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Radfahrer schauen sich schlau
Forstexperte Thomas Westermann bringt den Teilnehmern der Radtour das Thema Eschentriebsterben näher. Foto: Gabriel
23.07.2018 - 00:00 Uhr
Ottersweier (mig) - Ein leidenschaftlicher Müller, wühlende Wollschweine, eine Wildkatze und ein Vesper an einem romantischen See: Das waren die Höhepunkte der "Schau dich schlau"-Radtour durch Zell und Unzhurst, zu der die Gemeinde Ottersweier am Freitagnachmittag eingeladen hatte. Die Rekordzahl von 60 Bürgern nahm daran teil.

Bürgermeister Jürgen Pfetzer hatte nicht zuviel versprochen: Alle gingen am Ende schlauer heim. Sechs Referenten standen an fünf Haltepunkten bereit, um ihr Thema vorzustellen. Dazu sorgten Mitarbeiter der Gemeinde mit Getränken und Äpfeln dafür, dass an diesem heißen Tag alle durchhielten. Rund 22 Kilometer legte der Fahrradtross zurück.

Thomas Huber, Geschäftsführer der Zeller Mühle, lebt seinen Beruf mit Leidenschaft. Er erwies er sich als Experte für Urgetreide und erläuterte die Existenzberechtigung der einzigen kleinen Kornmühle weit und breit. Per Fotokontrolle wird bei ihm Dinkel geschält und zuverlässig von den Spelzen getrennt. Täglich verlassen Päckchen an Hobbybäcker in ganz Deutschland die Zeller Mühle. Die Tatsache, dass inzwischen zehn Prozent der Bevölkerung vom Gluten im Getreide Beschwerden bekommen, helfen alten Sorten und damit der Zeller Mühle, die sie verarbeitet.

Grunzend und mit ihren Schnauzen in der Erde wühlend, bevölkern seit vergangener Woche fünf Wollschweine die Laufer Mark. Schweinebauer Marcel Körner aus Rheinau-Linx lässt sie dort ihre Ferkel bekommen, natürlich aufwachsen und verkauft dann das Fleisch. Wiesen als Weidelandschaft, das sei die große Vision dahinter, erklärte Michael Hug vom Institut für Landschaftsökologie und Naturschutz in Bühl. Die Ottersweier waren sehr interessiert, das Gourmetfleisch zu versuchen. Sie mussten aber erfahren, dass Bestellungen erst im kommenden Jahr geliefert werden können - so groß sei die Nachfrage.

Dass nicht nur die Eschentriebe, sondern eine ganze Baumart stirbt, das erklärte den Bürgern Thomas Westermann von der Forstbezirksleitung Bühl. Bisher sei keine Rettung in Sicht, drei Viertel der Eschenbestände der Gemeinde seien von dem tödlichen Pilz geschädigt. Revierleiter Klaus Vollmer bedauerte, dass er die Esche viele Jahre gefördert hatte. Ihr beliebtes helles Holz bekomme durch den Pilzbefall dunkle Flecken, und der Preis sei von 120 auf 50 Euro pro Festmeter gefallen. Er erklärte, wie auf einer ehemaligen Eschenfläche des Auewalds nun Stileichen gefördert werden. Regelmäßiges Mähen bewahre sie davor, überwuchert zu werden.

Eine der beiden 2009 bei Bühl gefundenen Wildkatzen lebt immer noch in der Region und hat es schon mehrmals geschafft, die Autobahn unbeschadet zu überqueren. Das berichtete Dieter Borck im Gebiet Oberwasser Muhr. Der ehrenamtliche Naturschützer und Wildkatzenexperte erklärte an einem ausgestopften Exemplar Merkmale von Wildkatzen: eine rosa Nase, eine breite schwarze Schwanzspitze mit drei schwarzen Ringen und ein schwarzer Strich auf dem Rücken. Eine der gefundenen Wildkatzen, die vor neun Jahren ausgewildert wurden, habe ihren Sender bei der Zeller Mühle abgestreift, die Schwester trage ihn weiterhin und sei in der Region heimisch.

Einen gemütlichen Hock am Baggersee der Fischerzunft St. Peter bei Unzhurst beschloss die Radtour. Bürgermeister Pfetzer dankte Bubi Flaig, dass er den Platz zur Verfügung stellte und berichtete von der Geschichte des Sees. Er sei 1965/66 ausgekiest worden, um das Material im Wegebau einzusetzen. Bis 1967 habe man darin noch baden dürfen, dann nicht mehr. Bei Salaten und Bauernbrot tauschte man sich über die neuen Erkenntnisse aus. 2019 soll es wieder eine "Schau dich schlau"-Tour geben.

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