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Die Nachfolgelösung gestaltet sich "komplex"
03.09.2018 - 00:00 Uhr
Bühl (kie/gero) - Das war's dann: Seit Samstag ist das Rolltor zum Lebensmittel-Nahversorger "...nah und gut" in der Johannespassage 8 unten. Kunden, die von der Schließung im Vorfeld nichts erfahren hatten, reagierten überrascht. Die "aufgeklärten" Bürger fanden die Situation aufgrund der ungewohnten Ruhe und der geringen Besucherfrequenz befremdlich: Von "Geisterstimmung" und "Totenstille" war die Rede.

Am frühen Morgen tat sich aber doch was. Die Bäckerei Armbruster (Schutterwald) als Untermieterin räumte die letzten Warenbestände, baute die Regale ab und nahm Geräte und Maschinen mit. Im Markt selbst brannte die Notbeleuchtung. Von einer ebenfalls angekündigten Räumung war nichts zu sehen.

Vor allem ältere, immobile Kunden vermissen diese zentrale Nahversorgung mit Lebensmitteln und Produkten des täglichen Bedarfs schmerzlich.

Am Freitag, dem letzten Öffnungstag, waren viele treue Kunden gekommen, um den Mitarbeitern noch einmal für den aufmerksamen Service und die persönliche Ansprache Danke zu sagen. Im Gegenzug galt der Respekt den Kunden für ihre Treue. Man sieht und spürt: Der Abschied tut weh. Andere, kleinere innerstädtische Nahversorger seien keine gleichwertigen Alternativen, ist von vielen zu hören. Deren Sortiment sei nicht vergleichbar. "Es gibt von allem nur ein bisschen", sagt eine ältere Dame.

Eine weitere betagte Kundin betont die Bedeutung des CAP-Marktes: "Ohne ihn wäre ich aufgeschmissen. Ich bin nach Bühl zugezogen und habe niemanden hier, der mich zu einem Lebensmittelgeschäft fahren könnte. Also muss ich jetzt zu Fuß zum Einkaufen."

Der Tenor ist einmütig: Es sei schlecht für eine Stadt der Größe Bühls, wenn es nur noch einen einzigen kleinen Lebensmittelmarkt mitten im Zentrum gebe. Gerade weil hier viele ältere Menschen lebten, sei die Versorgung "mit Dingen des täglichen Gebrauchs" entscheidend, sagt eine 89-jährige Bühlerin. Sie nennt dies "sehr bedauerlich".

Eine 62-jährige Kundin ergänzt: "Viele Leute vergessen, dass sie auch mal alt werden. Heute kann ich noch mit dem Auto zum Einkaufen fahren. Aber geht das auch noch in 20 Jahren? Ich finde, man muss den innerstädtischen Einzelhandel stärken. Das geht uns alle an."

Viele Gerüchte kursieren um die Anschlussnutzung. Namen aus der Lebensmittelbranche werden gehandelt. Die Hausverwaltung Henn (Baden-Baden), die sich um das Objekt in der Johannespassage kümmert, hat sich bisher bedeckt gehalten. Ulrich Heidemann berichtet, dass er sich bei einem gemeinsamen Termin mit Edeka- und Scheck-Vertretern bezüglich der Öffnungszeiten der Tiefgarage verständigt habe. Bisher wurde die Garage von Scheck (Achern) betrieben. Jetzt, da der Markt ausgezogen ist, soll die Tiefgarage aber dennoch genutzt werden können. "Wir sind daran interessiert, dass sich in puncto Tiefgarage nichts ändert", sagt Heidemann. Momentan seien die Hausverwaltung und der von ihr eingesetzte Hausmeister Ansprechpartner für die anderen Mieter im Gebäude. Er nennt die Zuständigkeiten bei der Johannespassage "komplex".

Wie es mit dem Gebäude weitergeht, kann hingegen Gabriele Doll egal sein. Die "Kult"-Verkäuferin der Bäckerei Armbruster hatte am Freitag ihren letzten Arbeitstag. Selten hat man die Frohnatur so traurig erlebt: "Ich gehe eigentlich immer gern ins Schaffen, aber heute nicht. Ich habe geheult. Es bricht mir das Herz, wenn Kunden kommen und sich von mir verabschieden", sagt die beliebte Verkäuferin, die am Freitag viele persönliche Geschenke bekommen hat.

Unabhängig vom Auszug der Scheck-Gruppe und der Bäckerei geht das unternehmerische Leben in der Johannespassage 8 weiter. Im Erdgeschoss ist weiterhin ein Reisebüro Mieterin, im ersten Obergeschoss sind ein Friseursalon sowie die Geschäftsstelle, der Anzeigenverkauf und die Redaktion des Badischen Tagblatts untergebracht.

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