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Sommermärchen für den Borkenkäfer
25.09.2018 - 00:00 Uhr
Bühl (kkö) - "Dieser Sommer hat den Fichten nicht gut getan, die Borkenkäfer hatten sie zum Fressen gern": Der Bühler Forstbetriebsleiter Martin Damm sorgte mit dieser Aussage zu Beginn der Waldbegehung des Gemeinderats noch für Heiterkeit. Dass die Förster den Borkenkäferbefall aber sehr ernst nehmen, wurde bei einer eigens vorbereiteten Info-Station deutlich: Anhand von Grafiken zeigte Forstbezirksleiter Kay Karius Temperaturen und Niederschläge 2018 sowie die daraus resultierende rasante Zunahme der Borkenkäferpopulation auf.

Zur Veranschaulichung dienten befallene Rinden sowie Larven und krabbelnde Käfer in Insektenboxen. Damm nannte die Fichte "unseren Wirtschafts- und Problembaum"; ohne sie "würden wir in roten Zahlen landen". Sie komme aber mit dem Klimawandel nicht gut klar, leide unter extremen Sommern und sei ausschließliche Nahrungsquelle der Borkenkäfer.

Den steilen Anstieg der Menge an Käferholz brachte Karius mit Zahlen auf den Punkt: "Wir rechnen mit insgesamt 2000 Festmetern im Raum Bühl. Jetzt sind wir ungefähr bei der Hälfte, aber der Befall geht sicher noch einen Monat weiter." Über die Buchdrucker sagte er, diese hätten im April begonnen, ihre erste Generation anzulegen. "Wir haben drei Generationen, gegenüber nur einer Generation in nassen Jahren. Pro Generation kalkuliert man mit 64000 Käfer." Diese benötigten sechs Wochen, um sich zu entwickeln. Deshalb seien die Zahlen an Messstationen für Buchdruckerschwärmflug erst im August in die Höhe geschnellt.

Der Befall, so Damm, werde sichtbar, wenn der Baum schon abgestorben sei: "Sitzt der Käfer einmal im Baum, ist das sein Todesurteil." Man suche deshalb kontinuierlich nach Bohrstellen an den Bäumen und versuche, eine weitere Verbreitung zu vermeiden, indem das befallene Holz etwa nach Oberbruch transportiert werde. "Dort haben Borkenkäfer keine Nahrungsgrundlage." Im April 2019 werde der Zyklus im Waldgebiet wieder starten. Auf Nachfrage sagte er, Kälte schade Borkenkäfern kaum, "ein feucht-warmer Winter schon eher". Käferholz sei nutzbar, finanzielle Abschläge resultierten vielmehr aus der durch Bläuepilze verschlechterten Optik.

Schließlich forderte Förster Manfred Ruf die Teilnehmer auf, ihre Konzentration auf die Wege zu richten: "Sie treten mein Thema mit Füßen", lautete sein trockener Kommentar. Am Streitweg verdeutlichte er die Herausforderung, ein Wegenetz von rund 170 Kilometern im Stadtwald zu unterhalten: "Unsere ,Werkstraßen' sind für jedermann geöffnet, und egal was wir tun, wir ernten Kritik." Nicht so vonseiten der Zuhörer, die sehr wohl einen Blick für die Problematik von Erosionsrinnen bewiesen, entstanden vorrangig durch mangelnde Wasserableitung. Eine bewährte Methode zur Wiederinstandsetzung der Wege, so Ruf, sei der Einsatz verschiedener Maschinen, etwa eines Gräders, der ein neues Dachprofil schaffe und so den Abfluss des Wassers ermögliche. "Das ,Dach' besteht aus einem Mineralgemisch." Auch Schotter werde eingearbeitet. Die Firma Schneider leiste hier Hervorragendes: Das Familienunternehmen, das anschließend einen Einblick in seine Arbeit gab, verfüge über jahrzehntelange Erfahrung. Timo Schneider bezifferte die Kosten für einen Kilometer Wegstrecke auf 4000 Euro, je nach wiederverwertbarer Grundsubstanz allerdings auch deutlich weniger. Die Investition, so Ruf, lohne sich in jedem Fall - nicht nur für die Waldarbeiter und ihre Fahrzeuge, sondern auch deshalb, weil Wege und Beschilderungen "Etiketten" für die Region seien: "Das macht Heimat aus. Und nicht zuletzt für den Tourismus ist hier jeder Euro gut investiert."

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