gefärbte Vogel mit dem langen nach unten gekrümmten Schnabel bevorzugt als Bodenbrüter offene Wiesenlandschaften als Brutlebensraum. Aktuell umfasst der baden-württembergische Brutbestand rund 40 Paare, bundesweit wird der Bestand auf 3700 bis 5000 Paare geschätzt.

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