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Projekte mit Mehrwert unterstützen
30.08.2018 - 00:00 Uhr
Von Edith Fischer

Bühl - Mit Bürgerbeteiligungsprozessen kennen sich die Eisentäler bestens aus. Wer mit Ortsvorsteher Jürgen Lauten im Stadtteil unterwegs ist, entdeckt eine Reihe von Projekten, die mit ehrenamtlichem Engagement realisiert worden sind. Überregionale Aufmerksamkeit erzeugt bis heute das 2013 eröffnete DORV-Zentrum, damals das erste in Baden-Württemberg. Eisental hat damit Pionierarbeit geleistet. Lauten, gemeinsam mit seinem Vorgänger Georg Feuerer einer der Initiatoren und Motoren dieses erfolgreich etablierten Nahversorgungs- und Kommunikationskonzepts, ist stolz auf die ausgeprägten Bürgeraktivitäten in seinem Heimatort.

Mehrfach hat das Weindorf mit den drei Ortschaften Müllenbach, Affental und Eisental vordere Plätze bei Ortsverschönerungswettbewerben errungen, zuletzt vor drei Jahren die Silbermedaille bei "Unser Dorf hat Zukunft" auf Landesebene. Den hohen Stellenwert des Ehrenamts untermauert Lauten auch gerne mit Zahlen. Im Stadtteil unterhalb des Schartenbergs leben rund 2100 Einwohner. Zwölf Vereine sowie mehrere Organistionen und Gemeinschaften stützen sich auf 1700 aktive Mitglieder, 600 bis 700 davon Jugendliche.

DORV-Zentrum ein Vorzeigeprojekt

Die Eisentäler engagieren sich in vielen Bereichen - pflegen Grünanlagen und Blumenbeete, übernehmen Besuchs- und Fahrdienste oder den Einkaufsservice für ältere Mitbürger und ermöglichen ihnen damit eine längere Selbstständigkeit. "Das ist das Fundament des sozialen Miteinanders im Ort", bekräftigt Lauten, der seit Jahrzehnten kommunalpolitisch aktiv ist. Der heute 48-Jährige sitzt seit 1994 für die CDU im Ortschaftsrat, ab 2009 als stellvertretender Ortsvorsteher. Im März 2015 wurde der Architekt und Planer, als Abteilungsleiter im Hochbauamt in Diensten der Stadt Gaggenau, in sein Amt gewählt.

Das weitgehend über Anteile finanzierte DORV-Zentrum hat wieder Leben in die Ortsmitte gebracht, stellt Lauten heraus. Geschaffen wurden ein Dorfladen und ein generationenübergreifender Treffpunkt, der dem Austausch und der Kommunikation dient. Dafür haben sich nach Überzeugung Lautens die Anstrengungen des mehrjährigen Realisierungsprozesses gelohnt. Das Zentrum besitzt Vorbildcharakter und erzeugt Synergien. "Es war Auslöser für wichtige weitere Projekte", schildert er.

Innovative Ideen und Erfahrungen mit Bürgerbeteilung waren auch ausschlaggebend, dass der Ort in das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) aufgenommen wurde. Seit 2015 bildet Eisental gemeinsam mit Altschweier eine Schwerpunktgemeinde und kann von Fördermitteln profitieren.

Der Elan der Bürger, die sich mit ihrem Wissen und Können einbringen, verdiene höchsten Respekt, sagt Lauten. In mehreren Arbeitskreisen beschäftigen sie sich mit der Zukunft und Weiterentwicklung des Stadtteils. Seit langem im Fokus steht der Trottenplatz - für den Ortschaftsrat besitzt die Umgestaltung der Ortsmitte höchste Priorität. Lauten hofft, dass es 2019 definitiv losgehen kann. Die Entwürfe seien planungsreif, der Antrag auf ELR-Mittel wird im September gestellt. Das Konzept umfasst das gesamte Areal rund um Schule, Spielplatz, Schartenberghalle und Festgelände. Tolle Ideen umgesetzt habe der sehr aktive Arbeitskreis "Kunst und Kultur", begeistert sich der Ortsvorsteher und nennt Beispiele. In einer Mitmach-Aktion unter Regie von Cornelia Veit haben Bürger, Vereine und Organisationen 80 aus Holz gefertigte Weinflaschen gestaltet. Die Künstlerin hat außerdem eine Zeichengruppe ins Leben gerufen, deren Mitglieder sich dem "Urban Sketching" widmen. In die Heimatgeschichte taucht die DVD "Ältere Eisentäler erzählen" ein, die Ende April erschienen ist. Live-Musik in den Ort gebracht haben die Jam-Sessions im Auerhahn-Saal mit Musikern aus dem Umfeld von Hubers Partyband. Die dritte Auflage ist im Herbst geplant, freut sich Lauten. Ein anderes Vorhaben besitzt ebenfalls einen heimatgeschichtlichen Hintergrund. Schwerpunkt ist der Weinbau. Aus historischen Dokumenten soll eine kleine Ausstellung zusammengestellt werden. "Ist ein Stein angestoßen, versuche ich, ihn im Rollen zu halten", erklärt Lauten. Zur Unterstützung oder Anschubfinanzierung greift er ab und an auf Globalmittel zurück. "Diese Projekte kosten so gut wie kein Geld, aber bringen einen Mehrwert für den Ort oder die ganze Stadt.". Gerne zeigt der 48-Jährige das Wildkräuterbeet, in das freiwillige Helfer viele Arbeitsstunden investiert haben. Zusammen mit dem Wassertretbecken und dem Barfußpfad hat der Heimatverein, dessen Vorsitzender Lauten ist, einen attraktiven Erlebnisgarten geschaffen.

"Brauchen dringend ein Baugebiet" Neben all den positiven Errungenschaften gibt es auch Dauerbrenner auf der Negativseite. Dass das Angebot an Bauland nicht mit dem Plus an Lebensqualität Schritt hält, erweist sich seit Jahren als Problem. "Der Druck ist enorm hoch, die Nachfrage immens", berichtet Lauten von den Wünschen zahlreicher bauwilliger Paare und Familien. Die Planungen für den Bereich Oberer Zielenweg/Boschbühn sollten deshalb nach Jahren des Stillstands endlich in Angriff genommen werden. "Wir brauchen dieses Baugebiet gestern", bekräftigt Lauten und spricht von einem "Ärgernis", das die Ortsentwicklung hemmen könnte. "Die Flächen sind da. Jetzt sollte die immer wieder versprochene und vertagte Befragung der Grundstückseigentümer angegangen werden", kritisiert er. Eisental, so Lauten, sei der einzige Stadtteil, für den die Stadt seit der Eingemeindung 1972 kein einziges Baugebiet auf den Weg gebracht habe - mit Ausnahme der wenigen Häuser im verdichteten innerörtlichen Bereich "Alter Winzerkeller".

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