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Regentropfen können Zeitreisenspaß nicht trüben
Michael Rumpf kommentiert die Bilder von einem Pult aus, die Zuschauer schwelgen zu den Aufnahmen in Nostalgie. Foto: Klöpfer
27.08.2018 - 00:00 Uhr
Bühl (urs) - Ein paar Besucher weniger als im vergangenen Jahr, aber trotzdem: Auch einige Regentropfen minderten das Vergnügen bei der historischen Filmnacht auf dem Platz hinter dem Bühler Stadtmuseum am Freitagabend nicht. Rund 400 Zuschauer ließen sich nur zu gern filmisch in die Jahre 1958, 68 und 78 entführen. Kommentiert wurde die Zeitreise, die unter dem Motto stand "Erinnern Sie sich? - Damals in Bühl" wie in jedem Jahr von Michael Rumpf, dem Leiter des Stadtgeschichtlichen Instituts.

Natürlich gab es bei den Kurzfilmen auch wieder einiges zu lachen, zu staunen oder auch zum Wundern. Wiederholt brandete spontan Applaus auf, zum Beispiel bei einer Szene aus dem Jahr 1968, als in Bühl zum ersten Mal weibliche Mitglieder in den Gemeinderat gewählt wurden. Die beiden Kandidatinnen Dr. Susanne Krämer (CDU) und Amalie Müller (FDP) waren wohl vorab ein heftig diskutiertes Thema. Bemerkenswert dabei: Eine der Damen trug im Film sogar eine Krawatte.

Die gezeigten Filme verdankt die Stadt Bühl den Film-Amateuren Otto Guckert, Lutz Aschoff und Rolf Stengel. Laut Rumpf hatten sich diese drei Herren 1958 an einem Wettbewerb der Zwetschgenstadt beteiligt und auch gewonnen. Da die gezeigten Streifen natürlich noch keine Tonspur besitzen, kreierte der stellvertretende Leiter der Städtischen Schule für Musik und darstellende Kunst, Klaus Martin Kühn, wie jedes Jahr die passenden Töne zum jeweiligen Bild mit seinem fantasievollem Klavierspiel. Nachdem die Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg langsam zu verblassen begannen, waren die Jahre 1958 und 1968 vor allem geprägt durch zahlreiche Baumaßnahmen und die Verschönerung des Bühler Kirchplatzes. Rumpf kommentierte das lachend: "Wie turnusmäßig üblich, wird alle 20 Jahre das Pflaster neu gestaltet." Auch der Großherzog-Friedrich-Brunnen im Stadtgarten erhielt damals neue Wasserfontänen, die lange Zeit das Bild des Stadtgartens prägen sollten. Dazu meinte Rumpf zuversichtlich: "Auch hier geben wir die Hoffnung nicht auf, dass es irgendwann wieder soweit sein wird."

Doch vor allem große Baumaßnahmen hielten die Stadt Bühl in Atem: der erste Spatenstich einer neuen Volksschule, die spätere Aloys-Schreiber-Schule, der Neubau der Handelsschule oder der Bau des Zubringers zwischen Altschweier und Bühl; ebenso die Fertigstellung der Autobahnstrecke Baden-Oos-Bühl.

1968 folgte der Bau einer zweiten Volksschule. Sie entstand direkt neben der bereits fertiggestellten Bachschlosshalle. Außerdem erhielten das Bühler Industriegebiet einen eigenen Autobahnzubringer und die Sparkasse ein neues Gesicht in der Eisenbahnstraße. Viele Baumaßnahmen sollten in diesem Jahr noch folgen.

Doch natürlich flimmerten an diesem Freitagabend noch weitere geschichtsträchtige Momente über die Leinwand: das Zwetschgenfest mit ihrer 19-jährigen Königin Rita Rapp oder der Fastnachsumzug 1968 mit Beteiligung des Hauses der Jugend. Auch die umfangreiche Rebumlegung in Altschweier sorgte für Gesprächsstoff. Gefeiert wurde der 70. Geburtstag von Wilhelm Schaeffler.

Schlag auf Schlag reihten sich die Bilder aneinander, unter anderem vom ersten Bühler Stadtfest am 1. und 2. Juli 1968. Erwähnenswert auch noch das Hochwasser von 68, bei dem ein Krisenstab im Rathaus eingerichtet werden musste. 15 Millionen DM Schaden verursachten die Wassermassen. Besonders stark betroffen waren damals die Ortsteile Vimbuch und Balzhofen, die kurz vor der Evakuierung standen.

Es waren wunderbare Filme, die über die Leinwand flimmerten - Zeitdokumente, die bei vielen Besuchern Erinnerungen wachriefen. Doch vor allem waren es die kleinen filmischen Details, die die Bühler Filmnacht erneut zu etwas Einzigartigem machten: alte VW-Busse und glänzende Mercedes-Benz-Karossen, schräge Strickpullunder, Schnupftabakdosen und Stofftaschentücher so groß wie Geschirrhandtücher.

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