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Die Einmann-Show einer "Bühlertäler Eiche"
Die Zusammenarbeit von Bernhard Horn (rechts) und seinem Bühler Kollegen, Rettungsschwimmer Aaron Maigatter, funktioniert seit zwei Jahren reibungslos.  Foto: Kiedaisch
03.08.2018 - 00:00 Uhr
Von Franziska Kiedaisch

Bühlertal/Bühl - Sonne satt und Temperaturen von fast 40 Grad: Es herrscht Hochkonjunktur in den Freibädern: 20 000 Badegäste fanden dieses Jahr schon den Weg ins Bühlot-Bad, davon allein über 12 000 im Juli. Im gleichen Monat waren es in Bühl fast 34 000. Als Bademeister in Bühlertal trägt Bernhard Horn von Mai bis September an sieben Tagen die Woche die Verantwortung. Damit er während der zehnstündigen Arbeitszeit eine Pause machen kann, wurde vor zwei Jahren eine Kooperation mit dem Bühler Schwarzwaldbad ins Leben gerufen.

Täglich wird Horn für zwei Stunden von einem Kollegen aus Bühl vertreten: Dann isst er zu Mittag und macht eine Pause, die nach sechs Stunden Arbeitszeit gesetzlich vorgeschrieben ist. Im Winter unterstützte Horn die Bühler Kollegen im Hallenbad. Dann konnten die dortigen Mitarbeiter Überstunden abbauen oder Urlaub nehmen.

Für Jörg Zimmer, technischer Geschäftsführer der Bühler Sportstätten GmbH, zu der das Schwarzwaldbad gehört, ist deshalb der 65-jährige Bühlertäler eine große Hilfe: "Als erfahrene Fachkraft benötigen wir ihn. Auch uns plagt der Personalmangel", sagt er. Die Kooperation nennt er einen "Selbstläufer", die Bademeister aus beiden Bädern seien "sehr gut eingespielt".

Auch von Bühlertäler Seite wird die Zusammenarbeit als positiv wahrgenommen: Vor allem der kollegiale Austausch sei bereichernd, wie Horn betont. Von Entlastung möchte er aber nicht sprechen: Das Bühlot-Bad ist in erster Linie eine Einmann-Show. Als Horn, der sich selbst wegen seiner gesunden Natur scherzhaft als "Bühlertäler Eiche" bezeichnet, im letzten Jahr das erste Mal für vier Tage krankheitsbedingt ausfiel, musste das Freibad geschlossen bleiben. Es fehlte schlichtweg an einem Ersatz für Horn. "Das war der große Auslöser, die Zusammenarbeit der beiden Bäder noch zu intensivieren", sagt Bettina Kist, die als Kämmerin der Gemeinde Bühlertal für das Bühlot-Bad zuständig ist.

Die Gründe für den Personalmangel im Bäderbetrieb macht sie an den Arbeitsbedingungen fest: "Man arbeitet zur besten Zeit des Jahres", gibt sie zu bedenken. Auch Zimmer spricht von "absurden Arbeitszeiten" und macht ferner die Abhängigkeit des Arbeitsplatzes vom Wetter geltend. "Wir haben viele Leute wegen der besseren Arbeitsbedingungen an die Industrie verloren", sagt er. Horn ergänzt: "Die Verantwortung ist einfach zu groß bei der Bezahlung."

Trotzdem stößt die Kooperation an Grenzen: Die Kollegen aus Bühl können keinen ganzen Tag im Bühlot-Bad einspringen. Dabei ist Bademeister nicht gleich Bademeister: Zur Überprüfung der Wasserqualität und zur Dokumentation der Ergebnisse sowie des Wasser- und Energieverbrauchs - eine Arbeit, die jeden Tag rund eine Dreiviertelstunde in Anspruch nimmt - muss ein Fachangestellter für Bäderbetriebe oder ein Meister anwesend sein. In Bühl sind diese ebenfalls Mangelware. Nur drei Mitarbeiter erfüllen dort das Berufsprofil. Die Badeaufsicht kann hingegen auch von Personen mit einem Rettungsschwimmabzeichen in Silber übernommen werden. Außerdem seien nur wenige in der Lage, die alte Technik im Bühlot-Bad zu bedienen: "Bei uns ist das noch Handarbeit, in Bühl macht man viel am Computer", sagt Horn.

Wenn diese und das ganze Bad ab dem nächsten Jahr saniert wird, ist Horn nicht mehr da: Er geht am 9. September nach 38 Jahren als Bademeister des Bühlot-Bads in den Ruhestand. Für Kist steht dann die Suche nach einem neuen Allrounder an. Sie befürchtet: "Mit einem Nachfolger wird es sehr schwierig."

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