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Blinkendes Blaulicht auf dem Armaturenbrett
Blinkendes Blaulicht auf dem Armaturenbrett
15.09.2018 - 00:00 Uhr
Bühl (bgt) - Mit Tempo 230 auf der Autobahn und nur drei bis vier Meter Abstand zum Vordermann, dazu heftiges mehrmaliges Aufblinken und zu guter Letzt auch noch mit blinkendem Blaulicht auf dem Armaturenbrett, das dürfte eine nicht unerhebliche Gefahr im Straßenverkehr darstellen.

So geschehen während der Fahrt eines Außendienstmitarbeiters, der freilich vor dem Amtsgericht von einem zu dichten Auffahren, von Drängeln oder unter Drucksetzen nichts wissen wollte. Das mit dem Blaulicht allerdings - eine Spielzeugattrappe beziehungsweise ein Fastnachtsscherzartikel -, sei "eine ganz blöde Idee gewesen", räumte er ein. "Das werde ich auch nie mehr machen!" Diesem guten Vorsatz zum Trotz stand er nun wegen versuchter Nötigung vor Richter Hannes Schrägle, der nach dessen Einspruch gegen den Strafbefehl nun die Sachlage erneut zu bewerten und letztlich zu beurteilen hatte.

Er habe es jedenfalls sehr eilig gehabt, führte der Angeklagte aus, weil er eine absolut eilige Lieferung zu einem Krankenhaus habe bringen müssen, was bei seiner Tätigkeit nicht unüblich sei. Sein Vordermann habe sich partout nicht erweichen lassen, auf die mittlere Fahrspur auszuweichen und ihn vorbeizulassen. Aber keinesfalls sei er zu dicht aufgefahren - er gab den Abstand mit etwa zehn bis fünfzehn Metern an - und die Lichthupe habe er allenfalls zwei oder drei Mal betätigt. Das mit dem Blaulicht sei ihm dann schließlich in den Sinn gekommen, was dann letztlich auch dazu geführt habe, das sein Vordermann ihn habe vorbeiziehen lassen.

Der hatte dann freilich das mit dem Blaulicht beim Überholvorgang als nicht ganz regelkonform erkannt und auf dem nächsten Rastplatz die Polizei alarmiert. Im Zeugenstand schilderte er, dass der Angeklagte mindestens zehn Kilometer hinter ihm hergefahren und mehrmals bedrohlich nahe an seine Stoßstange gekommen sei. Warum er nicht einfach nach rechts auf die Mittelspur ausgewichen sei, wie der Richter von ihm wissen wollte, erklärte er damit, dass dort zu viele Autos gefahren seien, was der Angeklagte bestritt. Denn auf der Mittelspur sei über längere Strecken alles frei gewesen und der Mann habe aus purem Egoismus, wie man das ja häufig auf Autobahnen erlebe, ihn nicht vorbeigelassen. Der Zeuge beharrte darauf, unter Druck gesetzt worden zu sein und verstieg sich zu der Äußerung: "So was gehört nicht auf die Straße, der einen so bedrängt! Solche Gefährdungen macht keiner!"

Der Staatsanwalt hielt die Aussagen des Zeugen für glaubhaft und wertete daher das Verhalten des Angeklagten als versuchte Nötigung. Er forderte eine Geldstrafe in Höhe von 40 Tagessätzen à 130 Euro €und ein dreimonatiges Fahrverbot. Verteidiger Ralf Hofmann indes erkannte in der Aussage des Zeugen durchaus eine Belastungstendenz und betonte, dass ein dreimonatiges Fahrverbot für seinen Mandanten eine existenzielle Bedrohung darstelle. Er bat zudem, die Tagessatzhöhe auf 60 € Euro zu ermäßigen. Der Richter machte nur wenige Zugeständnisse, da auch er eine versuchte Nötigung als erwiesen ansah. Sein Urteil: 40 Tagessätze à 90 Euro und zwei Monate Fahrverbot.

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