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Dem Forst stehen schwierige Jahre bevor
19.09.2018 - 00:00 Uhr
Von Michaela Gabriel

Ottersweier - Starke, lange Fichtenstämme, unter deren Rinde es von Buchdrucker-Larven nur so wimmelte, bekam der Gemeinderat Ottersweier am Montag bei einer mehrstündigen Waldbegehung zu sehen. Themen waren neben dem Borkenkäfer auch das Auerwild und der alte Skilift Hundseck. Außerdem wurde eine neue Idee für einen Rundweg vorgestellt, den Motorsägen-Künstler gestalten sollen.

20 Waldgeister sollten den Weg vom alten Skihang Hundseck zur Walderlebnisstation "Weso" durch einen Fichtenbestand weisen. Doch das wäre zu teuer geworden, erklärte Michael Hug vom Bühler Institut für Landschaftsökologie und Naturschutz der 27-köpfigen Gruppe aus Gemeinderäten, Bürgermeister und Verwaltungsmitarbeitern. Statt eines Waldgeisterpfades schlug er jetzt einen Rundweg mit zehn Motorsägen-Kunstwerken vor. Dazu sollen große Fichten bis auf 2,50 Meter gekappt und beliebig gestaltet werden, was von Zuschauern mitverfolgt werden könnte.

Bürgermeister Jürgen Pfetzer ergänzte: Es sei das Ziel, auf Hundseck für Ausflügler einen kurzen, attraktiven Rundweg zu haben. Man könnte ihn durch eine Sitzgruppe am alten Skihang und ein Spielgerät für Kinder zusätzlich aufwerten. Für den Beitrag der Künstler könne man bis November einen Förderantrag beim Naturpark stellen. Im Oktober solle der Gemeinderat über den Vorschlag entscheiden.

Skilift-Abbau beginnt kommende Woche

Schon lang entschieden hat der Ottersweierer Rat über den Rückbau des seit rund 20 Jahren stillgelegten Skilifts Hundseck. Kommende Woche nun werde die beauftragte Firma erwartet, erklärte Hug. Sie soll die alten Flutlichtmasten, das Stahlseil und die Liftgestänge bis Ende Oktober wegschaffen. Nachdem ein Gutachter in der maroden Talstation keine Fledermäuse entdeckt hatte, kann auch sie abgerissen werden. Unklar sei, wann der Skiclub Bühlertal den alten Anlaufturm und den Richterturm der nie wirklich genutzten Skisprung-Anlage abbauen wird, erfuhr der Gemeinderat.

"Massiv angestiegen" sei in den vergangenen Wochen die Menge des von Borkenkäfern geschädigten Holzes, berichtete Forstbezirksleiter Kay Karius. Zweimal seien die Käfer in diesem heißen und trockenen Sommer ausgeflogen und hätten drei Generationen ausgebildet. Bis zu 60000 Tiere pro Falle innerhalb einer Woche seien am Rand des Nationalparks registriert worden. In der Pufferzone seien bereits 5000 Festmeter Käferholz angefallen. Ottersweier müsse damit rechnen, dass in seinem Höhengebiet 600 Festmeter geschädigtes Holz verwertet werden müssten. "Wir stehen vor zwei bis drei schwierigen Jahren", sagte der Forstdirektor voraus. Der Verkauf des Holzes laufe bereits "nicht mehr ganz rund", denn die Sägewerke seien voll und die Preise gingen zurück, erläuterte Karius weiter. Einen Teil der befallenen Stämme müsse man im Auewald zwischenlagern. "Wir erwarten, dass noch einiges kommt", sagte er. Auch während des rund sechs Kilometer langen Fußmarsches mit dem Gemeinderat entdeckten die Forstleute befallene Fichten, die schnellstmöglich gefällt und aus dem Wald entfernt werden müssen.

Beim Abschluss in der Hochkopfstube wurden noch viele Waldthemen rege diskutiert. Dabei kündigte Kay Karius an, dass die Gemeinde wegen des Borkenkäfers mit geringeren Erlösen aus dem Wald rechnen müsse. Bürgermeister Jürgen Pfetzer sah es gelassen: "So schlimm wie Lothar wird es nicht werden." Den verheerenden Orkan Ende 1999 hätten sowohl die Natur als auch die Gemeinde besser überstanden als gedacht.

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