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Mitten im Spiel ein frisch gezapftes Bier bestellt
Die Nähe zum Publikum ist eines der Erfolgsgeheimnisse von Joja Wendt. Hier bereichert der Pianist das Musikfestival Hochkultur auf der Bühlerhöhe. Foto: Fuß
03.07.2018 - 00:00 Uhr
Schwarzwaldhochstraße (mf) - Joja Wendt ist nicht nur ein virtuoser Pianist, sondern auch ein glänzender Entertainer. Durch seine witzig-schlagfertigen und selbst-ironischen Moderationen gelingen ihm äußerst unterhaltsame Konzert-Erlebnisse. Bei seinem Open-Air-Auftritt im Rahmen des Musikfestivals Hochkultur auf der Bühlerhöhe erschien die Kulisse im Park der Max-Grundig-Klinik schöner denn je.

Strahlender Sonnenschein belohnte die Mühen all jener, die an der Hochkultur mitarbeiten. Gedeckte Tische und hübsche Pavillons, alles in strahlendem Weiß, feine Getränke und leckeres Essen trugen zur zauberhaften Atmosphäre bei. Geschäftsführer Andreas Spaetgens dankte bei der sonntäglichen Matinee allen Kooperationspartnern, Förderern und Sponsoren. Ein besonderes Lob gab es für die Mitarbeiter: "Die Klinik und der Park sind eine wunderbare Immobilie, aber sie wäre nutzlos ohne die Mannschaft. Die Hochkultur-Tage könnten ohne Euch nicht stattfinden."

Zum ersten Mal gab es im Rahmen der Hochkultur-Tage die Sonntags-Matinee - wohl geschuldet dem Terminkalender des Stars des Konzerts. Joja Wendt war als "Steinway-Artist" auf Vermittlung des Offenburger Klavierhauses Labianca erstmals auf die Bühlerhöhe gekommen. Im Bühler Bürgerhaus Neuer Markt hatte er zuvor schon öfter Konzerte gegeben.

Wendt umgarnt sein "musikalisch gebildetes, intellektuelles und distinguiertes Publikum" von der ersten Minute an mit Schmeicheleien und greift diese Zuschreibung immer wieder amüsant auf. Als erstes Stück spielt er Rachmaninows Prélude in Cis-Moll, natürlich in einer von ihm speziell bearbeiteten Form: Klassik kombiniert er mit Rock- und Jazzelementen. Dieser Einstieg zeigt zum einen die enorme Fingerfertigkeit, die wie bei allen Joja- Wendt-Konzerten auf einem großen Bildschirm beobachtet werden kann. Zum anderen wird damit die stilistische Bandbreite des Konzertes präsentiert.

So spielt Wendt als zweites ein Stück von Art Tatum, dem Idol der frühen amerikanischen Jazz-Jahre, der angeblich kleine Zäsuren eingebaut hatte, um ein Getränk zu bestellen. Klar, Joja Wendt spielt das nach und es wird ihm ein frisch gezapftes Bier gereicht.

Eine in den Dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts nicht ganz salonfähige Musik war der Boogie-Woogie, eine dynamische Musik mit rollenden Bässen in der linken Hand. Joja Wendt spielt nicht nur irgendeinen Boogie, sondern jenen aus einem bahnbrechenden Konzert, in dem drei Pianisten an einem Klavier spielten. Er versuche jetzt alleine, die Energie von drei Pianisten auf die Bühne zu bringen, kündigt Wendt an und platziert einen weiteren Spaß, den er immer wieder ins Spiel brachte: "Das hat es noch nie gegeben - auf der Bühlerhöhe, Sonntagmorgens um 11 Uhr."

Beim Regenlied durfte das Publikum mitspielen, bei einem anderen Titel holte er eine Dame aus Baden-Baden auf die Bühne, um die Hotelglocke zu spielen. Diese Nähe zum Publikum ist eines der Erfolgsgeheimnisse von Wendts Konzerten.

Nicht schlecht staunten die Gäste über den Steinway-Flügel, laut Wendt, "die Krone der Schöpfung des Konzertflügelbaus." Claudio Labianca hatte für die Matinee einen "Spirio" bereitgestellt. Der digitalisierte B-Flügel wird über ein iPad bedient und kann selbst Titel aus einer eigens dafür erstellten Bibliothek spielen. Erstaunlich sind auch alte Aufnahmen von Künstlern, die im Original-Flügelklang nachgespielt werden, etwa George Gershwins "I got Rhythm". Auch diese Technik-Präsentation war ein unterhaltsamer Teil der Matinee.

Den "Pop Juniors", einer Nachwuchscombo der Musikschule Bühl, war es anschließend vorbehalten, die diesjährigen Hochkulturtage ausklingen zu lassen.

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