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Schon als Steppke den Ton in der Kirche angegeben
Noch heute sitzt Max Friedmann an der Orgel in der Bühler Krankenhauskapelle, unterstützt von seiner Ehefrau Helga. Foto: Seiler
25.08.2018 - 00:00 Uhr
Von Hermann Seiler

Bühl - Mehr als zwei Jahrzehnte hat der Bühler Stadtbaumeister und spätere Stadtbaudirektor Max Friedmann mit Wissen, Können und gradlinigem Engagement die Große Kreisstadt geprägt. Was weniger bekannt ist: Für das Vimbucher Urgestein ist die Musik von Kindesbeinen an bis heute ein Lebenselixier.

1944, im Alter von 13 Jahren, übernahm der junge Max mit gewissenhaftem Eifer in seiner Heimatpfarrkirche St. Johannes in Vimbuch den "kriegsbedingten Notdienst" als jüngster Organist der Gemeindegeschichte unter Pfarrer Wilhelm Bauer. Der Seelsorger hatte bereits Monate zuvor Vater Josef Friedmann, Dirigent der Musikkapelle Vimbuch und Kirchenchorvorstand, mit "wohlwollendem Druck" gebeten, seinen Sohn eine Organistenausbildung absolvieren zu lassen. Seine erste Ausbilderin war Schwester Deograda vom Weitenunger Klösterle - damals Schwesternhaus mit vier Schwestern vom Mutterhaus der Franziskanerinnen vom Göttlichen Herzen Jesu Gengenbach. "Schwester Deograda war in jener Zeit die Organistin in der Weitenunger Pfarrkirche und hat mich mit Geduld, hervorragendem Können und Einfühlungsvermögen im Orgelspiel unterwiesen", schildert Friedmann seine Erinnerung. Der Weg zu den Orgelstunden führte ihn zu Fuß durch den Hochgraben nach Weitenung. "Entlang des Feldweges waren in jenen Kriegsjahren Erdlöcher ausgegraben worden, um bei Fliegerangriffen Schutz darin zu suchen, was mir gottlob erspart blieb", erzählt Friedmann.

Bereits nach dreimonatiger Ausbildung durfte der junge Max erstmals in einer Maiandacht in der Vimbucher Pfarrkirche das bekannte "Preiset Lippen das Geheimnis" intonieren. "An mehreren Tagen der Woche übernahm ich dann in Seelenämtern und Gedenken für die Kriegstoten den Orgelpart. Pfarrer Bauer hat mir damals eine Lehrstelle bei der Stadt Bühl als technischer Zeichner besorgt, damit ich in der Pfarrkirche weiter die Orgel spiele", erinnert sich Friedmann. Seine Weiterbildung als Organist in den Folgejahren oblagen dem Musikstudenten Othmar Eberhard an der Orgel von St. Jakobus in Steinbach sowie dem erzbischöflichen Musikdirektor und Schulrektor Otto Greule an der legendären Schwarz-Orgel der Bühler Pfarrkirche St. Peter und Paul, heute noch eines der Lieblingsinstrumente Friedmanns.

Zehn Jahre lang war er als "Klarinetten-Max" auch eine wertvolle Stütze im Vimbucher Musikverein. Die Liebe zur "Königin der Instrumente" aber blieb, unterstützt von seiner damaligen Verlobten Helga aus der Varnhalter Ratschreiber-Familie Oser. Mit einem Lächeln blickt Ehefrau Helga Friedmann zurück: "In St. Johannes in Vimbuch saßen wir vor unserer Heirat bei besonderen Anlässen auch gemeinsam auf der Orgelbank. Bei größeren Orgelwerken durfte ich Max durch Wenden der Notenblätter assistieren."

Seit nunmehr zwei Jahrzehnten ist Max Friedmann der Hausorganist der Bühler Kreiskrankenhauskapelle. Aushilfsdienste als Organist leistet er außerdem sonntags in der Kapelle im Erich-Burger-Heim. "Alles zur höheren Ehre Gottes und Erbauung der Menschen und auch mir zur Freude", lautet das Credo des Organisten mit Leib und Seele.

Ob unter der großen Schar von insgesamt 16 Enkeln und Urenkeln ein Nachfolger für ihn heranwächst, das wiederum vermag Friedmann in der ihm eigenen Gelassenheit abzuwarten.

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