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Faustdicke Überraschung zum Auftakt
Von Herzogenaurach nach Bühl auf die Terrasse der Mediathek: Jean Jacques Laurent alias Jan Beinßen am Lesetisch bei Sonnenuntergang. Foto: Fuß
13.08.2018 - 00:00 Uhr
Von Martina Fuß

Bühl - Die Sommer-Lesung auf der Terrasse der Mediathek begann mit einer Überraschung. Der Schriftsteller Jean Jacques Laurent ist beileibe kein Elsässer oder Franzose, sondern ein gebürtiger Niedersachse, der in Herzogenaurach lebt und in Wirklichkeit Jan Beinßen heißt. Die Geschichte seines Pseudonyms flicht der Krimitautor dann unterhaltsam in die Lesesequenzen ein.

Am Ende waren dann auch eingefleischte Elsass-Fans zufrieden, denn sein Krimi "Elsässer Verfehlungen" im fiktiven Städtchen Rebenheim ist gespickt mit typisch elsässischen Attributen. Die Rede ist von der Gendarmerie, der Auberge und den Pompiers. Schlüsselanhänger und Kaffeetasse ziert ein hölzerner Storch, Polizei und Feuerwehr fahren Renault und Peugeot, und schließlich haben die Messieurs und Mesdames allesamt französische Namen: Lilou, Clothilde, Claude, Joana und Jules.

Überdies hat Jan Beinßen alias Jean Jacques Laurent sorgfältig recherchiert. So hat er sich in Straßburg über das französische Polizeisystem informiert: "Eine nette Kommissarin hat mir geholfen, die richtige Mannstärke der Gendarmerie zu bestimmen und auch die Posten mitsamt ihrer Bewaffnung richtig zu besetzen." Mit der Kamera habe er das Elsass durchstreift, um die Orte festzuhalten, die in seinem Krimi eine Rolle spielten. Sein Major Jules Gabin - er ist der Ermittler und Protagonist, den die Leser auf seiner Reise durch die Geschichte in Gedanken begleiten - stammt von der Atlantikküste, aus Royan. Der eine oder andere Fehler hinsichtlich der Regionalkenntnisse sei ihm daher verziehen. Insofern kommt die Elsass-Geschichte detailverliebt und glaubwürdig daher.

Nun aber zur unterhaltsamen Lektüre: "Elsässer Verfehlungen" ist der vierte Fall, den Gabin zu lösen hat. In der "Blutgrotte" stürzt der erfahrene Kletterer Richard ab. Seine Freunde hatten ihn bei der gemeinsamen Tour aus den Augen verloren. Schnell stellt sich heraus, dass minderwertiges Klettermaterial verwendet wurde, Mordverdacht keimt auf. Verdächtige und Motive schälen sich nach und nach heraus, und Gabin hat einiges zu tun mit der Witwe des Toten, mit einem Druidenorden und den Konkurrenten eines Flammkuchenwettbewerbs.

Neben den polizeilichen Recherchen beschäftigt ihn überdies seine angespannte private Situation um zwei Frauen. Auch wenn die Handlung zunächst gemütlich daherkommt und immer wieder den Blick schweifen lässt über die Weinberge und das landestypische Essen, so entwickelt sich doch nach und nach ein äußerst spannender Kriminalroman mit einigen Überraschungen.

Und das Pseudonym? Jan Beinßen erklärt es mit vielen Reisen durch das Elsass und einer Patentante in Straßburg. Außerdem sei eine Story, die in Frankreich spielt, glaubhafter, wenn sie von einem Autor mit französischem Namen stammt - was übrigens für 90 Prozent aller Frankreich-Krimis gelte, auch für die derzeit so erfolgreichen Fälle aus der Bretagne.

Seit der ersten Kultursommer-Lesung, die die Stadt Bühl für die Daheimgebliebenen anbietet, erfreut sich diese Veranstaltung regen Zulaufs. Kein Wunder, denn die Szenerie auf der Terrasse der Mediathek mit Blick auf die Türme von Rathaus und Kirche und weiter zum Schwarzwald, bei untergehender Sonne, ist etwas ganz Besonderes. Auch wenn ab und an Motorenlärm die Lesung störte, so ist die Atmosphäre doch genussvoll und entspannt.

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