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Letzte Option für Dorfmittelpunkt
15.08.2018 - 00:00 Uhr
Von Joachim Eiermann

Bühl - Im Dienstzimmer des Ortsvorstehers hängt ein Aquarell mit einer Ansicht von 1960, die eine Idylle mit Bach, Brücke und Rathaus ausweist. Heute führt dort eine vielbefahrene Straße vorbei. Der Autoverkehr hat die Vimbucher um ihre Ortsmitte beraubt. Manuel Royal möchte ein neues Zentrum mit Aufenthaltsqualität schaffen. Dazu bietet sich das Areal mit dem bald nicht mehr benötigten Feuerwehrgerätehaus und dem ehemaligen Stierstall an. Auch der Bauhof ist schon ausgezogen.

Seit 1. Juni 2015 ist Royal hauptamtlicher Ortsvorsteher von Vimbuch und damit auch Vorsitzender des Ortschaftsrats, einem Gremium, dem die Zukunftsentwicklung naturgemäß ein wichtiges Anliegen sein muss. "Wir wollen keine Vorgaben machen, die Bürger sollen möglichst viele Ideen einbringen", sagt Royal mit Blick auf das Gelände, das bis an den Sandbach reicht. Direkt daran grenzt eine Freifläche, die der Kirchengemeinde gehört, mit der man ein sehr gutes Verhältnis pflege. Mit Grips und Kreativität lässt sich daraus etwas machen für Vimbuch, gibt sich der 36-jährige parteilose Diplom-Finanzwirt zuversichtlich.

Dieser Tage traf die Zusage ein, dass Vimbuch für das Projekt Finanzmittel aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) erwarten darf. Nächster Schritt wird nun der Beginn eines Bürgerbeteiligungsverfahrens sein. "Nach der Sommerpause wollen wir starten." Royal erhofft sich eine große Resonanz aus der Bevölkerung. "Es geht um die letzte Chance, einen Dorfmittelpunkt zu schaffen."

Ein Treffpunkt, eine Verweilstätte soll entstehen für eine Dorfgemeinschaft, die den Zusammenhalt pflegt und es zu feiern versteht. Über das Dorffest hinaus, das alle zwei Jahre im Wechsel mit dem Weihnachtsmarkt stattfindet, sorgen Feuerwehrabteilung und Vereine den Sommer abwechselnd für gesellige Hocks.

Neuer Wohnraum dringend gesucht

Rund 2800 Einwohner zählt Vimbuch. Nach Jahren stetigen Wachstums stagniert die Bevölkerungszahl jedoch. "Unsere Wohnlage ist extrem beliebt, aber die Stadt hat kein Bauland mehr", muss Royal potenzielle Häuslebauer enttäuschen. Die Möglichkeiten der Innenverdichtung im Ort seien weitgehend ausgereizt, und an die privaten freien Flächen komme man nun mal nicht heran. Kurz- oder mittelfristige Abhilfe ist nicht in Sicht.

Immerhin: Der aktuelle Flächennutzungsplan bietet zwei Optionen. Da ist zum einen die "Rehbühne", ein schmaler Geländestreifen im Südwesten des Orts, zum anderen ein Bereich in der östlichen Verlängerung des Kirchspielwegs. "Doch bis zur Baureife können zehn Jahre vergehen", so Royal. Wie lange es dauern kann, neuen Baugrund zu erschließen, habe das kürzlich fertiggestellte kleine Neubaugebiet "Nördlich der Krämergasse" gezeigt: zwölf Jahre von der Planaufstellung bis zur Ausführung. Nicht jeder kann so lange warten; der Ortsvorsteher schildert ein aktuelles Beispiel aus der Praxis: "Es tut weh, wenn ein engagiertes Mitglied der Vimbucher Feuerwehr auswärts bauen muss."

Nach Bühl umziehen musste unlängst eine Vimbucherin, die keine altersgerechte Wohnung im Dorf fand. "Sie wäre so gerne hier geblieben", weiß Royal. Bei der künftigen Bauentwicklung gelte es deshalb auch darauf zu achten, dass innerhalb des Stadtteils seniorengerechte Wohnungen geschaffen werden.

Im Bemühen, die Lebensqualität in Vimbuch zu erhöhen, haben Ortsvorsteher und Ortschaftsrat jedoch nur wenig Spielraum. "Die Entscheidungsbefugnis bewegt sich in einem überschaubaren Rahmen", sagt Royal. Er sieht deshalb seine Rolle in erster Linie als die eines Mittlers zwischen Bürgern und Stadtverwaltung. "In der Ortsverwaltung laufen die Informationen zusammen." Der Ortschaftsrat werde gehört bei städtischen Belangen, die Vimbuch betreffen, beispielsweise bei Bebauungsplanänderungen. So herrsche doch ein "positives Klima" zwischen Vimbuch und Bühl, versichert Royal.

Gleichwohl würde er sich eine zahlenmäßig stärkere Vertretung des Stadtteils im Gemeinderat wünschen. Obwohl in Vimbuch fast ein Zehntel der Einwohner der Gesamtstadt lebt, stellt die Ortschaft derzeit nur einen einzigen Stadtrat (Patric Kohler, CDU). Am 26. Mai 2019 wird ein neuer Gemeinderat gewählt. Dass sich die Ausgangslage dann personell positiv verändern könnte, "da hätte ich absolut nichts dagegen", so Royal.

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