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Zu dicht auf Vordermann aufgefahren
Zu dicht auf Vordermann aufgefahren
12.09.2018 - 00:00 Uhr
Bühl (bgt) - Eine nicht ganz ungefährliche Kontroverse zwischen zwei Autofahrern während einer nächtlichen Fahrt führte zu einem Verfahren wegen versuchter Nötigung am Amtsgericht in Bühl. Irgendwie genervt, weil nach seinem Dafürhalten ein Wagen vor ihm sich nicht zügig genug fortbewegt hatte, soll ein 47-Jähriger den Vordermann durch extrem dichtes Auffahren unter Druck gesetzt haben.

Damit nicht genug, soll er ihn schließlich überholt, sich unmittelbar vor ihn gesetzt und fast bis zum Stillstand abgebremst haben, so dass es fast zu einer Kollision gekommen wäre.

Nach Aussage des Geschädigten, der sogleich nach dem Vorfall im nächsten Polizeirevier Anzeige erstattet hatte, habe er sogar bei dem Bremsmanöver auf den Grünstreifen ausweichen müssen, um einen Unfall zu vermeiden.

Die zeitweilig etwas schwer verständliche, weil in gebrochenem Deutsch formulierte Einlassung des Angeklagten hörte sich freilich weit weniger dramatisch an. Sein Vordermann sei jedenfalls weit unterhalb der erlaubten Geschwindigkeit dahingetrottet und habe auch noch mehrmals seine Fahrt weiter verlangsamt, um ihn damit bewusst zu provozieren. Das sei vor allem durch den Stinkefinger deutlich geworden, den sowohl der hintere Beifahrer als auch der Fahrer selbst ihm gezeigt hätten.

Den vom Geschädigten und seinen beiden Mitfahrern geschilderten Überholvorgang sowie das gefährliche Abbremsen bestritt der Angeklagte vehement. Das bezeugte zumindest seine Ehefrau, wobei Richter wie Staatsanwältin etwas Mühe hatten, ihren Ausführungen wegen der unzureichenden Deutschkenntnisse zu folgen.

Salomonisches Urteil

Unbeantwortet blieb indes die Frage, warum der Geschädigte unmittelbar nach dem Tathergang hätte Anzeige erstatten sollen, wenn vom Angeklagten weder zu nahes Auffahren noch ein gefährliches Bremsmanöver ausgegangen war. Nach Lage der Dinge glaubte Richter Hannes Schrägle jedenfalls, eine Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldauflage (§ 153a) in Höhe von 2000 Euro rechtfertigen zu können (im Strafbefehl war der Angeklagte zu 70 Tagessätzen à 40 Euro verurteilt worden), doch die Staatsanwaltschaft war damit nicht einverstanden. Für sie waren die Zeugenaussagen des Geschädigten samt seiner Beifahrer insofern glaubhaft, als sie nach ihrem Dafürhalten schlüssig wiedergegeben und keine Belastungstendenzen zu erkennen waren. Sie forderte eine Geldstrafe in Höhe von 40 Tagessätzen à 50 Euro sowie ein Fahrverbot von drei Monaten.

Die Verteidigung beurteilte die Zeugenaussagen keineswegs so schlüssig. Sie war der Überzeugung, dass ihr Mandant freigesprochen werden müsse. Fast salomonisch fiel dann das Urteil von Richter Schrägle aus: Das zu dichte Auffahren sei für ihn durch die Zeugenaussagen erwiesen. Für den Überholvorgang seien sie hingegen von den Beteiligten zu schematisch vorgetragen und möglicherweise abgesprochen worden. So verurteilte er den 47-Jährigen wegen versuchter Nötigung zu einer Geldstrafe in Höhe von 20 Tagessätzen à 50 Euro und einem Fahrverbot von einem Monat. Irgendwo mittendrin, zwischen Enttäuschung und Erleichterung, lagen die Reaktionen des Angeklagten.

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