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"Blues bei die Affen" nur künstlerisch ein Erfolg
Seit 42 Jahren auf der Bühne: Die Blues Company mit Todor 'Toscho' Todorovic beim Ausklang des Festivals 'Blues bei die Affen' in Eisental. Foto: Eiermann
10.07.2018 - 06:55 Uhr
Bühl (jo) - Ein "kleines, feines Festival" sollte es werden. Das wurde "Blues bei die Affen" vom Schütte-Keller-Verein irgendwie auch: fein im künstlerischen Angebot, aber zu klein in der Resonanz. Der Zuspruch auf dem Gelände der Affentaler Winzer blieb mit jeweils rund 120 zahlenden Zuhörern am Samstag und Sonntag weit hinter den Erwartungen zurück.

Der Vereinsvorsitzende Rüdiger Schmitt hörte viel Lob über die Bands und die heimelige Biergarten-Atmosphäre vor der WG-Traubenannahme. Doch finanziell stand er am Ende mit leeren Hosen da. "Jetzt müssen wir erst einmal alle Rechnungen bezahlen. Und dann schauen wir, was übrigbleibt", sagte Schmitt bei der Abmoderation ernüchtert.

Woran lag es, dass der Zuspruch der ambitionierten Veranstaltung so verhalten blieb? Ein Besucher vermisste auffällige Bannerwerbung in der Innenstadt, ein andere reklamierte die unglückliche Terminkollision mit Fußball-WM und gleichzeitigem Open Air mit einer Rolling-Stones-Coverband im nahen Bühlertal. Rüdiger Schmitt schilderte im Gespräch, dass er viele Kommunikationswege genutzt habe, um für das Festival die Werbetrommel zu rühren, digitale Medien und Radio-Interviews inklusive. Er war nicht gerade glücklich über das zu sonnige Wetter, das nachmittags auf dem Gelände Musikern und Publikum einheizte.

Immerhin: Mit Applaus wird nicht gegeizt, als am Sonntagabend nach Ignaz Netzer und Klaus Mojo, gefolgt von Richard Bargels Band "Dead Slow Stampede", der Top-Act des zweiten Tags auftritt: die in 42 Jahren Bandbestehen gereifte Blues Company. Es weht bereits ein leicht kühlender Luftzug von den Weinbergen herab, so dass es sich gut aushalten lässt im Betriebshof der Affentaler Winzer. Chef der Truppe ist Todor "Toscho" Todorovic, Leadgitarrist, Sänger und ein immer freundlicher Blues-Gentleman der alten Schule. "Das Festival", erzählt er, "ist für uns Musiker wie ein Klassentreffen." Das habe richtig Spaß gemacht. "Sonst sieht man die Kollegen ja nur selten." Allein deshalb habe es sich für ihn gelohnt, 500 Kilometer nach Bühl zu fahren - zum dritten Mal bereits, war die Gruppe doch schon zweimal im Schütte-Keller zu hören. Dort unplugged, also verhalten in der Lautstärke, jetzt als "richtige" Rockcombo, ohne allerdings allzu lärmend in Erscheinung zu treten. Es beginnt fetzig mit "Rock this house" und "The Blues been good to me", wechselt dann zum verspielten Slow-Blues, wenn Bassist Arnold Ogrodnik ans Keyboard wechselt, Gitarrist Mike Titré den Basspart übernimmt und Todor "Toscho" Todorovic lautmalerische Gitarrensoli in den Abendhimmel schickt. Das Liebeslied "If I could" hat er "natürlich" für seine Frau geschrieben. Interessant: Er singt mit einer Stimme, die man eher im Soul verorten würde; es geht also auch ohne ausgemachte Bluesröhre. Schlagzeuger Florian Schaube weiß in jeder Hinsicht zu überzeugen, setzt mit seinem variantenreichen Spiel auch immer wieder eigene Akzente.

Neben Eigenkompositionen, die aufhorchen lassen wie "Red Blood" und "Silent Night" (Weihnachtslied!), hat die Company auch Coverstücke im Programm: den Canned-Heat-Klassiker "Let's work together" zum Beispiel, der stellvertretend für das weitgehend an den 60er Jahren orientierte Repertoire steht. Weitere 30 Jahre zurück reicht der energetische, weit ausgedehnte "Walkin' Blues" von Robert Johnson, einem der Gründerväter des Blues. Session-Charakter hat die Zugabe, in der alle Vier ein Freudenfeuer der Improvisation über Henry Mancinis "Peter Gunn" mit Cream-Zitaten ("Sunshine of your love") zünden und das Ganze mit Fleetwood Macs "Oh well" ausrollen lassen.

Inmitten der Besucherschar packt Stadtrat Karl Ehinger, bekanntermaßen ein großer Bluesfan, nach zwei Tagen vollem Programm-Genuss, seinen mitgebrachten Campingstuhl ein. "Tolle Bands, super Sound", so sein Fazit. Seinen Kollegen am Ratstisch wird er berichten können, dass das Festival eine kulturelle Bereicherung für Bühl darstelle. Ob es jedoch eine Fortsetzung finden wird, wie er hofft, erscheint mehr als fraglich.

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