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Beim Falschen Mehltau geht der Winzerin das Herz auf
Katja Pfeifer inspiziert die Versuchsreben, die sie selbst mit dem Falschen Mehltau infiziert hat. Foto: Gabriel
07.09.2018 - 00:00 Uhr
Ottersweier (mig) - Zwei Herzen schlagen in ihrer Brust, sagt Weinbau-Expertin Katja Pfeifer. Als Winzerin mit eigenem Weingut liebt sie gesunde Reben voller makelloser Trauben. Als Leiterin der Weinbauversuche der ZG Raiffeisen Genossenschaft auf dem Aspichhof geht ihr das Herz auf, wenn Pilzkrankheiten wüten und sie vielen Winzern zeigen kann: So sieht es aus, wenn man diese oder jene Pflanzenschutzmittel anwendet.

Dieses Frühjahr hat die 28-Jährige erstmals rund 500 Müller-Thurgau-Rebstöcke gezielt mit Sporen des Falschen Mehltaus (Peronospora) infiziert. "Im Weinbau-Institut in Freiburg macht man das jedes Jahr. Das wollte ich auch mal ausprobieren", berichtet die seit 2014 für die Weinbauversuche der ZG Raiffeisen Verantwortliche. Dazu habe sie von der Weinbau-Forschungsanstalt Geisenheim fünf mit dem Pilz infizierte Rebblätter bekommen. Die habe sie in Regenwasser geschwenkt und an jedem zehnten Rebstock einen Zweig mit diesem Wasser besprüht. Die infizierten Triebe seien dann eine Nacht lang mit einer schwarzen Tüte abgedeckt worden. Das reichte, um die Pilzkrankheit voll zum Ausbruch zu bringen.

Für Fachleute nicht überraschend war das Ergebnis der Versuche. "Ich habe danach gleich mit dem Pflanzenschutz angefangen. Die Mittel konnten den Pilz eindämmen, aber nicht komplett zurückdrängen", berichtet Pfeifer. Das sei der Grund, warum Winzer ihre Reben immer vorbeugend gegen Pilze behandeln sollten und die Genossenschaft dazu jedes Jahr eine Empfehlung herausgebe, wann welche Pflanzenschutzmittel angewendet werden sollten.

Eines der an den infizierten Reben angewendeten Pilzmittel zeigte einen sehr hohen Wirkungsgrad von über 90 Prozent, erklärt sie. Der Wirkstoff sei aber noch nicht auf dem Markt. Man hoffe auf eine Zulassung im kommenden Jahr. Bis zu zwei Jahre vor der Markteinführung eines neuen Pflanzenschutzmittels kann Pfeifer es schon testen. Die Trauben, die an diesen Stöcken wachsen, dürfen danach aber nicht gekeltert werden. Ihre Versuche zeigen deutlich: "Wenn gar nicht behandelt würde, dann würden wir nichts ernten." Bis zum Totalausfall reichen die Ergebnisse auf der rund 160 Ar großen Versuchsfläche in Ottersweier.

Peronospora, Oidium und Botrytis (Traubenfäulnis) seien die drei häufigsten Krankheiten, die an Rebstöcken auftreten. Es gebe zehn weitere wichtige Krankheiten und rund 20 zusätzliche Erreger und Schädlinge, die eher selten vorkommen. Hat ein Winzer ein Problem und kann es nicht zuordnen, dann fahre sie auch hin und forsche nach der Ursache.

Dieses Jahr seien Pilzerkrankungen in den Reben kein großes Thema für die Winzer gewesen. Stattdessen bereite der fehlende Regen Sorgen. "Bewässerungsanlagen für Reben gibt es bisher nur vereinzelt, aber das könnte in Zukunft zum Standard werden", sagt die Expertin. Auch wegen des Einsatzes von Glyphosat haben die Winzer Diskussionsbedarf. Es verhindere mit ein oder zwei Anwendungen pro Jahr, dass Gras unter den Rebstöcken aufwächst und sie mit Krankheiten infizieren kann. Ein neues, von ihr getestetes Mittel auf der Grundlage von Perlagonsäure sei gut, aber noch sehr teuer. Und es müsste acht Mal pro Jahr oder öfter angewendet werden, erklärt Pfeifer.

Seit dem 21. Juli darf in den Reben kein Pflanzenschutzmittel mehr angewendet werden. Das Datum hatte wie jedes Jahr das Landwirtschaftsamt festgelegt. Denn zur Lese, die jetzt läuft, müssen die Rückstände der Mittel auf den Trauben abgebaut sein. Nächstes Jahr will Pfeifer einen Teil der Versuchsreben mit dem Echten Mehltau (Oidium) infizieren. Dann werden wieder viele Winzer aus ganz Baden zu ihren Führungen in die Anlage kommen und sich die Ergebnisse selbst anschauen.

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