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Angler können ihre Ruten weiterhin auswerfen
Ein Idyll im Natur- und Landschaftsschutzgebiet: Der große Hägenichsee ist in den 60er Jahren durch den Abbau von Kies entstanden. Foto: Margull
22.06.2018 - 00:00 Uhr
Bühl (sie) - Der große Hägenichsee im Natur- und Landschaftsschutzgebiet ist ein Idyll. Entstanden in den 60er Jahren durch den Kiesabbau, hat er sich längst in ein ökologisches Kleinod verwandelt. Doch jetzt hat die PFC-Problematik das Gewässer erreicht. Das Landratsamt spricht von einer "auffälligen Belastung". Beim Angelsportverein Altschweier, der den See gepachtet hat, herrscht nichtsdestotrotz Gelassenheit.

Das Landratsamt hatte den See bereits im vergangenen Jahr untersuchen lassen. Die Gemeinde Ottersweier machte die Belastung am Mittwoch in einer Pressemitteilung öffentlich. Aufgrund der erhöhten Werte in dem Gewässer hatte die Behörde auch Proben von Ackerflächen im Grundwasserzustrom des Sees auf Gemarkung der Bühler Nachbarkommune untersuchen lassen. Auch dort wurden die polyfluorierten Chemikalien gefunden (wir berichteten).

Laut Reiner Söhlmann von der PFC-Geschäftsstelle im Landratsamt sind die Werte in dem See relativ hoch. Es handle sich um die viert- oder fünftstärkste PFC-Belastung eines Gewässers im Land- und Stadtkreis Rastatt/Baden-Baden. Auf die Fauna des Sees habe dies aber nicht zwangsläufig Auswirkungen. So sei das Ergebnis einer Fischprobe unauffällig gewesen. Eine mögliche Erklärung: In dem Wasser wurden vor allem kurzkettige PFC-Verbindungen gefunden, die nicht dafür prädestiniert seien, sich im Fleisch abzulagern. Söhlmann will das Ergebnis der Untersuchung aber nicht überbewerten. "Es war nur ein Fisch", betont er. Weitere Proben sollen folgen.

Die Lebensmittelüberwachung des Landratsamts habe Kontakt mit dem Angelsportverein Altschweier als Pächter aufgenommen. Wie dessen Vorsitzender Oliver Glutsch berichtet, sorge das Thema bei den Mitgliedern aber nicht für Verunsicherung. Rund 40 Angler würden an dem See regelmäßig ihre Ruten auswerfen - trotz PFC-Funden. "Bei uns herrscht keine Beunruhigung", sagt er.

Sollten die bedenklichen Chemikalien doch noch in Fischen gefunden werden, könnte laut Söhlmann eine Mengenempfehlung für den Verzehr ausgesprochen werden. In anderen Fällen in der Vergangenheit sei diese bei maximal 100 oder 200 Gramm Fischfilet täglich gelegen - je nach Intensität der Belastung.

Hoffnung, dass sich das Problem auf natürlichem Weg auf absehbare Zeit selbst erledigt, besteht nicht. Das PFC ist nach Einschätzung von Söhlmann über das Grundwasser in den 26 Meter tiefen See gelangt. Die belastete Grundwasserfahne sorgt also ständig für Chemikaliennachschub. Theoretisch wäre es zwar möglich, dass Wasser abzupumpen und mit Hilfe von Filtern zu reinigen, aufgrund der Mengen sei diese Option aber "nicht realistisch", meint der Experte.

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