http://www.badisches-tagblatt.de/UnternehmenKarriereZusteller/index.html
http://www.badisches-tagblatt.de/UnternehmenKarriereZusteller/index.html
Wildkatze hat den Waldhägenich entdeckt
Ranger Joachim Doll zeigt hier Ferienkindern aus Ottersweier die Besonderheiten des Naturschutzgebiets.  Foto:  Archiv
03.08.2018 - 06:49 Uhr
Von Joachim Eiermann

Bühl - Die Europäische Wildkatze hat ihr Revier bis ins Natur- und Landschaftsschutzgebiet Waldhägenich ausgedehnt. Nachdem die Spezies seit einigen Jahren westlich der A5 gesichtet wird, hat sie offensichtlich schadlos die Autobahn überquert (oder in einem Kanalrohr unterquert). Ein Monitoring lieferte die gesicherte Erkenntnis, dass "Felis silvestris silvestris" jetzt auch im Waldhägenich umherstreift.

Alle Jahre wieder: Ranger Joachim Doll stellt meist in der letzten Sitzung des Gemeinderats vor der Sommerpause seinen Jahresbericht vor. Er berichtet über seine Beobachtungen, Pflegemaßnahmen und sonstige Tätigkeiten sowie über Verstöße und Vorkommnisse, und er gibt einen Ausblick. Mit dem Auftauchen der Wildkatze hatte er in diesem Jahr ganz Besonderes zu vermelden.

Dem sehr scheuen Wildtier auf die Schliche zu kommen, gestaltete sich alles andere als einfach. Zunächst wurden sechs Lockstäbe mit Baldrian, den Katzen so sehr lieben, angebracht. Das Tier reibt sich am rauen Stab. Haare und Hautpartikel bleiben hängen, die in der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg ausgewertet wurden. Bei zwei Proben gelang ein DNA-Nachweis der Wildkatze. Nächster Schritt: Aufstellen einer Wildbeobachtungskamera. Nach langem Warten ließ sich die Katze zwischen August und Dezember 2017 viermal ablichten.

Doll erläutert in seinem Bericht, dass diese Tierart einen ungestörten Lebensraum bevorzuge wie das Gehölz an den renaturierten Gewässern im Waldhägenich und am naturnahen Laufbach.

Hingegen schwinde der Lebensraum für den Steinkauz, weil Streuobstbäume gefällt und das Grünland darunter verloren gehe. "Der Bestand ist weiterhin beängstigend niedrig", so Doll. Eine Brut der kleinen Eule habe er 2017 nicht mehr feststellen können. Auch der Große Brachvogel und der Kiebitz brüteten erneut nicht im Waldhägenich.

Wie jedes Jahr bringt Joachim Doll Erwachsenen bei Vereins- und Betriebsausflügen sowie Kindern mit Führungen die Natur näher. 27 Touren waren es im vergangenen Jahr, darunter sechs mit Schulklassen und acht mit Kindergärten.

"Es ist beeindruckend, wie hier in jede Richtung gearbeitet wird", lobte Heidrun Zeus (SPD) die umfängliche Tätigkeitsbilanz des Rangers mit Führungen, die auch Bildungsarbeit seien, und artenschutzrechtlichen Maßnahmen. "Und das alles trotz der Probleme wie Müllablagerungen und freilaufende Hunde."

Margret Burget-Behm (CDU) schloss sich inhaltlich der Vorrednerin an und freute sich, "dass die Wildkatze wieder zurück ist." Weniger schön: der frühe Tod mehrerer Jungstörche im vergangenen Jahr. Doll erklärte dazu, dass die Witterung im Frühjahr 2017 außerordentlich schlecht gewesen sei. "Da kann es schon vorkommen, dass die Futterverhältnisse nicht gut sind." Trotz der nasskalten Wetterverhältnisse habe die Storchenpopulation insgesamt aber keinen Schaden genommen.

Thomas Wäldele (GAL) würdigte ebenfalls die pädagogische und inhaltliche Arbeit des Rangers im Waldhägenich und kam auf den natürlichen Wandel von "liebgewonnenen" Pflanzen- und Tierarten im Schutzgebiet zu sprechen. Auf einen Eindringling hätte er aber liebend gern verzichtet: das hübsch blühende, aber giftige Jakobskreuzkraut.

Seinen Dank an den Ranger verband Karl Ehinger (FW) mit dem Hinweis auf ein Abfallproblem: "Es ist bedauerlich, dass Hundekotbeutel in die Landschaft geworfen werden." Wolfgang Eller, der zuständige Fachbereichsleiter, wies darauf hin, dass Abfalleimer in die Vorrichtungen mit den Beutelspendern integriert seien.

Peter Hirn (SPD) wollte wissen, welche Möglichkeiten es gibt, Hundehalter, die ihre Tiere im Schutzgebiet nicht anleinen, zu belangen. Der Ranger zuckte mit den Schultern und schilderte einen "krassen Fall mit Beleidigung" vor Jahren. Es kam zu einem Ordnungswidrigkeitsverfahren, das die Justiz eingestellt habe.

BeiträgeBeitrag schreiben 



Das könnte Sie auch interessieren

Ottersweier
--mediatextglobal-- Forstexperte Thomas Westermann bringt den Teilnehmern der Radtour das Thema Eschentriebsterben näher. Foto: Gabriel

23.07.2018
Radtour mit vielen Höhepunkten
Ottersweier (mig) - Ein leidenschaftlicher Müller, wühlende Wollschweine, eine Wildkatze und ein Vesper an einem romantischen See: Das waren die Höhepunkte der "Schau dich schlau"-Radtour durch Zell und Unzhurst, zu der die Gemeinde Ottersweier eingeladen hatte (Foto: mig). »-Mehr
Stuttgart
Wildkatze breitet sich im Land aus

21.07.2018
Wildkatze breitet sich im Land aus
Stuttgart (lsw) - Die Wildkatze breitet sich in Baden-Württemberg immer weiter aus. "Es ist eine klare Ausbreitungstendenz erkennbar", sagte Axel Wieland, Wildkatzenexperte des BUND. Die genaue Zahl der Wildkatzen in den Wäldern lässt sich aber nicht beziffern (Foto: dpa). »-Mehr
Ort des Geschehens
Größere Google Karte
www.volksbank-baden-baden-rastatt.de/bt
Umfrage

Zum Tag der Verkehrssicherheit finden aktuell Verkehrskontrollen statt. Es soll vor allem auf die Gefahren von Ablenkung am Steuer durch Handys aufmerksam gemacht werden. Finden Sie das gut?

Ja, mehr davon!
Ja,
Nein.


http://www.karlsruhe.ihk.de/handelsregister
Wetter in Mittelbaden


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen | Datenschutz   
1