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Fünf Jahre Zeit für Neuentwicklung am Achernsee
Den Campingplatz und das Seehotelareal (im Hintergrund die Ruine) will Jürgen Grossmann touristisch entwickeln.  Foto: Heidinger/av
28.06.2018 - 00:00 Uhr
Achern (hei) - Der Acherner Gemeinderat hat in jüngster Sitzung mit 17:7 Stimmen bei einer Enthaltung dem Verkauf des Campingplatzes an die Grossmann Group zugestimmt. Das war nach dem vorherigen Votum des Bauausschusses zwar keine Überraschung. Eine interessante Debatte lieferten sich die Räte trotzdem noch einmal.

Bis zuletzt wurde an redaktionellen Details im Kaufvertrag zwischen der Stadt Achern und der Grossmann Group gefeilt. So erreichte die Ratsfraktionen eine starke Stunde vor Sitzungsbeginn am Montag eine Mail mit nochmaligen kleinen Textveränderungen, was Gebhard Glaser (FW) und Manfred Nock (ABL) verwundert ansprachen. Oberbürgermeister Klaus Muttach erklärte, dass es dabei vor allem um das Rücktrittsrecht vom Verkauf gegangen sei. Es müsse beidseitig sein. Sowohl Stadt als auch Grossmann müssten vom Kauf zurücktreten dürfen, wenn man sich über die Gestaltung des Campingplatzes nicht einig werde. Dabei könne eine Seite nicht einfach den Kauf rückabwickeln, wie Justiziar Björn Eiselt auf Hinweis von Nock erklärte, wenn "sie die Lust an dem Projekt verliert". Vielmehr gehe das nur, wenn das geplante Vorhaben "in Gänze wirtschaftlich nicht umsetzbar" erscheine. Für die Formulierung "in Gänze" im Vertrag habe die Stadt hart gekämpft, sagte Muttach. Das bedeute, Grossmann könne die Brocken nicht einfach hinwerfen, nur weil ihn der Gemeinderat einen Teilbereich nicht so bauen lässt, wie er es gerne hätte. Es müsse schon ums große Ganze gehen. Fünf Jahre bis 2023 hätten beide Seiten Zeit, das Gebiet zu entwickeln.

Falls dies nicht gelinge, sei der Rückkauf das Trostpflaster für die Stadt, die dann wieder neue Partner zur Entwicklung des Areals suchen könnte, sagte Muttach. Dann würde die Stadt auch das Seehotelgrundstück zu jenem Preis erwerben, den Grossmann nun an die Besitzer entrichte.

Die CDU steht (ebenso wie fast die kompletten Freien Wähler) voll hinter dem Verkauf, auch weil die CDU es nicht für die Aufgabe einer Kommune erachtete, einen Campingplatz zu betreiben, wie Fraktionschef Karl Früh sagte. Vor allem aber sei die Beseitigung der Hotelruine wohltuend.

ABL und SPD waren auch in der finalen Abstimmung gegen den Verkauf. Patrik Schneider (SPD) beschrieb den Campingplatz etwas nostalgisch als Ort, an dem sich die Menschen getroffen hätten. Durch den Verkauf gehe der Stadt Identität verloren. Wie auch Jutta Römer (ABL) sagte Schneider, dass der Campingplatz von der Stadt wirtschaftlich zu betreiben gewesen wäre und immer auch Gewinne abgeworfen habe. Muttach und Früh entgegneten, dass der Platz langsam in die Verlustzone rutschen würde, da große Investitionen anstünden. Römer beschrieb den Acherner Campingplatz mit seinen kleinen Datschen ebenfalls als etwas Besonderes: "Das werden wir dann nicht mehr haben." Grossmann plant laut Römer unter anderem Tiny-Häuser zu bauen, der eigentliche Campingplatz werde "durchgestylt" und verkleinere sich von 4,8 auf 1,8 Hektar, sagte die ABL-Chefin. Auf dem Seehotelgrundstück sei ein Boardinghouse geplant. Römer wunderte sich, dass sich diese Nutzungsmöglichkeiten bereits im Vertrag wiederfänden.

Muttach und Bürgermeister Dietmar Stiefel erklärten, dass man sich keineswegs zu einer bestimmten Nutzung verpflichte, es werde nur skizziert, wohin die Reise gehen könnte. Jedes Tiny House bedürfe einer baurechtlichen Genehmigung.

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