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Der Welt ein menschlicheres Antlitz gegeben
11.09.2018 - 00:00 Uhr
Von Hermann Seiler

Straßburg/Bühl - Es war ihr ein besonderes Anliegen, der Welt ein menschlicheres Antlitz zu geben. Jetzt wurde Mutter Alfons Maria (9. September 1814 - 31. Juli 1867), die Ordensstifterin der Kongregation der Schwestern vom göttlichen Erlöser (Niederbronner Schwestern), in der Kathedrale Notre Dame zu Straßburg seliggesprochen.

Innerhalb der mit sehr viel Liebe arrangierten Seligsprechungs- und Eucharistiefeier mit farbenfrohen Kulturbeiträgen von Mitwirkenden und Schwestern aus vier Kontinenten wurde "die Größe eines einfachen Lebens" gefeiert, wie es Generaloberin Monika Heuser verdeutlichte.

Die Seligsprechung vollzog der italienische Präfekt der Kongregation für Selig- und Heiligsprechungen sowie Vertraute von Papst Franziskus, Kurienkardinal Giovanni Angelo Becciu (Rom). Dies in Assistenz des Erzbischofs von Straßburg, Monsignore Luc Ravel, und Ordensschwester Katharina, die über 14 Jahre als beauftragte Postulatorin den Seligsprechungsprozess, "auch mit Tränen und Gebet", intensiv begleitete.

Inmitten der internationalen Ordensfamilie mit 1700 Teilnehmern, mit Bischöfen, Priestern, Familienmitgliedern der Ordensgründerin sowie Ordenskongregationen und Vertretern aus Politik und Wirtschaft, war auch die Abordnung der Ordensfrauen und Gäste vom Bühler Kloster Maria Hilf. Bühls Klostergeistlicher Bernhard Weber wiederum war nur einer der zirka 90 Konzelebranten der Eucharistiefeier. Der feierliche Einzug des Gesandten des Papstes mit Bischöfen und Priestern eröffnete einen Höhepunkt in der facettenreichen knapp 170-jährigen Geschichte der Schwestern vom göttlichen Erlöser, aus deren Ursprung sodann die Kongregationen der Erlöserschwestern Würzburg und die Schwestern vom göttlichen Erlöser Rom hervorgingen, was in der Seligsprechung gewürdigt wurde.

Berührende Zeremonien bei der Seligsprechung von Mutter Alfons Maria, mit bürgerlichem Namen Maria Eppinger, ein einfaches Bauernmädchen aus Niederbronn (Elsass), waren die Enthüllung eines überdimensionalen Porträts der "Seligen" und die Bitte um die Seligsprechung durch Erzbischof Ravel sowie Schwester Katharina um Aufnahme von Mutter Alfons Maria in das Verzeichnis der Seligen. Dazu gehörten auch die Aufstellung ihrer Reliquien und die Verehrung durch Kardinal Becciu sowie die Übergabe einer Kopie des zuvor bekanntgegebenen apostolischen Schreibens an Erzbischof Ravel, Postulatorin Katharina sowie die Generaloberinnen der drei Kongregationen, die wiederum Kardinal Becciu mit dem Friedensgruß dankten. Durch die jetzt erfolgte Seligsprechung darf die Ordensstifterin angerufen und verehrt werden.

In seiner Festpredigt verdeutlichte Kardinal Becciu: "Wir feiern den Ritus der Seligsprechung in einer Stadt, die in gewissem Sinn das Herz Europas darstellt, denn es befinden sich hier die grundlegenden Institutionen der Europäischen Union. Von hier aus geht ein eindringlicher Appell an den europäischen Kontinent, der mehr und mehr versucht ist, sich auf sich selbst zurückzuziehen. Dies ist der Aufruf der Seligen Alfons Maria, dieser mutigen und starken Frau mit ihrem Zeugnis eines außerordentlichen christlichen Lebens. Sie lädt dazu ein, eine wirksame, aufgeschlossene Liebe zu bezeugen, die bereit ist, sich zu den Bedürftigen aufzumachen: den Schwachen, Gescheiterten, den Zurückgewiesenen, Kranken und die vor Krieg, Gewalt und Verfolgung fliehen müssen. Preisen wir diese in Gott verliebte Frau und Ausspenderin der Barmherzigkeit an die leidende Menschheit. Nehmen wir ihre Botschaft an, um glaubhafte Zeugen Christi zu sein. Den Ursprung fortdauernder apostolischer Dynamik zu verstehen ist von Bedeutung. Sagen wir gemeinsam: "Selige Alfons Maria, bitte für uns!"

Dankbarkeit und Freude leuchteten auch aus den Worten der Generaloberin Monika Heuser hervor, die in Bühl in die Ordensgemeinschaft eintrat und dort mehrere Jahre die Novizenmeisterin war: "Die Seligsprechung ist eine offizielle Anerkennung unserer Ordensgründerin durch die Kirche, die Mutter Alfons Maria damit allen Christen zum Vorbild gibt. Für uns Schwestern hat das besondere Bedeutung und ist natürlich ein Hoffnungszeichen."

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