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Pflegeroboter keine Alternative
Marianne Fischer (Vorne, Zweite von rechts) und ihre Vorstandskolleginnen im Austausch mit Pflegeexperten. Foto: Horcher
25.07.2018 - 00:00 Uhr
Bühl (eh) - Der Kreisseniorenrat will beim Thema Pflege und Fachkräftemangel nicht locker lassen. Der Vorstand lud daher eine Arbeitsmarktexpertin sowie Vertreter regionaler Pflegeanbieter zu einem Gespräch ein, um auf strukturelle Defizite im Pflegebereich hinzuweisen und Verbesserungen einzufordern. Als Ort des Treffens wurde bewusst die Altenpflegefachschule Sancta Maria im südlichen Landkreis gewählt.

"Wir sind froh, dass die Kanzlerin das Thema Pflege nun auch als Chefsache sieht", formulierte die Vorsitzende des Kreisseniorenrats, Marianne Fischer. Man begrüße die jüngste politische Debatte, so Fischers Stellvertreterin Doris Schmith-Velten. Sie untermauerte die unaufhaltsame Verschiebung der Alterspyramide mit Zahlen und brach diese auf den Landkreis herunter. "Mich beeindruckt besonders, dass von 2020 bis 2025 bei der Tagespflege ein Plus von 99 Prozent erwartet wird, während es im stationären Bereich nur drei sind." Sie präsentierte Vorausberechnungen zum Fachkräftemangel bis 2030.

Vorstandskollegin Inge Bellan-Payrault meinte, die Digitalisierung könne eine gewisse Entlastung im organisatorischen Bereich bringen und die Arbeit für junge Menschen interessanter machen. Für die Zukunft werde ein starker Ausbau der ambulanten Dienste erwartet. Notwendig sei die Entwicklung neuer Wohnformen wie Senioren-Wohngemeinschaften sowie die stärkere Unterstützung der häuslichen Pflege. Alle waren sich einig, dass Pflegeroboter keine Alternative böten.

Patricia Montbrun-Löffler von der Agentur für Arbeit legte aufgeschlüsselte Zahlen vor zur Beschäftigungssituation im Pflegebereich, der über 400 verschiedene Berufe umfasse. Insbesondere bei den Helfern sehe das Gehaltsgefälle zur übrigen Wirtschaft übel aus. "So lange das so mies bezahlt ist, kann man niemanden locken", folgerte sie.

"Wir bezahlen nicht schlecht. Es gibt diverse Zulagen. Wir tun einiges, aber Geld ist nicht alles", erklärte Martin Mörmann von der Bühler Sozialstation St. Elisabeth. Man müsse als Arbeitgeber stark sein, verwies er auf den Zusammenschluss zur Sozialstation Mittelbaden. Die Pflegeangebote müssten finanzierbar sein, meinte er und forderte auch von den Kommunen mehr Verantwortung. Es könne auch nicht die Lösung sein, dass sich die hiesigen Pflegeanbieter nur gegenseitig die Fachkräfte wegnähmen.

Petra Forcher stellte vor, was der DRK-Kreisverband Bühl/Achern im Bereich des betreuten Wohnens anbietet und wie das DRK als Arbeitgeber die Beschäftigten unterstützt.

Dr. Margret Burget-Behm (Kreisseniorenrat) verlangte, dass der Beruf des Altenpflegers aufgewertet werden müsse. "Die Fachkraft kommuniziert auf Augenhöhe mit dem Arzt", meinte sie. Aus Sicht der Arbeitsmedizinerin schilderte sie die körperlichen und psychischen Belastungen der Pflegekräfte. Es müsse alles getan werden, um deren Gesundheit zu erhalten und verwies auf deutlich bessere Personalschlüssel in anderen Ländern.

Das Selbstbewusstsein der Pflegekräfte müsse gestärkt werden, so der Pflegedienstleiter der Sozialstation St. Elisabeth, Daniel König. Man wolle "normale Arbeitsbedingungen". Als Beispiel nannte er nur zwei Wochenenddienste im Monat anstatt am Stück. Er forderte, die Auszubildenden entsprechend ihrem Status als Lernende einzusetzen und nicht als günstige Arbeitskräfte, um die Dienstpläne zu füllen.

"Die jungen Leute so zu verheizen, ist kurzsichtig. Sie werden schon während der Ausbildung vergrault und werfen bald hin", mahnte Manuel Benz, Schulleiter der Altenpflegefachschule. Er legte dar, dass er sich von der ab 2020 geplanten generalistischen Pflegeausbildung eine Aufwertung des Berufsbildes verspricht. Man müsse nun verstärkt werben. Derzeit habe er wieder 74 Schüler in zwei Kursen. Peter Koch, Geschäftsführer der Gaggenauer Altenhilfe, forderte eine Reform der Pflegeversicherung. Fakt sei, dass die Pflege teurer werde. Die tatsächlichen Lohnkosten müssten sich in den Pflegeerlösen wiederfinden. Zur Sprache kam auch, dass Fachkräfte bei Zeitarbeitsfirmen oft bessere Konditionen bekämen.

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