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Aromatische und strenge Düfte
24.08.2018 - 00:00 Uhr
Bühl (gero) - Der Brandschutt auf dem Firmengelände ist schön sauber zusammengekehrt, der Geruch verkohlter Gitterboxen, eines Hubwagens und von verkokeltem Verpackungsmaterial liegt allerdings immer noch in der Luft und sticht streng in die Nase. Die Ermittlungen der Polizei brachten noch keine Erkenntnisse, weshalb am Sonntag gegen 23.30 Uhr mehrere Lagerzelte der Firma Ayus in Moos im Vollbrand standen. Brandstiftung kann nicht ausgeschlossen werden.

Bei Tageslicht wird sichtbar, wie gefährlich die Feuersbrunst auch für das direkt angrenzende Produktions- und Verwaltungsgebäude war. Aufgrund der enormen Hitze zersplitterten an der Westfassade mehrere Fenster, eine Zugangstür hatten die Flammen bereits angefressen. 36 Floriansjünger hatten alle Mühe, das Gebäude abzuschirmen und griffen zum letzten und in solchen Fällen probatesten Mittel der Einsatztaktik: Riegelstellung. Eine Alarmierung zehn Minuten später - und es hätte vermutlich nichts mehr zu retten gegeben.

Im Mooser Gewerbegebiet "Eilseeweiher" produziert und vertreibt die Firma Ayus (indisch: Leben) ätherische Öle und Hautpflegemittel. Dr. Malte Hozzel gründete das Unternehmen 1990 in Bühlertal und siedelte 1996 nach Eisental um. Aber auch dort waren nach Expansionsjahren die Produktionskapazitäten rasch beschränkt, so dass sich die Geschäftsleitung nach einem Grundstück im Mooser Gewerbegebiet umschaute, in dem sie auf 4000 Quadratmetern ein Betriebsgebäude errichtete.

Das Unternehmen ist international aufgestellt und beliefert Kunden in über 30 Ländern. Die Rohprodukte werden aus der ganzen Welt importiert, vorwiegend aus der Provence, dem Mittelmeerraum, aber auch aus tropischen und asiatischen Ländern. Die Mitarbeiter, 50 an der Zahl, sind zuständig für die Mischung, Abfüllung und Zertifizierung der ätherischen Öle und Hautpflegeprodukte. Kunden sind unter anderem Aromatherapeuten, die sich mit Naturheilkunde beschäftigen, aber auch Kosmetikfirmen, die Pharmaindustrie, Bioläden oder private Endverbraucher. Das Gros der Geschäfte für den deutschen Markt wird online abgewickelt. Insgesamt umfasst das Produktportfolio über 1000 Artikel.

Das Feuer in Moos hätte im schlimmsten Fall weitere und bereits weit gediehene Unternehmenspläne behindert. Das Tochterunternehmen Oshadhi (indisch: Heilpflanze) wird nämlich auch in der Kernstadt sprichwörtlich eine Duftmarke setzen: mit dem ersten Ladengeschäft in Deutschland mit Vertriebsabteilung in der Schwanenstraße 15 (ehemals Drogerie Niendorf beziehungsweise Weinladen). Kommende Woche soll das komplett umgestaltete Erdgeschoss mit einer sogenannten "Soft Opening" wieder an den Start gehen und ab September dann in die Vollen.

Rund 500 ätherische Öle, darunter auch exotische zum Einatmen oder Einreiben, sind gelistet. Nach Auskunft von Berater Michael Seefluth zählen zu den Bestellern die energiestärkenden Klassiker Lavendel (zur Beruhigung), Rosmarin (Konzentration) Pfefferminz (Kopfweh), Fichtennadeln (gegen Ermüdung) oder Rosenwasser (Erfrischung).

Und das Geschäftsmodell scheint einzuschlagen. Seefluth betont: "Immer mehr Kunden legen Wert auf natürliche Düfte und Hautpflege, frei von Chemie, Konservierungs- und Zusatzstoffen." Deshalb wolle man in die Bühler Fußgängerzone, ganz im Wortsinne der beiden Firmennamen, "Leben und Heilen" bringen. Das Ambiente ist entsprechend gestaltet: mit Pflanzen, die mit Gesundheit zu tun haben.

Corina Bergmaier, die städtische Wirtschaftsförderin, sieht die hochwertige Produktpalette als "tolle Bereicherung", was den Einkaufsstandort Bühl noch attraktiver mache. Solch ein Ladengeschäft werde für zusätzliche Kundenfrequenz in der Stadt sorgen. Pläne für die Ansiedlung in der Innenstadt gebe es schon länger, nun aber sei man "Gott sei Dank fündig geworden".

Ganz andere Düfte musste am Mittwochvormittag ein Brandsachverständiger einatmen, der sich auf dem Mooser Firmengelände umschaute und nach Hinweisen zur Brandursache forschte. Nach aktuellen Erkenntnissen kann Brandstiftung nicht ausgeschlossen werden. Die Polizei sucht deshalb Zeugen, die am späten Sonntagabend verdächtige Personen im Umfeld des Tatorts wahrgenommen haben. Sie werden gebeten, sich mit dem Revier Bühl, (07223) 99097 0, in Verbindung zu setzen.

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