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Geheimnisvollem Jäger auf der Spur
Fledermausexpertin Beate Link (Zweite von links) mit den Teilnehmern der Bühlertäler 'Batnight'. Foto: Buntspechte
28.08.2018 - 00:00 Uhr
Bühlertal (eh) - Traditionell Ende August organisieren viele örtliche Naturschutz- und Umweltorganisationen Informationsveranstaltungen und Exkursionen zum Thema heimische Fledermäuse. Am Wochenende hatten die Buntspechte und der Förderverein Engelsberg zu einer "Batnight" in den Gewölbekeller in Bühlertal eingeladen. Spannend und unterhaltsam informierte die Biologin und Fledermausexpertin Beate Link über die geheimnisvollen nächtlichen Jäger.

25 Kinder, Jugendliche und Erwachsene nahmen an der "Batnight" teil, die in den Abendstunden begann. In Form von kurzen Quizfragen wandte sich Link an die Kinder, um sie über die Biologie der Flattertiere zu informieren. Sie sind die einzigen Säugetiere, die fliegen können. Viele Finger schnellten immer wieder hoch und rasch zeigte sich, dass die Kinder schon einiges über Fledermäuse wissen.

Die kleinen Flugakrobaten seien überaus nützlich, da sie große Mengen Insekten vertilgten, so Link. "Ein Tier kann in einer Nacht bis zu 3000 Schnaken fressen. Doch der zunehmende Einsatz von Pestiziden schadet den Fledermäusen sehr. Und wenn es immer weniger Insekten gibt, dann verhungern die Fledermäuse. Jede Fledermausmama bekommt im Jahr nur ein Baby. Weil das so wenig ist, müssen wir alles daran setzen, um Fledermäuse bestmöglich zu schützen", verdeutlichte die Biologin.

Sie erklärte, wie dabei jeder zum Artenschutz beitragen könne. Wichtig sei der Erhalt der Lebensräume wie Streuobstwiesen, Feuchtgebiete und alte Baumbestände mit Höhlen. Notwendig seien daneben auch Quartiere an Wohnhäusern, Scheunen und Kirchtürmen sowie künstliche Nisthilfen. Seien Fledermäuse am Haus, könne man Renovierungen zeitlich und baulich so vornehmen, dass sie mit den Bedürfnissen der Fledermäuse in Einklang stehen. Fledermausexperten würden dabei beratend unterstützen.

Mit dem Kauf von Bioprodukten und heimischem Apfelsaft von Streuobstwiesen könne jeder einen kleinen Beitrag zur Arterhaltung leisten. Auch die Gartengestaltung spiele eine Rolle. Während Steingärten tot seien, könne man mit heimischen Blumen und Sträuchern Insekten anlocken und somit den Tisch decken für Nachtjäger.

Bei der Frage, ob es denn ein Fledermaus-Hospital gebe, zeigten sich die Kinder zunächst skeptisch. An einem ganz aktuellen Beispiel erklärte Link, wie sie und weitere Experten solche Hospitalarbeit leisten, um verletzte Fledermäuse oder schwache Jungtiere zu retten. Bei ihr hatte ein Paar aus Bühlertal vor Beginn der Fledermausnacht eine Zwergfledermaus abgegeben, die sich in der Wohnung verirrt hatte und dabei am Fliegenfänger festgeklebt war. Nach Anweisung von Link gelang es den Tierfreunden, die Fledermaus vom Klebeband zu befreien. In einer Schachtel mit einem Tuch übergaben sie das Tier an die Biologin.

"Sie muss sich erst beruhigen. Dann wird sie gebadet, um die Rückstände auf der Flughaut zu entfernen. Zu fressen gibt es Mehlwürmer und dann muss beobachtet werden, ob es mit dem Fliegen klappt", erläuterte Link. Sie erklärte, was zu tun ist, wenn ein verletztes Tier gefunden wird und wenn sich Tiere in der Wohnung verirren.

Höhepunkt war die Exkursion in die Seßgasse mit Bat-Detektor - das Gerät macht die Echolaute der Tiere hörbar. Die Teilnehmer verweilten, wenn das Gerät anschlug, und beobachten immer wieder begeistert, wie Fledermäuse vorbeihuschten.

Einen weiteren Höhepunkt gab es am Ende. Link hatte eine Breitnasenfledermaus aus ihrer Pflegestation mitgebracht, die alle Teilnehmer aus der Nähe betrachten durften. Gerade im Spätsommer kommt es häufig vor, dass sich Jungtiere in Wohnungen verirren oder schwache Tiere gefunden werden. Rat und Hilfe gibt es unter (07223)953135 oder (07223)9353 22.

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