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Vitaminreich und ganz ohne Nebenwirkungen
13.08.2018 - 00:00 Uhr
Von Udo Barth

Bühl - Aus Rotterdam kam das Quintett "CaboCubaJazz" nach Bühl. Erneut zahlreich pilgerte das Publikum zur Open-Air-Bühne auf den Europaplatz vors Bürgerhaus Neuer Markt, wo die Musik afrokaribischen Ursprungs auf nicht mehr ganz so tropische Temperaturen wie noch in Vortagen stieß.

Was verbindet kubanische Rhythmen mit Morna, dem moll-lastigen Blues der weit im Atlantik gelegenen Inselgruppe der Kapverden? Nicht eben viel, möchte man im ersten Moment sagen, wer aber zu den vielen hundert Besuchern des Bühler Kultursommers zählte, wurde schnell eines Besseren belehrt. Der Name der multikulturellen Gruppe "CaboCubaJazz" verheißt noch mehr, nämlich die Rückkehr des Jazz ins Programm des vom städtischen Kulturbüro organisierten Musikvergnügens.

An diesem lauen Sommerabend kamen sowohl Fans von jazzigen, oft von Fusion getränkten Improvisationen als auch Anhänger der Weltmusik auf ihre Kosten. Vorausgesetzt, man hatte es nicht versäumt, sich frühzeitig einen Sitzplatz im vorderen Bereich des Europaplatzes zu sichern, denn im rückwärtigen Bereich war die Soundakustik suboptimal. Die pulsierenden Rhythmen von Son, Rumba und Salsa erwiesen sich in der diesjährigen Ausgabe als ein Highlight im Programmkalender des Kultursommers, auch wenn in der ersten Hälfte das Konzert etwas dahinplätscherte wie die durstige Bühlot.

Trotzdem lassen die von Zuckerrohr getränkten Melodien und Rhythmen unschwer erkennen, wohin der Abend zielt, nämlich direkt in die Hüften und Beine des Publikums. Demzufolge wurde vor der Bühne viel Freiraum gelassen für Tanzwütige, was allerdings zunächst nur wenige animierte. Vielleicht fehlte da auch, wie es einige Besucher anmerkten, ein satter Bläsersatz, eine Trompete zumindest, die ja der Salsa den gehörigen Pep verleiht.

Die Musik der fünfköpfigen Formation oszilliert zwischen melancholischen Morna-Stücken, dem portugiesischen Fado nicht unähnlich, von der imposanten Dina Medina mit eindrucksvoller Stimme wehmütig in den Abendhimmel gezeichnet, und den zupackenden Tanzformen karibischer Lebensfreude. Für den Drive sind der aus Venezuela stammende Yerman Aponte am Bass, der aus Kuba stammende Schlagzeuger Armando Vidal und nicht zuletzt der deutsche Initiator des reichhaltigen Musik-Cocktails, der in Rotterdam arbeitende Nils Fischer an den Congas zuständig. Für eine gehörige Portion Jazz im Getriebe sorgt Carlos Matos am Keyboard, der mit Standards von Horace Silver große Musikalität mit souveräner Technik verbindet.

Im zweiten Teil wird das Setting merklich zupackender - kein Wunder, dass sich jetzt die Rumba- und Salsa-Aficionados nach vorne trauen und eine kesse Sohle aufs harte Steinplattenparkett legen. Da wirkt denn auch das magnetisierende Conga-Gewitter von Nils Fischer wie eine Aufforderung, die Energie nach der wochenlangen Affenhitze wieder zu neuem Leben zu erwecken. Die zuvor säuselnden Wellen der Karibik haben nun Surf-Charakter angenommen, da fehlt nur noch der Palmenstrand, und die Atmosphäre wäre perfekt.

Nach der tropischen Hitze erfrischt diese Latino-Kapverden-Melange von "CaboCubaJazz" wie ein fruchtiger Drink, vitaminreich und ganz ohne Nebenwirkungen. Es ist überzeugend, wie sich hier die Stationen um den Atlantik herum verknüpfen, wie sich kreolische Melodien mit Salsa-Montunos verbinden, der Danzón mit der Morna fusioniert.

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