http://www.badisches-tagblatt.de/UnternehmenKarriereZusteller/index.html
http://www.badisches-tagblatt.de/UnternehmenKarriereZusteller/index.html
Ansturm aus Israel und den Golfstaaten
07.09.2018 - 00:00 Uhr
Von Franziska Kiedaisch

Schwarzwaldhochstraße - Die Autokennzeichen auf dem großen Parkplatz verraten es bereits: Das Natur-, Sport- und Freizeitzentrum Mehliskopf ist ein Touristen-Magnet. Nicht nur die europäischen Nachbarn aus Frankreich und den Niederlanden finden den Weg auf die Schwarzwaldhochstraße, auch Einheimische kommen, um hier ihre Freizeit zu verbringen. Und die vielen Mietwagen zeigen, dass es auch weit gereiste Gäste in die Region zieht.

"Ich brauch' Unterstützung im Klettergarten!", rasselt die Stimme aus dem Funkgerät, das Ronny Limp, Betriebsleiter am Mehliskopf, an seiner Hose festgesteckt hat. Es herrscht reger Betrieb. "Man kann in der Region nicht an vielen Orten Action erleben, ohne sich vorher anzumelden. Da sind wir Vorreiter", erklärt sich Limp die guten und stabilen Besucherzahlen des Freizeitzentrums.

Die vor 17 Jahren gebaute und im Jahr 2013 erweiterte Sommer-Bobbahn bezeichnet er als "Zugpferd" der Anlage - rund 1200 Fahrten auf der 1300 Meter langen Strecke verzeichnet Limp in der Ferienzeit täglich. Auch der dreieinhalb Hektar große Klettergarten nebenan werde "sehr gut" angenommen. Sieben Parcours mit insgesamt 80 Aufgaben können innerhalb von drei Stunden erklommen werden. Schulklassen und Firmen, aber auch Familien nutzten das Angebot, erzählt Limp. Auch Bungee-Trampoline und sogenannte Downhill-Carts, die mit dem Schlepplift auf den Berg gezogen werden und danach den Hang hinuntersausen, seien beliebt.

Seit drei Jahren kommen regelmäßig Gäste aus den Golfstaaten und aus Israel, erzählt Limp. Er schätzt deren Anteil auf zehn bis 15 Prozent. Und sein Eindruck täuscht nicht: Laut Angaben der Schwarzwald Tourismus GmbH kamen tatsächlich in der ersten Hälfte dieses Jahres so viele Gäste aus den Golfstaaten und Israel wie nie zuvor. Nachdem der Nordschwarzwald für israelische Touristen in den letzten Jahren kaum eine Rolle spielte (weniger als 0,4 Prozent aller Gäste kamen im letzten Jahr aus Israel), nahm deren Zahl im ersten Halbjahr 2018 um mehr als 60 Prozent zu. Und auch in den Golfstaaten spricht sich der Nordschwarzwald als Ferientipp herum: Kamen im vergangenen Jahr rund 18500 Besucher in die Region, nahm deren Zahl in diesem Jahr bereits um fast 30 Prozent zu.

"Von einem Tag auf den nächsten" seien diese Besuchergruppen da gewesen. In der Hochsaison kamen täglich zwei Reisebusse mit Touristen aus den Golfstaaten. Inzwischen aber ist der große Ansturm der Touristen aus den Ölnationen vorbei. Die Reisezeit bei den arabischen Touristen ende meistens Mitte/Ende August, wie der Betriebsleiter weiß.

"Wir haben nicht extra Werbung für ausländische Touristen gemacht. In israelischen Reiseführern werden wir aber als Ausflugstipp genannt", sagt er.

Mittlerweile seien sogar arabischsprachige Mitarbeiter eingestellt und Hinweisschilder in arabischer Sprache angebracht worden - auch, weil es in den letzten Jahren mehrere Unfälle auf der Bahn wegen sprachlicher Missverständnisse gab, so Limp. Schilder auf Hebräisch seien hingegen nicht erforderlich, weil die meisten israelischen Gäste sehr gute Englischkenntnisse besäßen.

Im Klettergarten müssen Frauen mit einem Kopftuch ihre Haare darunter teilweise neu binden, damit der Helm richtig sitzt: "Wir bieten ihnen dafür einen separaten Raum. Manchmal ist es etwas aufwendiger mit den neuen Gästegruppen, aber wir freuen uns sehr, dass sie da sind", sagt Limp.

Neben diesen neuen Gästegruppen kämen traditionell "sehr viele Niederländer" - "weil sie keine Berge haben", sagt Limp und vermutet, dass das Aufstellen eines Bobs auf dem Campingplatz im Freizeitcenter Oberrhein in Rheinmünster als Werbemaßnahme gewirkt hat. Vor allem aber sei die in diesem Jahr gestartete Beteiligung an der Schwarzwald Card "extrem zu bemerken": Wer die Karte kauft, kann auf dem Mehliskopf einmal umsonst mit der Bobbahn fahren und für drei Stunden klettern.

Der Großteil der Gäste im Nordschwarzwald kommt aber nach wie vor aus Deutschland: 77 Prozent waren es nach Angaben der Schwarzwald Tourismus GmbH im letzten Jahr. Rund 18 Prozent seien aus den Nachbarländern, vor allem aus Frankreich, den Niederlanden und der Schweiz angereist.

Seit 2010 erziele die Ferienregion Nordschwarzwald kontinuierlich Zuwächse. Laut Angaben des Landratsamts Rastatt seien im ersten Halbjahr 2018 im Landkreis Rastatt die Gästezahlen um fast fünf Prozent gestiegen: Etwa 134000 Touristen zählte der Landkreis bereits in diesem Jahr. Diese bringen der Region vor allem eins: Geld. Tourismus-Dezernent Claus Haberecht spricht von einer "Bruttowertschöpfung" von 265 Millionen Euro jährlich.

BeiträgeBeitrag schreiben 
www.volksbank-baden-baden-rastatt.de/bt
Umfrage

Die CDU Baden-Württemberg hat sich für ein generelles Burkaverbot ausgesprochen. Halten Sie das für richtig?

Ja.
Nein.
Ist mir egal.


http://www.caravanlive.de/
Wetter in Mittelbaden


BT Kinospot


© Badisches-Tagblatt.de    Impressum | AGB | Nutzungsbedingungen | Datenschutz   
1