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"Naturnachbarschaft" gegen den Insektenschwund
Um dem Rückgang an Insekten und Vögeln entgegenzutreten, werden auf dem Bauernmarkt am 15. September Samentütchen verteilt.  Foto: Markus Tisch
01.09.2018 - 00:00 Uhr
Bühl (red) - Vögel und andere Tiere brauchen sie als Futter, die Menschen brauchen sie als Bestäuber: Die Rede ist von Insekten. Sie spielen eine bedeutende Rolle im Naturhaushalt und auch als Wirtschaftsfaktor, ihr Bestand geht jedoch dramatisch zurück. Dass jeder Einzelne etwas dagegen tun kann, darauf möchte auf dem Bauernmarkt am Samstag, 15. September, die Bühler Bauunternehmung Albert Eisenbiegler mit Unterstützung des Rotary-Clubs Achern/Bühl aufmerksam machen.

Nach Mitteilung der Stadtverwaltung werden Samentütchen mit einjährigen heimischen Feldblumen, die auch kleine Flächen bis zu einem Quadratmeter ums Haus herum in ein Dorado für blütenbesuchende Insekten verwandeln können, gratis verteilt. Die Aktion unter dem Motto "Naturnachbarschaft" findet anlässlich des 90-jährigen Bestehens der Firma Eisenbiegler statt. Die Samentütchen sind von der Firma gesponsert.

Rotarier Christian Gospos hat sich der Beobachtung von Vögeln in Gärten verschrieben. "Gegenüber dem Jahr 1800 sind in Deutschland 80 Prozent des Vogelbestandes verloren gegangen. Und diese Entwicklung setzt sich fort." Der Vogelschwund sei multifaktoriell verursacht. Als Hauptursache gelte ein dramatischer Schwund der Insektennahrung durch Herbizid- und Insektizideinsatz. Gospos verweist auf eine Krefelder Studie, die den Verlust an Insekten um 76 Prozent in den vergangenen 27 Jahren durch wissenschaftliche Studien belegt habe. "Insekten sind in der Nahrungskette jedoch unverzichtbar, und auch wir Menschen sind abhängig von ihnen", sagt Gospos. "Ein Drittel der Nahrungsmittel ist auf Bestäubung angewiesen wie der Anbau von Obst, Gemüse und Ölfrüchten. Wenn Insekten als Helfer ganz ausfallen würden, wäre der wirtschaftliche Schaden immens."

Grund für Gospos und weitere Rotarier, sich für "Naturnachbarschaft" einzusetzen. Ziel ist es, als Alternative zu ausgeräumten und mit chemischen Spritzmitteln behandelten Agrarlandschaften, die etwa 50 Prozent der Landesfläche ausmachen, Ersatzlebensräume in Gärten zu schaffen.

Farbenfrohe "Tankstellen" für Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten können überall angelegt werden. Blumentöpfe auf dem Fensterbrett, Balkonkästen, Blumenrabatten, Streifen ums Haus oder im Garten sind für die Einsaat mit der Feldblumen-Mischung geeignet, informiert die Stadtverwaltung. Sie ist als Einstieg für kleine Flächen gedacht und enthält unter anderem Klatschmohn, Kornblume, Kornrade und Ringelblume. Bezugsquelle ist eine Firma in Baden-Württemberg, die sich auf standortgerechte heimische Wildpflanzen spezialisiert hat.

Wer der Natur mehr Fläche zur Verfügung stellen will, könne Blühstreifen anlegen mit einer Mischung für wärmeliebende Säume aus einjährigen und mehrjährigen heimischen Wildpflanzen. Wenn überhaupt, müsse nur einmal gemäht und abgeräumt werden.

Die Rotarier haben einen solchen Blühstreifen dieses Jahr in der westlichen Rheinstraße in Bühl angelegt und geben ihre Erfahrungen am Bauernmarkt-Stand gerne weiter. Blühstreifen eignen sich auch gut für Firmengelände.

Die Firma Eisenbiegler plant im Jubiläumsjahr als weitere Aktion, auf ihrem Gelände im Industriegebiet Nord einen solchen anzulegen. Eine mobile Präsentationseinheit mit der Aufschrift "Naturnachbarschaft - Bühl blüht auf!" ist dafür bereits gerichtet, sie wird am Stand der Rotarier auf dem Bauernmarkt (Nummer 50) stehen.

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