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"Wir wollen Ihnen nichts wegnehmen"
Die letzte Grünzone innerhalb des Campus soll weichen: Neben dem Kifaz (rechts) wird ein Neubau errichtet. Foto: Eiermann
26.07.2018 - 00:00 Uhr
Bühl (jo) - Am Ende genügten 70 Minuten. Weit schneller als erwartet war die Infoveranstaltung zum "Campus Bühl" beendet. Tiefgreifende neue Erkenntnisse gab es keine. Die Stadtverwaltung machte klar, dass sie fest entschlossen ist, den gesamten Baumbestand am Kinder- und Familienzentrum zu opfern, um dort ein dreigeschossiges Gebäude mit Mensa, Jugendcafé, Klassenzimmer und Lernateliers zu errichten.

Etwa 60 Bürgerinnen und Bürger waren ins klimatisierte Bürgerhaus Neuer Markt gekommen, darunter die Sprecher der "Bürgerinitiative zum Schutz der Oase beim Kinder- und Familienzentrum" und eine Reihe von Bewohnern des benachbarten Seniorenwohnheims St. Elisabeth. Deren Kritik am geplanten "Betonklotz" versuchte die Verwaltung den Wind aus den Segeln zu nehmen. "Wir wollen Irritationen und Missverständnisse ausräumen", sagte Oberbürgermeister Hubert Schnurr bei der Begrüßung.

Er lud die Bürger für den 5. November ein, sich am Konzept für die Freiraumplanung im Campus zu beteiligen. Dabei solle der drohende Verlust an Grün mit neuen Baumreihen kompensiert werden. Denkbar sei unter anderem, die längsseitigen Parkplätze in der Heidlauffstraße aufzuheben und dort eine Reihe hochstämmiger Bäume zu pflanzen.

"Wir wollen Ihnen nichts wegnehmen", beteuerte Schnurr und appellierte an die Besucher: "Sie dürfen nicht nur Ihre Briefmarke sehen!", sprich den Kifaz-Garten. Neuer grüner Mittelpunkt des Campus', kündigte das Stadtoberhaupt an, solle der Platz Villefranche werden. Fachbereichsleiter Klaus Dürk ließ wissen, dass im hinteren Bereich der geplanten Mensa ein Grünstreifen des Kifaz-Garten übrigbleibe. Dürk: "Wir wollen versuchen, neuen Raum nach vorne zu erschließen." Also zur Mediathek hin. Auch solle der Pausenhof der Aloys-Schreiber-Schule "rückseitig" erweitert werden.

Einen Überblick über den gesamten Stand der Campus-Planung im Quartier zwischen Friedrichstraße, Rheinstraße, Bahntrasse und Eisenbahnstraße (acht Hektar groß) gab Barbara Thévenot, Abteilungsleiterin für Stadtentwicklung. Zum Streitobjekt führte sie aus, es seien verschiedene Optionen geprüft worden, die benötigte Mensa für Aloys-Schreiber-Schüler und Carl-Netter-Realschüler in vorhandenen Gebäuden zu realisieren. Das Ergebnis war: "Geht nicht!" Ergo: "Wir kommen um einen Neubau nicht herum."

Thévenot führte auch aus, dass der innere Bereich des Campus' um den Platz Ville-franche herum autofrei werden soll. Um die Aufenthaltszone gestalterisch abzuschirmen, werde der geplante Mensa-Schulneubau ein Stück weit in die heutige Luisenstraße hineinragen. Die Stadt orientierte sich bei diesem Bauvorhaben an der Umgebung mit ebenfalls dreigeschossiger Bebauung und bis zu 60-prozentiger Versiegelung. Sie erwähnte auch, dass im städteplanerischen Architektenwettbewerb "ein sensibler Umgang mit vorhandenen Grünstrukturen" die Vorgabe gewesen sei, jedoch nicht als "bindende Vorgabe".

Als zweiten Schritt stehe für die Carl-Netter-Realschule der Neubau eines Pavillons zur außerschulischen Betreuung von Kindern im Rahmen einer offenen Ganztagsschule an. Noch Zukunftsmusik ist das dritte Bauprojekt im Bereich der Aloys-Schreiber-Schule: Neubau einer Schulturnhalle und einer Tiefgarage mit 200 Stellplätzen. Schnurr: "Das wäre für die Innenstadt eine erhebliche Entlastung."

Die Stellplätze ab der Ostkante der Ladenzeile mit Octomedia und Co. wird die Stadt alsbald kappen. Hier ist ein Aufenthaltsbereich zwischen Mensa und Mediathek geplant.

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