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Dorfentwicklung mit Bürgersinn
23.08.2018 - 00:00 Uhr
Von Joachim Eiermann

Bühl - Der kulturelle und soziale Treffpunkt des Stadtteils Weitenung liegt inmitten einer Grünanlage. Die in die Jahre gekommene Rheintalhalle und ihr Umfeld aufzuwerten - dieser Prozess ist eingeleitet, der Anbau einer festen Außenbühne beschlossene Sache. Ortsvorsteher Daniel Fritz würde sich wünschen, dass die Arbeiten noch in diesem Jahr beginnen mögen, zumal die finanziellen Mittel dafür bereitstehen. "Realistisch ist aber wohl eher ein Baubeginn im nächsten Jahr nach Fastnacht."

Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht: Hinter den Mauern ist seit 2017 strategisch einiges passiert, seit ein loser Bürgerrat erste Ideen entwickelt hatte. Daraus resultierte das Bürger- und Kommunikationszentrum (BuK), dessen Konzept auch die staatlichen Geldgeber überzeugt hat. So hat die Leader-Aktionsgruppe Mittelbaden jüngst eine Viertelmillion Euro in Aussicht gestellt. Es ist die Hälfte der Summe, die benötigt wird, um einen "echten Dorftreffpunkt" einrichten zu können. Neben der Freiluftbühne ist der Umbau des Foyers zu einem kleinen Saal für etwa 100 Personen konzipiert - für Veranstaltungen, Versammlungen und all die Dinge, die ein öffentliches Dorfleben ausmachen, das Vereinsleben eingeschlossen.

Schon jetzt ist die Rheintalhalle über den Trainings- und Alltagsbetrieb hinaus ein beliebter Treff für die Senioren "60 plus", ein Angebot im Rahmen des Bundesprogramms "Mehr Generationen Haus - Wir leben Zukunft vor". "Der Seniorentreff wird sehr gut angenommen", schildert Fritz. Zufriedenstellend laufe der generationenübergreifende "Offene Treff", dessen Themenabende in der Regel eine gute Resonanz fänden. Ausreißer nach oben: das Open-Air-Kino, das bei der Premiere im Vorjahr 300 Filmfreunde anlockte, und in diesem Jahr am 31. August eine Neuauflage findet. Korrekturbedarf sieht Fritz beim dritten Angebot "Bürgertreff" für die mittlere Altersgruppe. Die eher starren Öffnungszeiten bewährten sich nicht.

Außenbühne für Sommerevents

Gleichwohl: Ein Anfang ist gemacht. Mit der Außenbühne sieht Fritz die Chance, sommerliche Kleinkunst in Weitenung realisieren zu können, wenn sich dafür ein Initiativkreis bilden lasse: Musik, Theater oder Kabarett als zusätzliches Element im städtischen Kulturangebot. Die Rheintalhalle wird außerdem einer energetischen Sanierung von Fenstern, Heizung und Lüftung unterzogen.

Die konzeptionelle Richtung stimmt: Dafür steht auch der Erfolg, dass Weitenung im Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" einen Sonderpreis im Oktober entgegennehmen kann.

Bei der Grünpflege des Dorfmittelpunkts - auch vor der Rheintalhalle - packen fleißige Ehrenamtliche mit an. Das uneigennützige Engagement von rund 25 Bürgern - über die Grundleistung des Stadtbauhofs hinaus - weiß der Ortsvorsteher in besonderem Maße wertzuschätzen. Rasenflächen werden so häufiger gemäht, auch die Optik des Friedhofs profitiere durch diesen Einsatz. Schließlich hat Weitenung den guten Ruf eines "Blumendorfs" zu verlieren. 1977 hatte man einen Bundespreis beim Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" gewonnen.

Noch länger liegt zurück, dass die deutsch-österreichische Partnerschaft mit Mattsee eingefädelt wurde. Dies geschah am 20. Oktober 1972. Bürgermeister war seinerzeit Gerhard Fritz, dessen Sohn nun Ortsvorsteher ist. Die Freundschaft werde weiterhin auf beiden Seiten "gut und intensiv" betrieben, so Daniel Fritz. Über die Kontakte von Vereinen und Bürgern hinaus soll daraus 2019 auch ein Kunstprojekt resultieren. Der Salzburger Bildhauer Wolfgang Richter werde dabei zwei oder drei Land-Art-Installationen aus Holz in Weitenung präsentieren. Im Gegenzug wird Johanna Helbling-Felix aus Weitenung ihrerseits in Mattsee ausstellen.

Für Kunst und Kultur hat Daniel Fritz ein Faible. Der 53-jährige Diplom-Betriebswirt, Regionaldirektor der Volksbank Bühl, fungiert seit September 2012 als ehrenamtlicher Ortsvorsteher. Er ist Mitglied des Ortschaftsrats und Weitenungs einziger Vertreter im Bühler Gemeinderat. Angesichts von knapp 2500 Einwohnern sieht das CDU-Mitglied den Stadtteil im Gremium völlig unterrepräsentiert.

Die Nahversorgung im Dorf könne sich indes sehen lassen. Daniel Fritz verweist auf Arztpraxis, Apotheke, Postagentur, Tankstelle und zwei Bankfilialen. Doch ein wichtiger Geschäftszweig fehlt: "Wir haben keinen Lebensmittelmarkt." Dies wolle er möglichst ändern. "Ich bin dran."

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