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Große Freude im Tschad
Marco Ell (rechts) hat die Ausrüstung für ein Zahntechnik-Labor für das Krankenhaus Bebalem gesammelt. Foto: Gabriel
08.08.2018 - 00:00 Uhr
Achern/Renchen (mig) - Dass ein Land mit 14 Millionen Einwohnern nur vier Zahnärzte hat, ist für Mitteleuropäer unvorstellbar. Im bitterarmen Tschad bekommen nur die Superreichen einen Zahnersatz. Dank des Engagements von Marco Ell aus Oberachern wird sich das bald ändern.

In seinem Zahnlabor in Renchen hat Ell Material, Maschinen und Werkzeuge im Wert von rund 45000 Euro zusammengetragen. Damit können im Krankenhaus von Bebalem künftig Zahnprothesen hergestellt werden. Arnaud Weider, Vorsitzender der Deutschen Hilfsaktion für Missionskrankenhäuser (DHM), ist hoch erfreut und erleichtert: "Das ist phänomenal. Wenn diese Dinge alle dort installiert sind, wird das die beste Einrichtung im ganzen Land sein - abgesehen von der Versorgung der Reichen." Seit 40 Jahren gibt es das Krankenhaus in Bebalem. Seit den 80er Jahren wird es von der DHM unterstützt. Die Zahnmedizin sei lange ein Sorgenkind gewesen, berichtet der Vereinsvorsitzende. Die Menschen dort hätten schlimmere Sorgen als kaputte Zähne. Man habe sich meist auf das Ziehen kranker Zähne beschränkt.

Durch das Engagement des Renchener Zahnarztes Bertram Willimski wurde 2016 ein Zahnarztstuhl in dem Krankenhaus installiert. Dass er überhaupt per Lkw angeliefert werden konnte, erforderte das Engagement vieler Menschen, die die schlechte Straße reparierten. "Wir mussten weitere Hindernisse aus dem Weg räumen. Zum Beispiel reichte der Wasserdruck nicht", erinnert sich der pensionierte Zahnarzt. "Aber es gibt immer eine Lösung", weiß Arnaud Weider und ist glücklich, dass das Krankenhaus in Bebalem seit einigen Monaten einen Mitarbeiter hat, der in Burkina Faso zahnmedizinisch ausgebildet wurde. Diesen habe er seit Monaten vertröstet, denn er brauche eine Ausrüstung, um Zahnersatz herzustellen: "Diese Dinge gibt es dort einfach nicht."

Die Menschen im Tschad hätten auch gar nicht die finanziellen Mittel, sich eine Prothese machen zu lassen, ergänzt Onesime Kawoye aus dem Tschad. Viele, vor allem junge Menschen wünschten sich dies aber sehr. Kawoye ist Ingenieur für Medizintechnik und übernimmt für die DHM die technische Wartung und Reparaturen an den medizinischen Geräten des Krankenhauses in Bebalem. Weit über 2000 künstliche Zähne, Abdruckmaterial und Abdrucklöffel, rosa Kunststoff und eine Kunststoffpresse, Klammerdraht, eine Schleifmaschine, einen Poliermotor und vieles mehr, was für Bebalem gesammelt wurde, brachten ihn zum Staunen. "Eigentlich sollte ich nur die Preise ermitteln für die Dinge, die Doktor Willimski als Grundausstattung aufgelistet hat", erinnert sich Ell. Doch er habe gespürt, dass es hier mehr brauche. Bei vielen Lieferanten habe er mehrmals nachgehakt und auch selbst noch Material dazu gelegt.

"Von so einer kompletten Ausrüstung hatte ich nicht einmal geträumt!", kommentiert Zahnarzt Willimski dieses Engagement. Dafür werde man in Bebalem einen eigenen Raum herrichten. Das Ziel, der armen Bevölkerung des Tschad Zahnersatz anpassen zu können, rücke näher. Weider kündigt an, die Verschickung der Hilfsgüter dorthin selbst zu übernehmen und den Aufbau vor Ort zu überwachen.

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