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Zeugin gesteht Falschaussage
Zeugin gesteht Falschaussage
07.09.2018 - 00:00 Uhr
Bühl (bgt) - Ein 59-Jähriger musste sich wegen vorsätzlicher Körperverletzung vor dem Bühler Amtsgericht verantworten. Er soll während eines feuchtfröhlichen Gelages seinem Kumpan einen derben Faustschlag ins Gesicht versetzt haben, mit der Folge einer blutenden Lippe und intensiver Schmerzen.

Der Angeklagte jedoch bestritt die Tat. "Ich habe ihn nicht geschlagen", beteuerte er und vermutete, "vielleicht ist er irgendwo gestolpert." Man sei zuvor recht lustig gewesen, doch dann sei der Mann gekommen und habe nur "rumgebrüllt" und sei schließlich wieder gegangen.

"Wie ist das Verhältnis zu dem Geschädigten?", fragte die Staatsanwältin. "Nicht so gut", gestand der 59-Jährige, doch geschlagen habe er ihn jedenfalls nicht. Gleichwohl blieb die Frage für das Gericht, warum sowohl der Geschädigte als auch dessen damalige Freundin den Angeklagten der Tat bezichtigt hatten.

In einem ganz anderen Licht erschien dann die Sachlage, als eben jene Freundin im Zeugenstand ihre Aussage machte. Sie ist inzwischen nicht mehr die Freundin des Geschädigten, wie sie sagte, und sie habe damals nur die entsprechende Aussage bei der Polizei gemacht, weil ihr damaliger Freund sie dazu gezwungen habe.

Das veranlasste Richter Hannes Schrägle sofort, die Zeugin darauf hinzuweisen, dass sie keine Aussage machen müsse, die sie selbst belaste.

Offenbar der Folgen für sich nicht ganz bewusst, blieb sie bei der Version, dass sie unter Androhung von Schlägen zu der Falschaussage gezwungen worden sei. Man habe erst gemütlich beisammengesessen, doch dann sei es zum Streit gekommen, der Freund sei gegangen und habe sich, betrunken wie er war, bei einem Sturz verletzt. Dabei habe er sich die Lippe aufgeschlagen. Möglicherweise aus Wut auf den Angeklagten habe er dann verlangt, sie solle ihn bei der Polizei beschuldigen.

Der Geschädigte, als Belastungszeuge geladen, war nicht erschienen, was angesichts der Aussage seiner ehemaligen Freundin Richter und Staatsanwältin nicht in Staunen versetzte. Gegen ihn wird wegen Nichterscheinens vor Gericht eine Ordnungsstrafe beziehungsweise ersatzweise drei Tage Haft verhängt.

Zwei weitere Zeugen waren zwar geladen, aber wegen gestaffelter Uhrzeiten noch nicht im Gerichtsgebäude anwesend, was gleichwohl nicht mehr relevant zu sein schien. Denn nach diesem unerwarteten Verlauf der Verhandlung regte Richter Hannes Schrägle an, das Verfahren gegen den 59-Jährigen einzustellen.

Dem konnte die Staatsanwältin konsequenterweise nichts anderes als zustimmen, und auch der Angeklagte hatte selbstverständlich keineswegs etwas dagegen einzuwenden. Der Geschädigte indes, und ebenso seine ehemalige Freundin, dürften demnächst einer Anzeige wegen Falschaussage entgegensehen.

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