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Bim-Bam-Streit auch in Waldmatt
28.09.2018 - 00:00 Uhr
Von Gerold Hammes

Bühl - Die Stadt Bühl hat einen neuerlichen, handfesten Glockenstreit: Nach dem Bim-Bam-Brimborium um das nächtliche Geläut im Glockenturm von St. Peter und Paul im Spätjahr 2016 hängt jetzt auch im Neusatzer Ortsteil Waldmatt der Haussegen schief. Der "Glöckner von Waldmatt" heißt Hubert Schnurr. Der OB veranlasste Anfang September, dass das Glöcklein auf dem Dach des ehemaligen Rathauses und der späteren Schule nicht mehr um 6.30 Uhr läuten soll. Das brachte einer Nachbarin, die beim OB um die Abschaltung bat, zwar ihre Ruhe, die Bürger der Dorfgemeinschaft aber auf die Palme, die deshalb eine Unterschriftenaktion starteten.

Seit Jahrzehnten dient das einst gestiftete Glöcklein als morgendlicher Wecker. Es bimmelt zurzeit auch noch um 12 und 19 Uhr, nur eben nicht mehr um 6.30 Uhr. Das wiederum erzürnte die Dorfgemeinschaft. Zur ihr gehört auch Dr. Egon Kist. In einem Schreiben an die BT-Redaktion teilt er mit: "Viele Bürger sind empört über die Abschaltung des morgendlichen Geläuts." Noch nie in der Geschichte des Ortsteils hätte dies den Unmut eines Waldmatter Bürgers ausgelöst. Bis nun eine Neubürgerin die elektronische Abschaltung des Frühweckrufs forderte.

Dabei stünden einem Glockengeläut um 6.30 Uhr bei 80 Dezibel keine rechtlichen Hinderungsgründe entgegen. Anders verhalte es sich bei einem nächtlichen Glockenschlag in viertelstündlichen Abständen, "wodurch sich ein Bürger zurecht gestört fühlen kann".

Zumal: Selbst kranke Menschen in der Nachbarschaft der alten Waldmatter Schule empfänden das Läuten des Glöckleins als "ermutigend und tröstend für den Tag" und fühlten sich in keinster Weise hierdurch gestört.

Er selbst habe über 20 Jahre lang als Nachbar das Geläut "voll miterlebt" und sei glücklich und zufrieden gewesen, "so jeden Morgen erleben zu können". Im Klartext lässt er die Bühler Stadtverwaltung wissen: "Wir Waldmatter Bürger sind nicht bereit, einer solchen städtischen Anordnung nachzukommen, die nebenbei weder mit dem Ortsvorsteher noch mit dem Ortschaftsrat abgesprochen war."

Diesen Unmut äußerten am Dienstagabend auch die zehn Mitglieder des Neusatzer Ortschaftsrats in öffentlicher Sitzung. Sie hätten erwartet, dass der OB diese Entscheidung dem politischen Gremium in Neusatz überlasse und nicht eigenmächtig die Abschaltung verfüge. Einstimmig fiel denn auch das Votum der zehn Freien Wähler, vier CDU-Mitglieder und eines Sozialdemokraten aus, dass fortan auch um 6.30 Uhr wieder gebimmelt werden darf.

Ortsvorsteher Wolfgang Bohnert räumte im BT-Gespräch ein, dass er sich über die Vorgehensweise der Stadtverwaltung "geärgert" habe. Wie auch gut 100 Waldmatter Bürger, die sich in eine Unterschriftenliste für ein morgendliches Geläut eingetragen haben. Die Initiatoren übergaben diese am Dienstagabend Wolfgang Bohnert, der sie zusammen mit dem Ratsbeschluss umgehend der Stadtverwaltung zukommen lassen wird. Bohnert geht davon aus, dass die Abschaltung noch in dieser Woche elektronisch rückgängig gemacht wird.

Die Antragstellerin zeigte sich überrascht und "geschockt", dass ihr Anliegen zu einem Politikum geworden sei. Dies habe sie nicht beabsichtigt, weil ihr der dörfliche Friede wichtig sei. Im Frühjahr habe sie ihr Anliegen auf Bitten anderer Nachbarn dem OB und einem Mitarbeiter der Abteilung Gebäudemanagement vorgetragen, weil sie nach dem "Geschepper" des Glöckleins nicht mehr habe einschlafen können. Das Gespräch beim OB schildert sie als "sehr nett und angenehm" und habe auch nur ein paar Minuten gedauert. Das Stadtoberhaupt habe zur Durchsetzung ihres Anliegens "keine Probleme" gesehen und diese zugesichert. Wen nun eine Mehrheit in Waldmatt und im Ortschaftsrat für den früheren Status sei, ist sie um den Dorffrieden bemüht, "dann soll das Glöcklein halt wieder in der Früh' läuten".

Hubert Schnurr ließ über seinen Pressesprecher verlauten, dass er eine "Entscheidung im Sinne der Bürgerschaft" herbeiführen wolle. Deshalb sollte der Ortschaftsrat eine Entscheidung treffen. Dieser aber fragt sich: Wieso nicht gleich so?

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